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Mittwoch, 13. April 2022

Ein eigenartiges Phänomen

 
Nun wird es Zeit, wieder etwas zu schreiben. Es ist Mittwoch in der Karwoche und ich bin milde erschöpft. Ich weiß garnicht, wieso.
Ein eigenartiges Phänomen hat sich derweilen bei mir eingestellt. Und zwar bemerke ich, wie es mich in den Pausen von der Erwerbstätigkeiten derzeit immer wieder ins Menschengetümmel zieht. Einfaches Herumlaufen, mit Sonnebrille auf der Nase. Den Geruch von Espresso aus Cafes riechen. Die Sonne genießen. Schöne Menschen sehen. Was ist kaputt mit mir? Es scheint mir gar manchmal, als wäre ich ein Teil von all dem.  Jedoch nur in besonders übermütigen Momenten. Vielleicht heißt dieses Phänomen Frühling?

Donnerstag, 30. September 2021

Letzter September

 
Gerade mache ich mir ein wenig Gedanken, nachdem sich das Gespräch am Montag ein bisschen gesetzt hat. Ja, ich bin teilweise wirklich wütend. Ich habe die Nase voll von teilweise sogar Geistlichen, die mir so Sätze mitgeben wie "Die Bibel ist ein Märchenbuch" oder so Aussagen bringen, die Auferstehungsberichte seien eben die antike Art, die Idee auszudrücken, dass Jesus irgendwie noch leben würde. Ich finde solche Aussagen erstens hochproblematisch und zweitens fühle ich mich mit sowas dann auch im Stich gelassen. Natürlich, eine Person, die Jahre damit zugebracht hat, ausschließlich über geistliche Themen zu reflektieren, ist wahrscheinlich im Glauben auch auf eine andere Art gefestigt und sieht das vielleicht garnicht, dass solche Spitzen Redebedarf nach sich ziehen. Vielleicht aber auch Schwachsinn. Mich verunsichert das jedenfalls und ich finde es mühsam und anstrengend, dann jedes Mal Wochen damit zuzubringen, mich innerlich in Gedanken aufzureiben, bis ich meine eigene Theologie wieder im Lot habe (also nicht im Sinne von "alle Widersprüche unterdrückt habe", sondern nachgedacht, hinterfragt, Fragen verworfen, andere Fragen zugelassen... ...). Das sind echt schlimme Stunden für mich und das macht keinen Spaß. Vielleicht ist es wichtig, mag sein. Aber doch bitte nicht ohne Begleitung und Hilfestellung. Überhaupt habe ich gerade die Nase voll von diesem "Einzelkämpferchristentum" und wünsche mir echte Gemeinschaft. Keine Laberrunde, wo einzelne Personen dann das Wort dauerhaft annektieren und ihre exklusive Weltsicht aufdrängen. Keine Gemeinschaft pro forma, wo dann aber doch wieder jeder für sich steht. Irgendwas tieferes.
Überhaupt, was ist das denn für ein unsäglicher Käse? Diese "Idee, dass Jesus irgendwie noch lebt" ohne richtige Erklärung dieser totalen Kehrtwende einer Anhängerschar, die gerade angesehen hat, wie ihr Meister buchstäblich körperlich vernichtet wurde. Wegen irgendeiner Softcore-Idee? So ein unglaublicher Quatsch! Ich merke das an mir selber, für so eine Idee, oder irgendein Geschwafel darüber, dass die Liebe siegt oder "von irgendwoher ein kleines Lichtlein kommt", bräuchte ich keinen Glauben und keine Kirche. Wenn das der Kern der Sache sein sollte, empfehle ich, die Kirche aufzulösen, weil man dan besser was anständiges lernt oder sich erschießt. Diese ganze Welt ist so unglaublich schwachsinnig und banal manchmal. Ein riesiger Zirkus des Grotesken. Soll es das gewesen sein? Ich hoffe und glaube nicht. Ich muss irgendwo hin, wo man die ganze Frage ernst nimmt, wo das ungeheuerliche Ausmaß der Bedeutung der Frage nach Gott gewürdigt wird. Wo Platz für die Suche und das Fragen nach ihn ist. Ohne "...ist ein Märchenbuch" und irgendwelche halbgaren Ideen. Isch habe fertich!

Sonntag, 29. August 2021

Eisenluft


Sonntag. Wünsche mir, ein paar Fotos zu machen, ruhige Spaziergänge und ansonsten von Anforderungen aller Art verschont zu bleiben. Menschen sind gut, aber wenn sie dann momentan noch wunderwas von mir erwarten, brauche ich sie nicht. Herbstsonne, die Luft ist aus Eisen und die Vögel sitzen nachdenklich auf ihren Zweigen.


