Die Tage laufen. Hitze wallt durch die Häuserschluchten. Das Leben vergeht. Habe einen weiteren lächerlich schlechten Film (The Ritual) angeschaut. Er war lächerlich schlecht. Weiterhin habe ich entschlossen, etwas Nützliches mit meiner Zeit anzufangen und mich deswegen für Mitte Juni zu einem Erste-Hilfe-Kurs angemeldet. Grund ist, dass es für mich ziemlich halbgar erscheint, einerseits mit einem Verbandskasten im Rucksack durch die Gegend zu laufen, andererseits aber im Ernstfall kaum zu wissen, wie man ihn verwendet und was zu tun ist. Diesem Missstande gedenke ich so abzuhelfen.
Mich zieht es irgendwie hinaus. Ich hoffe, am Sonntag wieder wandern gehen zu können. Diesmal wird es allein sein. Habe mir eine schöne Strecke ausgesucht, Gesamtdauer wahrscheinlich so sieben Stunden in gemütlichem Tempo. Würde gerne unterwegs auch wieder kochen und hoffe, bis dahin mein ebenfalls neulich bestelltes Bundeswehr-Kochgeschirr erhalten zu haben und es draußen testen zu können. Ich bin gespannt.
Dienstag, 17. Mai 2022
Hitze wallt
Samstag, 14. Mai 2022
Wochenende!
Das Wochenende läuft soweit ganz gut. Einstieg war gestern am Nachmittag mein inzwischen fester 5km-Lauf. Nachdem ich am Donnerstag eine Zeckenimpfung bekommen habe, ging ich davon aus, noch nicht ganz auf der Höhe zu sein und rechnete mit einer entsprechend "schlechteren" Zeit. Gegen Ende der Strecke kam ich auch ganz schön ins Schnaufen und mir schien's beinahe so, als würden sich die Kilometer endlos hinziehen wollen. Jedoch: ich biss mich durch. Und am Ende konnte ich dann feststellen, dass ich sogar schneller gelaufen bin als das letzte Mal, worauf ich ein bisschen stolz war. Ich bin nicht der typischer Läufer. Ich finde, dass Läufer eine ganz spezielle Sorte Mensch sind. Habe da durchaus auch meine Klischees, so vom dürren Manschgerl, das täglich irgendwelche irrsinnigen 20km-Strecken rennt und in abgedrehten Welten aus Herz-Kreislauf-Fachfragen und Funktionskleidung lebt. Ist natürlich nur mein leicht gehässiges Klischee (gespeist von Neid, versteht sich :)) ). Aber ich bin trotzdem kein Läufer. Über 10km zu laufen, wie es ein Freund von mir standardmäßig zur Abendunterhaltung macht (15 bis eben 20 Kilometer in seinem Fall), wäre nichts für mich. Ich würde in die Botanik kippen. Und ich sehe auch irgendwie den Sinn nicht. Das ist mir dann zu sehr auf Ausdauer gegangen. Für mich sind meine 5-Kilometer-Läufe ja auch eher wieder so lustige Herausforderungen und Wettkampf mit mir selber. Ja, genau.
Was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja, das Wochende. Es läuft jedenfalls gut an. Heute plane ich noch, eine kleine Runde auf den Nürnberger Trempelmarkt zu gehen und abends dann die Messe in einer Innenstadtkirche zu besuchen. Abends dann vielleicht einen Film und ein Bier zur Entspannung. Apropos Film: Filmbewertungen sind seltsam. Habe letzte Woche etwas gesehen, was auf einem seriösen Bewertungsportal mit 6,5 von 10 Punkten bewertet wurde. Normalerweise werde ich bei so einer fast niedrigen Bewertung skeptisch. Fand den Film aber relativ gut. Gestern dann sah ich mir den ebenfalls mit 6kommairgendwas bewerteten Film 12 Strong an. Ich war entsetzt. Habe mich lang nicht mehr so gelangweilt. Die Charaktere bleiben völlig flach und oberflächlich. Krieg wird mehr wie ein Abenteuerspiel gezeigt. Spannung kam auch nicht mal in geringen Mengen auf. Habe dann während des Filmes Kurznachrichten geschrieben, Wodka und Whisky getrunken und bin dann irgendwann vor dem Fernseher eingeschlafen... (Meine Uhr der Gesundheitsdiktatur hat dann gemeckert, dass ich so unregelmäßige Schlafenszeiten mit langen Wachphasen dazwischen hätte... Hey, du Hirsch, das ist keine reguläre Schlafenszeit mit Wachphase, das ist Koma aus Langeweile...)
