In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf
Zum Leben, deine Wellen umspielten mich,
Und all der holden Hügel, die dich
Wanderer! kennen, ist keiner fremd mir.
Auf ihren Gipfeln löste des Himmels Luft
Mir oft der Knechtschaft Schmerzen; und aus dem Tal,
Wie Leben aus dem Freudebecher,
Glänzte die bläuliche Silberwelle.
Der Berge Quellen eilten hinab zu dir,
Mit ihnen auch mein Herz und du nahmst uns mit,
Zum stillerhabnen Rhein, zu seinen
Städten hinunter und lustgen Inseln.
Noch dünkt die Welt mir schön, und das Aug entflieht
Verlangend nach den Reizen der Erde mir,
Zum goldenen Paktol, zu Smyrnas
Ufer, zu Ilions Wald. Auch möcht ich
Bei Sunium oft landen, den stummen Pfad
Nach deinen Säulen fragen, Olympion!
Noch eh der Sturmwind und das Alter
Hin in den Schutt der Athenertempel
Und ihrer Gottesbilder auch dich begräbt,
Denn lang schon einsam stehst du, o Stolz der Welt,
Die nicht mehr ist. Und o ihr schönen
Inseln Ioniens! wo die Meerluft
Die heißen Ufer kühlt und den Lorbeerwald
Durchsäuselt, wenn die Sonne den Weinstock wärmt,
Ach! wo ein goldner Herbst dem armen
Volk in Gesänge die Seufzer wandelt,
Wenn sein Granatbaum reift, wenn aus grüner Nacht
Die Pomeranze blinkt, und der Mastixbaum
Von Harze träuft und Pauk und Cymbel
Zum labyrinthischen Tanze klingen.
Zu euch, ihr Inseln! bringt mich vielleicht, zu euch
Mein Schutzgott einst; doch weicht mir aus treuem Sinn
Auch da mein Neckar nicht mit seinen
Lieblichen Wiesen und Uferweiden.
- Friedrich Hölderlin
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Samstag, 10. Februar 2018
Friedrich Hölderlin: Der Neckar
Samstag, 23. Dezember 2017
"Wenn aus dem Himmel"
Neulich von Bruno Ganz gelesen, mit Musik untermalt, gefunden, und für schön befunden. Daher hierher transportiert.
| Nahe Brunn im August |
Wenn
aus dem Himmel hellere Wonne sich
Herabgießt, eine Freude den Menschen kommt,
Daß sie sich wundern über manches
Sichtbares, Höheres, Angenehmes:
Wie tönet lieblich heilger Gesang dazu!
Wie lacht das Herz in Liedern die Wahrheit an,
Daß Freudigkeit an einem Bildniß -
Über dem Stege beginnen Schaafe
Den Zug, der fast in dämmernde Wälder geht,
Die Wiesen aber, welche mit lautrem Grün
Bedekt sind, sind wie jene Haide,
Welche gewöhnlicherweise nah ist
Dem dunkeln Walde. Da, auf den Wiesen auch
Verweilen diese Schaafe. Die Gipfel, die
Umher sind, nakte Höhen sind mit
Eichen bedeket und seltnen Tannen.
Da, wo des Stromes regsame Wellen sind,
Daß einer, der vorüber des Weges kommt,
Froh hinschaut, da erhebt der Berge
Sanfte Gestalt und der Weinberg hoch sich.
Zwar gehn die Treppen unter den Reben hoch
Herunter, wo der Obstbaum blühend darüber steht
Und Duft an wilden Heken weilet,
Wo die verborgenen Veilchen sprossen;
Gewässer aber rieseln herab, und sanft
Ist hörbar dort ein Rauschen den ganzen Tag;
Die Orte aber in der Gegend
Ruhen und schweigen den Nachmittag durch.
- Friedrich Hölderlin
Herabgießt, eine Freude den Menschen kommt,
Daß sie sich wundern über manches
Sichtbares, Höheres, Angenehmes:
Wie tönet lieblich heilger Gesang dazu!
Wie lacht das Herz in Liedern die Wahrheit an,
Daß Freudigkeit an einem Bildniß -
Über dem Stege beginnen Schaafe
Den Zug, der fast in dämmernde Wälder geht,
Die Wiesen aber, welche mit lautrem Grün
Bedekt sind, sind wie jene Haide,
Welche gewöhnlicherweise nah ist
Dem dunkeln Walde. Da, auf den Wiesen auch
Verweilen diese Schaafe. Die Gipfel, die
Umher sind, nakte Höhen sind mit
Eichen bedeket und seltnen Tannen.
Da, wo des Stromes regsame Wellen sind,
Daß einer, der vorüber des Weges kommt,
Froh hinschaut, da erhebt der Berge
Sanfte Gestalt und der Weinberg hoch sich.
Zwar gehn die Treppen unter den Reben hoch
Herunter, wo der Obstbaum blühend darüber steht
Und Duft an wilden Heken weilet,
Wo die verborgenen Veilchen sprossen;
Gewässer aber rieseln herab, und sanft
Ist hörbar dort ein Rauschen den ganzen Tag;
Die Orte aber in der Gegend
Ruhen und schweigen den Nachmittag durch.
- Friedrich Hölderlin
Donnerstag, 16. Februar 2017
Donnerstag in hölzernen Latschen
Heute haben wir es wieder mit einer Jahrespremiere zu tun: Das erste Mal im Jahr 2017 ohne Handschuhe Rad gefahren.
Im Imperium Romanum ist nun Merulas Bruder aufgetaucht, und hat sich in den vollkommen sinnlosen Versuch verstrickt, Timesias, einem alten Freund seines verstorbenen Vaters eine üppige Vorauszahlung für Waren aus Spanien abzuschwatzen. Als dann noch der bis dato völlig fremde Hagnon erscheint...
Und freitags (also morgen!) kehr das Manottidil zurück! (Nächster Teil des Romanfragments!)
Ich ende mit einem Gedicht von Friedrich Hölderlin, das ich sehr gerne habe. (Wahrscheinlich habe ich es eh schon irgendwann mal hier gepostet. Dann ist es eine gute Wiederholung!):
Im Imperium Romanum ist nun Merulas Bruder aufgetaucht, und hat sich in den vollkommen sinnlosen Versuch verstrickt, Timesias, einem alten Freund seines verstorbenen Vaters eine üppige Vorauszahlung für Waren aus Spanien abzuschwatzen. Als dann noch der bis dato völlig fremde Hagnon erscheint...
Und freitags (also morgen!) kehr das Manottidil zurück! (Nächster Teil des Romanfragments!)
Ich ende mit einem Gedicht von Friedrich Hölderlin, das ich sehr gerne habe. (Wahrscheinlich habe ich es eh schon irgendwann mal hier gepostet. Dann ist es eine gute Wiederholung!):
Wenn aus der Tiefe kommt der Frühling in das Leben,
Es wundert sich der Mensch, und neue Worte streben
Aus Geistigkeit, die Freude kehret wieder
Und festlich machen sich Gesang und Lieder.
Das Leben findet sich aus Harmonie der Zeiten,
Daß immerdar den Sinn Natur und Geist geleiten,
Und die Vollkommenheit ist Eines in dem Geiste,
So findet vieles sich, und aus Natur das meiste.
d. 24 Mai 1758. Scardanelli.Mit Untertänigkeit
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