Mittwoch, 25. August 2021

Batterien unendlich leer

In der Gaststube


 
Ende August. Fast schon früher Herbst. Die Morgen sind kühl, meine Batterien sind unendlich leer. Habe seit meiner privaten Katastrophe anfang August viel Freundlichkeit erfahren. Und nun kommt die Phase, wo das langsam abebbt. Zurück bleibt dieses umfassende Gefühl der Einsamkeit in den ersten Momenten. Skeptisch in die Zukunft sehen. Furcht vor der Einsicht, dass die vielen schönen Momente, die es ja auch gab, zu nur bedeutungslosen Erinnerungen degradiert werden, von einer unbarmherzigen Geschichte. Wie gesagt, ich bin sehr müde. Aber aufgeben werde ich nicht.
Und ich wünsche mir, wenn so die goldene (fast) Herbstsonne herunterscheint, die Berge zu sehen.


Montag, 16. August 2021

Been where? Done what?

 

Weg am Abend



Der Tag vertost.
Die Wege werden weit

Der Glanz verglost.
Erzitternd zagt die Zeit.

Der Trauer Trost -
Weich wallt die Dunkelheit.

Friedrich Wilhelm Wagner: Abend




  • Ein paar Tage rumgebracht.
  • Boxtraining gemacht
  • Schuhe gekauft.
  • Mit Sportkameraden Whisky getrunken und Metal gehört.
  • In der Dunkelheit gesessen.
  • Leute verärgert.
  • Alte Platten gehört.

    Dinge...


Dienstag, 3. August 2021

Die Vergangenheit von gestern ist auch irgendwann nicht mehr cool

 
Ein Freund bot mir heute ("natürlich geschenkt!") ein T-Shirt einer Band, in der ich vor mehr als zehn Jahren aktiv war an. "Ich habe keine Gelegenheit mehr, es zu tragen. Vielleicht willst du es...".
Habe dann freundlich abgelehnt. Etwas, das schon so oll ist, dass es einstige Käufer dem einstigen Verkäufer zurückschenken wollen mit dem Hinweis, dass es keine Gelegenheit mehr gibt, es zu verwenden, will auch ich nicht mehr, auch nicht geschenkt, vielen Dank! Irgendwann ist auch die Vergangenheit der Vergangenheit ziemlich lang vergangen und nicht mal mehr als "retro" schick...


Mittwoch, 21. Juli 2021

Etliches fiel unter die Dornen

 
In einer Woche nahen für mich Tage der Auffrischung. Warum ich das erwähne ist, weil ich mir relativ viel vorgenommen habe. So möchte ich z. B. eine erneute Kleinwallfahrt nach Mariahilf in Neumarkt unternehmen und eine Wanderung von Schnaittach nach Vorra steht auch auf dem Programm. Mal sehen, was da kommt.


Das heutige Tagesevangelium, so altbekannt es vielleicht sein mag, hat für mich heute eine gewisse Aktualität:

Matthäus 13,1-9
1 An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an das Meer. 2 Und es versammelte sich viel Volks zu ihm, also daß er in das Schiff trat und saß, und alles Volk stand am Ufer. 3 Und er redete zu ihnen mancherlei durch Gleichnisse und sprach: Siehe, es ging ein Säemann aus, zu säen. 4 Und indem er säte, fiel etliches an den Weg; da kamen die Vögel und fraßen's auf. 5 Etliches fiel in das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und ging bald auf, darum daß es nicht tiefe Erde hatte. 6 Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und dieweil es nicht Wurzel hatte, ward es dürre. 7 Etliches fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten's. 8 Etliches fiel auf gutes Land und trug Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig, etliches dreißigfältig. 9 Wer Ohren hat zu hören, der höre!

⇒ Was ist es, was Leute heute davon abhält, das Evangelium anzunehmen? Was steht den zeitgenössischen Menschen im Wege, um zu glauben? Manchmal hört man ja schon Sätze wie "Ich würde das total gerne glauben, aber ich kann es einfach nicht...". Ging mir früher genauso. Ab und zu habe ich den Eindruck, dass die Reaktion der Kirche hierzulande eher in Richtung "Besseres Programm anbieten! In aktuellen Fragen des Zeitgeschehens mitmischen!". Klar, das ist teilweise wichtig. Aber ist es wirklich das, was für den Glauben zählt? Eine schlaue Antwort habe ich nun nicht direkt, bin aber der Meinung, dass es nicht die Verpackung allein ist. Es hat vielleicht auch (unpopulär Meinung!) mit der Bereitschaft des Empfängers einer Botschaft, tatsächlich hinzuhören, zu tun. Und mit Beziehung. Ich wünsche mir, dass viele Menschen für sich erkennen, dass das ganze alltägliche Hamsterradrennen noch nicht alles sein kann, nicht sein darf. Und dann offen werden, auch für das Evangelium von Jesus Christus.