Ich verabschiede mich für heute! Bis die Tage!
Dienstag, 22. März 2022
The Pacific
Seit ich die DVD-Box am Freitag erhalten habe, schaue ich Abend für Abend The Pacific an und bin ein wenig traurig, dass ich nur noch drei Folgen vor mir habe. Glaube, die Serie gefällt mir fast besser als Band of Brothers. Manch einer fragt dann verwundert, warum er sich denn solche Sachen, gerade momentan wegen des Krieges im Osten, anschauen will. Ob ich darauf so eine absolut zufriedenstellende Antwort geben kann, weiß ich nicht. Was ich grundsätzlich an Antikriegsfilmen und -Serien wichtig finde und mag, ist die Mahnung, die darin ist. Krieg wird dort ja keinesfalls als etwas am Ende gar wünschenswertes vorgestellt. Die Macher guter Antikriegsfilme zeigen ungeschminkt den Wahnsinn und Schrecken des Krieges. Gerade jetzt halte ich das eben für wichtig. (Disclaimer: ich bin leider kein Pazifist. Weltumspannende Abrüstung fände ich großartig, aber nachdem das eine schöne Utopie ist, glaube ich leider, dass gerade Demokratien eine starke und effiziente Armee benötigen, um im Fall des Falles gegen Despoten aller Art gerüstet zu sein. Aber das Thema geht jetzt zu weit).
Ein anderer Punkt, den ich schon immer an Antikriegsfilmen für mich nützlich fand, ist, dass sie eine Vorlage liefern für die Frage, wie der Mensch auf das Unsagbare und gerade unsagbar Schreckliche reagieren kann. Auch die Anfrage, die an den einzelnen Menschen dadurch herangetragen wird, dass man sich sagt, dass die Zivilisation oft leider nur eine sehr dünne Lackschicht ist. Auch so psychologische Fragestellungen. Die Frage nach dem Guten im Tal der Finsternis. Und so weiter.
Jedenfalls war die Anschaffung der DVD keine Fehlinvestition und ich kann Freunden des Genres
The Pacific nur sehr ans Herz legen.
Donnerstag, 17. März 2022
Auströpfeln
| Morgenszene am Wöhrder See |
Morgen. Morgen ist für mich eine spezielle Tageszeit. Voll jungen Lichts und still. Zeit für Gebet und Gedanken. Manchmal genieße ich da fast auch die alltäglichen Wege ein bisschen.
Habe mir dieser Tage die Miniserie The Pacific bestellt, weil mir Band of Brothers so gut gefallen hatte und weil ich irgendwie glaube, dass ich diese Art von Geschichte momentan brauche um irgendwas zu verarbeiten. Klingt jetzt seltsam, na und. Vielleicht gibt es also schon am Wochenende hier "Kinoabende".
Ansonsten tröpfelt die Woche so aus, unter Donnergrollen und leisem Wind durch Zweige am Morgen.
Dienstag, 15. Februar 2022
Midnight Kirmes
Das Wetter ist schön, die ersten Blumen kommen aus den Feldern hervor, höchste Zeit mal wieder etwas über seltsame Filmwerke aus den Untiefen der Dämonenkirmes zu verfassen.
Diesmal soll es um die Serie "Midnight Mass" gehen, die ich recht gut unterhalten und recht arg befremdet vor einiger Zeit angeschaut habe. Die grobe Zusammenfassung (Verdrehung und Verfälschung meinerseits ist vollumfänglich vorbehalten:)
In einer kleinen Stadt, die auf einer Insel liegt und für mich Assoziationen mit Innsmouth aus H. P. Lovecrafts "Schatten über Innsmouth" weckte, wird der ältliche und recht demente Gemeindepriester, welcher zuletzt auf einer Wallfahrt im Heiligen Land war, durch einen jungen und charismatischen Übergangspfarrer ersetzt. Dieser ist hochmotiviert und diensteifrig, die Gemeinde blüht auf, der wie in meinem Fall zuschauende gläubige Katholik seufzt auf und freut sich, und alles scheint ganz toll zu sein. Sogar wundersame Ereignisse wie Krankenheilungen passieren, sodass die recht vertrocknete Pfarrsekretärin, Religionslehrerin und wasnichtnoch in Personalunion euphorisch von einer "religiösen Erweckung" der Insel träumt.
Aber natürlich, wie könnte es anders sein, alles hat einen Haken! Plötzlich verschwinden auch Menschen und unheimlicher Kram passiert. Mit der Zeit erfährt der Zuschauer: unser hochmotivierter Pfarrer, der wahrscheinlich sogar im Alleingang den Synodalen Weg gesprengt hätte, ist nicht, was er zu sein scheint. Es handelt sich dabei tatsächlich um den alten Pfarrer, welcher im Sandsturm herumirrend in ferner orientalischer Wüstenei in eine Ruinenstadt taumelte. Dort fiel er einem Vampire zum Opfer. Dieser gab dem Mann von seinem Blut zu trinken, worauf der Pfarrer verjüngt und vollkommen körperlich saniert wieder das Licht des Tages sieht. Kurzentschlossen packt nun der Pfarrer den Vampir, den er für einen Engel hält, in einen Koffer (ähem...) und nimmt ihn mit in seine Pfarrei um mittels des vampyrisch Bluth, welches er in den Messwein träufelt, allerhand Leiden zu kurieren. Alles artet natürlich immer weiter aus, irgendwann kann Hochwürden auch nur noch nachts die Messe lesen, um nicht von der Sonne gebrannt zu werden und das große Finale kommt dann in der Osternacht... Zu diesem Zeitpunkt war die Serie für mich leider schon bereits vollkommen ins Absurde abgedriftet und jedes unheimliche Geheimnis irgendwie toterklärt. Zum Schluß kommen noch allerhand familiäre Verstrickungen heraus, Zombievampire durchrennen die Osternacht und die Stadt wird in Brand gesteckt, bevor zu kitschig-emotionaler Abschlußmusik ein ebenso kitschig-emotionales Plädoyer für den Atheismus und für das ganz zauberhafte Zerfallen des Menschen in Atome gehalten wird. Wie gesagt: Ganz zauberhaft. Zum End' hin geht die Sonne über dem Kriegsgebiet, das so von der Stadt geblieben ist auf, woraufhin alles Vampyrische verglüht. (Bzw. wahrscheinlich gemäß des Kitschepilogs ganz wunderbar wieder zu Einem wird.)
Bis ungefähr zur Hälfte stellt die Serie übrigens auch manchmal ganz interessante moralische Fragen in den Raum. Ich habe mich insgesamt auf seltsame Weise ganz gut amüsiert und nebenher (tatsächlich) auch manchen wunderbaren Aspekt der katholischen Spiritualität wieder neu lieben gelernt.
Insgesamt sei "Midnight Mass" allen Freunden des Vampirs im Koffer und käsiger Elektro-Epilog-Musik herzlich empfohlen!
Sonntag, 6. Februar 2022
Wandern, Wetter, Dämonenkirmes
Eigentlich wollte ich heute wandern. Jedoch hat mich der Wetterbericht ein wenig irritiert, wo mal von trockenem, ruhigem Wetter mit ein bisschen Wind die Rede war, mal von Starkregen und Sturmböen. Aktuell sieht es zumindest hier in Nürnberg eher nach erster Option aus. Naja. Man muss halt eine Entscheidung treffen. Ein ander' Mal wieder...
Habe mir dieser Tage die Serie Archive 81 angeschaut. Bzw. bis zu einem Teil. Der Wendepunkt kam, als ich bei einer der Folgen eingeschlafen bin. Wurde mir gar zu langweilig. Archive 81 hat einige Punkte, die ansich sehr gruselig sind und die in die richtige Richtung entwickelt wirklich große Unterhaltung versprochen hätten. Aber ehrlich: Will man eine Hauptfigur, die, als sie auf einen mysteriösen, unheiligen Kult aufmerksam wird, die entsprechenden Kultisten mit zornesrotem, verheultem Freibiergesicht auf ihre Verwicklung darin anspricht? Mir hätte nur noch gefehlt, dass sie auf die Hausordnung verweist, nach der okkulte Untaten in der Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr strengstens verboten sind und auch im Waschkeller am Freitag... wegen der Putzfrau. Und bitte verbrennen Sie keinen Weihrauch vor ihrem Götzenbild! Der Geruch stört die anderen Parteien im Hause.
Auch dieses typische Verschwörungsmotiv hat mich nicht richtig unterhalten. Nunja. Ab in die Dämonenkirmes damit.
Mittwoch, 17. November 2021
Ins Ungeheure, ins Lichtferne
Leichter, kalter Nieselregen, wie eine graue Decke aus Wasser über der Stadt. Die Stadt verpuppt sich zu irgendetwas Ungutem, so will mir scheinen. Zu einem schwarzen Tieren mit hohlen, kalten Augen; und blickt nach oben ins Ungeheure, ins Lichtferne.
Morgens klingelt der Wecker früh. Derzeit schäle ich mich dann erschöpft aus den Federn. Die Tage verbringe ich mit geistigem Herumhängen und Stellung halten. Teilweise schändlicherweise mit Prokrastination und Gammlertum. Die Stunden tagsüber vergehen mit halbherzigen Witzen und Reden um des Redens uns Zeittotschlagens willen. Und abends sinkt dann die Dunkelheit herab.
Habe mir aus Interesse "Komm und sieh" bestellt. War ja ein Vorhaben von mir, in der "neuen Zeit" wieder mehr fordernde Filme zu gucken. Ansonsten lese ich seit gefühlt Jahrhunderten an Shirley Jacksons "Hangsaman", das momentan gegen Ende mit ziemlichen Längen aufwartet. Insiderhumor zweier Collegestudentinnen, Tarotanspielungen... Ich warte drauf, dass jetzt mal ein Punkt in der Erzählung gemacht wird.
Was mir Freude bereitet, ist Handschrift, besonders eben in der alten deutschen Schreibschrift. Leider scheint bei der Zeitenwende im August auch mein bereits vor Jahren gekauftes Übungsheft verlorengegangen zu sein. Daher habe ich heute kurzerhand beschlossen, den kleinen Kurs neu beim Bund für deutsche Schrift und Sprache zu bestellen. Sollte das Heftchen dann wieder auftauchen, kann ich die "Zweitausgabe" ja verschenken.
Ich komme zum Ende, mit schönen Grüßen, auf bald!
Sonntag, 1. August 2021
Letzte Julitage und erster August
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| Wallfahrtskirche Mariahilf Freystadt |
Die letzten Tage waren recht aktiv. Am Donnerstag gab es eine Kleingruppenwallfahrt mit anschließender Wanderung nach Mariahilf in Freystadt. War dort vor etwas weniger als einem Jahr schonmal und es war wirklich gut, erneut dorthin zu fahren. Nach dem Gottesdienst ging es eine kleine Runde in das Örtchen Möning, später noch an den Rothsee.
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| Felder bei Aßlschwang |
Ursprünglich hatte ich dann für den Freitag eine Wanderung ab Schnaittach geplant. Die Perspektive, mich durch baustellenbedingte Umleitungen zu meinem entsprechenden Bahnhof zu quälen und überhaupt Bahn zu fahren, erfreute mich dann aber wenig. So entschloss ich, ganz unkompliziert eine Radtour in Richtung Leinburg zu den dortigen Flechten-Kiefernwäldern zu unternehmen. Angenehm war es, durch diese menschenleeren Abschnitte über Waldwege dahinzufahren, ab und zu zu halten, den Standort auf der Karte zu überprüfen, den weiteren Weg zu überlegen. Stille den Nachmittag hindurch, im Schatten der Bäume.
Gestern galt es, den Alltag etwas zu organisieren. Abends besuchte ich den Gottesdienst, anschließend bereitete ich mir ein mediterran inspiriertes Kartoffelgericht zu und schaute den ersten Teil der Herr-der-Ringe-Verfilmung an, trank dazu ein Starkbier und ging anschließend zu Bett, um in seltsame Träume hineingezogen zu werden.
Dienstag, 12. Mai 2020
Tag der Schafschur
Gestern Abend schauten wir uns "The Nun" im Filmabspielapparat an. Nun ist der Film derart uninteressant, dass er nicht mal für die Daemonenkirmes hier taugt. Eigentlich schade, weil so manches Element ganz passabel verarbeitet werden hätte können. So geblieben ist nur ein endloser Heerwurm der Klischees und unorigineller Versatzstücke aus der Mottenkiste des Horrorfilms.
Gut tut mir momentan das nach wie vor praktizierte Beten des Rosenkranzes. Das ist so eine wundervolle Art des Gebets. Man kann unendlich viel mit hineinnehmen, Sorgen, Freuden, Anliegen anderer Personen und verschiedenste Umstände, man bearbeitet das dann aber nicht wörtlich. Man lässt wirken, hört hin und schweigt, während man die Worte der Gebete spricht. Eine fast mystische Erfahrung manches Mal und mir sehr hilfreich.
Donnerstag, 30. April 2020
Verónica... der unheimlichste Film der Filmgeschichte? (Saloppe Zusammenfassung)
hiermit nehme ich ein altes Hobby von mir wieder auf in dem ich unter dem klangschönen Label "Daemonenkirmes" mehr oder minder sinnvolle Äußerungen zu Horrorfilmen tätige. Besonders gerne zu etwas abstrusen Produkten. Aber nicht nur. Beginnen wir mit "Verónica", den die DdH und ich neulich sahen:
Bei Verónica handelt es sich meiner Meinung nach um einen soliden Gruselstreifen aus dem Themenfeld "Heimsuchung durch Geister, Dämonen oder anderes unerfreuliches Getier". Beworben wurde der Film damit, dass die meisten Zuschauer ihn vorzeitig abbrächen, weil sie ihn zu unheimlich fänden... nun... soweit ich weiß, gibt es über die Gründe für einen Filmabbruch noch keine verlässlichen Studien. Vielleicht war den Zuschauern das Produkt also auch nur zu doof, zu intellektuell oder vielleicht war der Sonntagsbraten am anbrennen. Niemand weiß das so genau. Was man hingegen getrost annehmen darf, ist, dass es eben in dem Bereich auch schon originellere Machwerke gab, wahrscheinlich auch unheimlichere.
Zusammenfassung:
In "Verónica" geht es um die Teenagerin Verónica, die mit Freundinnen gemeinsam aus einer Mischung aus Neugier, Langeweile und Dummheit während einer Sonnenfinsternis in der Schulpause eine Geisterbeschwörung durchführt, die, wer hätte das gedacht, ziemlich schief geht. Die beschworene Wesenheit ist nämlich, so zeigt sich, weder besonders nett noch eben gerade kooperativ. Eigentlich ein ziemlicher Kotzbrocken. Infolge der Beschwörung begleitet das bösartige Wesen die junge Dame (die im übrigen ziemlich coole Musik hört) hartnäckig, wirft Gegenstände herum, macht elektronische Geräte an und aus, erscheint ihr in Albträumen und Visionen, von denen man nie so recht weiß, ob sie Wirklichkeit oder eben Visionen sind, macht Lärm, verfärbt die Unterseite von Matratzen und belästigt Verónicas kleine Geschwister, mit deren Betreuung das Mädel ungefragt von ihrer Mutter quasi dauerhaft beaufragt ist. Bald wird klar: die okkulte Mittagspause war eine richtige Scheißidee. Die Protagonistin versucht nun verzweifelt ein paar Tricks aus billiger Esoterikliteratur um das paranormale Mistvieh wieder loszuwerden, aber nichts hilft. Schlußendlich wird sie sogar von ihren besten Freundinnen gemieden und scheel angeschaut. Tja, wie der Volksmund weiß: Wer den Dämon hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Alles eskaliert immer weiter, Verónica tut's inzwischen auch ordentlich leid, sich mit den Niederhöllen eingelassen zu haben, aber zu spät, und der Film endet, begleitet von wabernder Musik, auch folgerichtig in einem Szenarium nachtschwarzen Desasters. Nachgeschoben wird der Hinweis, dass es sich angeblich um eine "auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte" ™ handele, raun raun. Wahrscheinlich so wahr wie die Abbrüche wegen des zu hohen Gruselfaktors.
Gruselfaktor hingegen ist ganz allgemein durchaus gegeben und der Autor dieser Zeile hat mehrere Nächte immer erstmal vorsichtig durch den Gang gelinst, bevor er nächtens z. B. das stille Örtchen aufsuchte oder zum Mitternachtsmahle die Küche.
Die Moral von der Geschicht': Daimonen und andere finstere Mächte nur beschwören, wenn man Borbarad heißt. Vielleicht hätte sie jemand fragen sollen, der sich damit auskennt.
Mittwoch, 23. Mai 2018
Langeweile und beschwipstes Fernsehen
Falls Sie also heute nichts vorhaben und lieber im Haus bleiben wollen, möchte ich Ihnen folgend einen Tipp zu (naja) guter Unterhaltung geben.
Und zwar sahen die Damen des Hauses und ich neulich (und völlig nüchtern) die Episode "Sonnenwende" der beliebten Krimireihe "Tatort" an. Um es kurz zu machen: wir fanden diese so richtig doof! Da drischt man die Klischees bis es staubt und raucht. Ein (anfänglich noch nicht als solcher erkennbarer) Mord im Umfeld rechtsextremer Ökobauern im Schwarzwald. Eine verbotene Liebe der des Umfeldes überdrüssigen Tochter des Hauses zu (genau!) einem Ausländer. Dunkle Machenschaften des Verfassungsschutzes. Der Staat, der alles vertuschen will. Man kann sowas bestimmt auch gut erzählen. Man kann aber auch auf allerhand Wohnzimmerklischees herumreiten, bis sich die Balken biegen. Wer aber gerne betrunken fernsehen möchte, voila!, hier ist der perfekte Film dafür!
Mein Lieblingssatz aus der Folge ist übrigens (so ungefähr): "Und das da drüben, das ist Gerwald mit seiner Sippe aus Bayern" ... und dem ist dann auch schon garnichts mehr hinzuzufügen.
... oder vielleicht doch (schnell noch tatsächliche Hintergründe):
Artamanen (Eintrag bei Wikipedia)
Montag, 20. März 2017
Montagskrankheit und Film
Ansonsten haben wir in den letzten Tagen Filme mit Jake Gyllenhaal angeschaut. Prisoners sowie Nightcrawler. Bin recht angetan. Klar, die Filme hatten schon auch Schwächen, aber insgesamt gefielen mir beide der Filme gut. Noch faszinierender fand ich den Vergleich der Charaktere, die von Gyllenhaal gespielt wurden. Komplett anderer Mensch! Hat mir gefallen.
So, jetzt trinke ich eine Flasche Kaffee und warte darauf, dass die Vögel draußen ihr Abendlied fertig gesungen haben.
Dienstag, 31. Januar 2017
Vielleicht
Am Samstag haben wir uns hier Bergmans "Das Gesicht" angesehen, und ich muss sagen, dass der Film auch beim zweiten Mal für mich ein Klassiker bleibt.
Ansonsten ist hier im Hause derzeit "The man in the high castle" angesagt. Irgendwie erschreckend und gespenstisch, die Gesichte dahinter. Halten Sie die Ohren steif und fallen sie nicht ins Wasser! Bis dahin!
Sonntag, 14. August 2016
"Children of Men"
Nun, die Realität des Filmerlebnisses war eine andere. "Children of Men" spielt, das ist für mich die große Schwäche, in einer Weltsituation, die der Erklärung bedürfte, und aus deren Erklärung auch viel für den Film zu holen gewesen wäre. Allerdings bleibt der Film fast jede Erklärung schuldig. Das Weltgeschehen im Filmszenario wird allerhöchstens wage angedeutet, via nebenher laufende Radio- und Fernsehprogramme. Die Hauptfiguren laufen an in Käfige gesperrten "illegalen Einwanderern" vorbei, man erfährt allerdings nicht, warum in aller Welt der halbe Globus es unbedingt darauf abgesehen haben soll, in ein im Film reichlich heruntergekommenes und düsteres Großbritannien einzuwandern. Eine Terroristengruppe namens "Fishes" (???) spielt eine wichtige Rolle, woher der Name kommt, was die Terroristen wollen, und warum einer der ihren so versessen ist, den zweiten Hauptcharakter hinzumorden, geschenkt, eine Erklärung dazu wird ebenfalls nicht geliefert. Auch nicht, warum der deutsche Untertitel aus den "Fish-"Terrorists die "Es"-Terroristen" macht. "Es"? Gut. Damit muss man jetzt auskommen. Und warum dann der große Aufstand passiert, wogegen oder wofür aufgestanden wird, wird auch nicht erklärt.
Gegen Ende kommt dann die ein oder andere Szene, die ich richtig eindrucksvoll finde. Schade, dass eben diese starken Stellen nicht auf dem Fundament einer soliden Geschichte passieren. So bleibt bei mir nach dem Gucken nur das Gefühl, einen kollagenhaft mit Schreckensbildern von Islamismus, Krieg, Terror, Niedergang, durchwobenen, aber dann wieder mit zuviel einschläferndem, starkem Küstennebel und unbefriedigenden Andeutungen gestreckten Albtraum angesehen zu haben. Vielleicht hätten die Macher lieber einen Kurzfilm versuchen sollen? Zurück bleibt, wie eventuell nach einer langen, dumpfen Partynacht mit zuviel Küstennebel die Feststellung: "Ja, teilweise war es echt gut, aber vielleicht hätte ich meine Zeit besser anders verwenden sollen?" Schade, dass die guten Szenen und Momente nicht die Oberhand gewinnen konnten.
2,5 von 5 Sternen.
(Der Film basiert auf einem Buch. Vielleicht ist das besser?)
Sonntag, 12. Juni 2016
Wahnfried în timpul iernii și
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| So oder so sieht der Himmel andauernd aus... |
Andauernd regnet es (siehe Beweisfoto), und ich bin müde und erschöpft (was zwei unterschiedliche Dinge sind).
Das Wochenende war hektisch (und dieser Satz ist so oder so ähnlich fast schon ein Klischee geworden), und jetzt wünsche ich mir Ruhe.
Mein Basteln am Kalifornien-Szenario geht ein bisschen voran, und ich habe von einem Menschen namens shiftygiant (ja, das steht auch so in seiner Geburtsurkunde) eine Flagge für die hispanische Republik Kalifornien bekommen. Außerdem will ich demnächst eine Karte der Ereignisse erstellen, drücke mich momentan aber noch ganz hervorragend davor, weil ich Angst habe, es nicht anständig hinzukriegen. Wobei das Computerkarteln ja meistens den Vorteil der Undo-Funktion hat...
Gestern Abend haben wir uns The Draughtsman’s Contract / Der Kontrakt des Zeichners von Peter Greenaway angeschaut und dazu Bier aus dem Hause Hofmann getrunken. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Intrigengeflecht am Ende nicht mehr ganz durchschaut habe, was bestimmt dem Filmgenuss eine entscheidende Dimension genommen hat. Trotzdem empfand ich es (nicht nur wegen des Bieres) als ein sehr kurzweiliges Vergnügen. Tiere, die auf der Wiese grasen, haben die Erlaubnis, damit fortzufahren. Oder so. Drei von fünfen Sternen. ***
Später geht es ins honorige Restaurant Heilig-Geist-Spital. Vielleicht erfolgt dann auch eine Kritik, ein Bericht, oder etwas in der Art.
Ansonsten habe ich die Kunde vernommen, dass zu Berlin der Alexanderplatz gesperrt wurde, wegen eines unidentifizerten Gegenstands, der sich später als Friteuse zu erkennen gegeben hat.
Ähnliches passierte in einem IC zwischen Schwein- und Ochsenfurt. Dort tauchte aus heiterem Himmel der Kulturbeutel von Frauke P. auf und musste von einem Polizeikommando in Gewahrsam genommen werden. In Ochsenfurt wartet er nun darauf, abgeholt zu werden. Schönen Abend!
Sonntag, 5. Juni 2016
Sonntags: Donner und Licht fliehen über die Stadt fort
Der Film, den wir letztenendes angeschaut haben, war dann tatsächlich der deutsche Film. Wir wollten aufs Meer. Was ist jetzt auf die Schnelle dazu zu sagen? Mir hat Wir wollten... sehr gut gefallen, würde ihn aktuell mit vier von fünf Sternen bewerten. Ein gedankenvolles Abbild des Lebens in einem Staat, der sich auf Überwachung stützt. Menschen haben in jeder Gesellschaftsordnung Träume und Schwächen, und eine Diktatur nutzt das aus. Was hätte man selbst getan? Diese Frage habe ich mir dann ehrlich gestellt. Aber jeder sehe sich den Film selber an und entscheide für sich selbst.
Am Samstagabend landete dann plötzlich Sushi auf unseren Tellern, das sehr lecker (und selbstgemacht, daher noch leckerer) war. Dazu gab es einen aus Erdbeeren und grünem Spargel zusammengesetzten Salat, der auch extraordinär schmackhaft gewesen ist!
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| Am Rande: Japanisch inspirierte Speisen |
Am Sonntagmorgen: Gewitter und drohender Donner. Kegelbahn in den Wolken. Das Wetter schlägt eigenartige Kapriolen, und gegen Mittag ist wieder alles soweit in Ordnung. Heiter lacht die Sonne auf mich herunter, sagt: "Mach ein paar Fotos, es ist fast schon Sommer!", ich knurre ihr ins Gesicht und sie zeigt mir den Vogel. "Tölpel!"
Nach Mittagessen, Diskussion, und Vorbeischleifens an einer Bank fängt das Donnern wieder an. Das Wetter verhüllt seinen Himmel schwarz, und in den Straßen feiert man Sankt-Florians-Prinzip und Schwarzmalereien.
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| "Sankt Florian, Sankt Florian..." |
Freitag, 3. Juni 2016
Beute / Über das Problem der gefühlten Öffnungszeiten
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| Theater, damals im Mai |
Heute hat mich der Regen kurzzeitig dazu gezwungen, in die Stadtbibliothek zu huschen.
Dort konnte ich tatsächlich ein paar Filme erbeuten, die weder aus Deutschland kamen (gut, einer kommt trotzdem aus Deutschland; über meine "Leidenschaft" für deutsche Filme neueren Datums vielleicht irgendwann mal mehr, wenn meine Laune schlechter ist), noch deren Kurzbeschreibung seltsam klang. Das wäre auch mal ein Thema für einen Post: Das Weglegen von Filmen nach demLesen des ersten Halbsatzes der Kurzbeschreibung. Wie dem auch sei...
Die Beutestücke sind:
- Zoran - Mein Neffe der Idiot
- Wir wollten aufs Meer (deutsch...)
- The Lion in Winter
- Der Kontrakt des Zeichners
- Das Kabinett des Doktor Parnassus
- Die Stadt der Blinden
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Das zweite Thema, das ich heute ansprechen möchte, ist eher wissenschaftlich. Es betrifft das Problem der Gefühlten Öffnungszeiten.
Unter Gefühlter Öffnungszeit versteht die seriöse Wissenschaft die Zeiten, zu denen das gesunde Volksempfinden einfach fühlt, dass eine bestimmte Stelle (ein Arzt, ein Amt, der Laden um die Ecke ... ) offen haben muss. "Das-geht-doch-nich-dassdie-jetz-jeschlossn ham!"
Es ist nun immer häufiger von der seriösen Wissenschaft beobachtet worden, dass in so einem Fall von Gefühlter Öffnungszeit tatsächlich, entgegen aller Informationen auf Visitenkarten, Eingangsschildern, und geltenden Landesgesetzen zuwider, an gewünschter Stelle geöffnet ist.
In einem bemerkenswerten Extremfall ist es sogar schon gelungen, eine Allgemeinarztpraxis in Fürth Vach an einem Samstag um 22:07 Uhr Ortszeit auf zu fühlen. Der Allgemeinarzt ist seitdem im Vorruhestand.
Einen fröhlichen Freitag Ihnen, werte Leserin oder werter Leser, bleiben Sie gesund!
Montag, 30. Mai 2016
Film: Sista Kontraktet
Der deutsche Titel des Werks ist "Der letzte Mord", was ich ein bisschen albern finde. Das klingt ziemlich nach "Meine letzte Zigarette", und "Du, Schatz, morgen lasse ich das Morden sein, und werde Flussschiffer am Rhein...". Also irgendwie albern. Aber das soll nicht weiter stören.
Der Film selbst hat mir ganz gut gefallen. Ungefähr drei von fünf Sternen, (womit ich bei den im Netz zu findenden Bewertungen ganz gut im Durchschnitt zu liegen scheine.... :) )
Beklemmung, Nervenkrieg, Paranoia, was vielleicht auch trotz der teilweisen Handlungsschwächen (-lücken?) den sehr guten Schauspielern zu verdanken ist.
Was mir an der DVD-Version, die wir in die Finger bekamen, nicht gefallen hat, war, dass es keine dt. Untertitel gab, mit deren Hilfe man den Film in schwedischer Originalsprache hätte ansehen können. Also auf deutsch. Und die deutsche Übersetzung war inkonsequent. So war an einigen Stellen Palme bei einer Ansprache zu sehen, er redete aber in Schwedisch, und trotzdem ohne Untertitel , sodass man als nicht der schwedischen Sprache mächtiger Mensch keine Ahnung hat, was er gesagt hat, ob es wichtig war oder nicht. Auch ein Zitat, das am Filmschluss eingeblendet wird, wird einfach nicht übersetzt. Und so tappe ich noch immer im Dunkeln, was da noch bedeutungsschwer orakelt wurde.
Dennoch: Ein sehr guter Film mit gesunder Portion Nervenkitzel, wenn man das Genre denn mag!