Dienstag, 13. Juli 2021

Sommertage

Blick auf den Burggarten


Dies sind die Sommertage, die sich wie Heimat anfühlen sollten. Wenn man Zeit hat. Aus dem Fenster sehen und in die Ferne schweifen. Doch holt uns das mechanische Hämmern der Straßenbahnen zurück in den ewigen Zirkelschluß der großen Stadt, für jetzt. Wir warten und fühlen uns so halb & halb.

Habe dieser Tage einen Spaziergang unternommen, zu der Stelle, an dem das Haus stand, in dem ein Vorfahre von mir, seines Zeichen Müllers, lebte. Irgendwie kommt mir diese Stadt wie eine einzige Kolonie vor, besiedelt von Gespenstern und Tagalbträumen. Lieblingsplätze wollen erkämpft sein, gegen die Zeit und gegen die schiere Anzahl an Menschen. An solchen Tagen ziehen Wolken über den Himmel und das Haus Gottes, so scheint es, hält seine Tore geschlossen, vor dem ewig heimatlosen Menschen.

Montag, 21. Juni 2021

Gift: Perfektionismus

 
Am Wochenende versuchte ich, einer Freundin von mir Midgard nahezubringen. Geschehen sollte dies im Rahmen eines entspannten gemeinsamen Charakterbaus zu Testzwecken. Nun, liebe Leser, das Vorhaben scheiterte grandios, und zwar an Perfektionismus der Gegenseite, die einfach nicht mit dem System und mit den zur Auswahl stehenden Möglichkeiten und Regeleigenheiten warm wurde. Zu Beginn versuchte ich noch, Wege durch das Dickicht zu bahnen und anzuregen, Hausregeln zu entwickeln, irgendwann wurde dieser Versuch jedoch deutlich absurd und immer impraktikabler... So gestand ich mein Scheitern in dieser Angelegenheit ein und radelte betrübt in den Sonnenuntergang.

Mittwoch, 24. März 2021

Das Jahr rauscht in die Welt hinein, unter Sonnenstrahlen

Es zeigt sich erstes Grün

 
Frühling und Knospen. Das Jahr rauscht in die Welt, unter Sonnenstrahlen. Die Menschen reißen sich ihre Masken vom Gesicht und tänzeln durch die Fußgängerzone in der Altstadt. Es war ja alles nur ein dummer Scherz, haha. Ja, haha!, röchelt man sich zu und hat schon eine Weinschorle in der Hand. Nur ein dummer Scherz, haha. Die Regierung (angeblich.) unseres Landes (wahrscheinlich.) in Berlin (angeblich.) hat unterdessen den Vergeigungs-Lockdown auch wieder vergeigt und kurzerhand mangels Publikumsbeteiligung wieder abgesagt. Entschuldigt, Volksmassen, war nur ein dummer Scherz.
Während ich versuche, mir mit Händen und Ellenbogen eine Gasse durch die Massen röchelnder Weintrinker in der Fußgängerzone zu bahnen, spielt ein Straßenmusikant "So ein Tag so wunderschön wie heute!" auf seinem Akkordeon, unter blankem, blauen Himmel...

Samstag, 20. Februar 2021

Aus dem Sumpf

In Gesellschaft drehender Eukalyptusfelder

 
Manchmal weiß ich nicht, ob wir hier jemals wieder rauskommen. Ob der Tag kommt, wo man nicht mehr diesen penetranten Maskengeruch in der Nase hat und sich auch garnicht mehr an diesen erinnert. Und wenn, wer weiß, was danach kommt. Manchmal, in solchen Momenten wie diesen, bin ich ganz Pessimist. Da ist so viel in Unordnung und krisenhaft zugespitzt. Wie kann man da je erwarten, aus diesem Sumpf in eine normale Existenz zurückzukommen? Aus meiner Sicht waren eigentlich die letzten fünf Jahre schon, wenn nicht bereits davor, dauernd von irgendwelchen Krisen belegt. Flüchtlingskrise, Finanzkrise, Coronakrise... da gab es bestimmt auch noch andere Krisen, die mir vor lauter Krisen nicht mehr einfallen. Die Gesellschaft ist entzweiht und nur ein Wahnsinniger kann hoffen, dass diese Extrempole wieder zusammenfinden. Warum sollten sie auch? Es hat ja schließlich jeder recht mit seiner Meinung, und rote Linien ziehen und abgrenzen ist scheinbar das Gebot der Stunde. Manchmal habe ich den Eindruck, dass das westliche Gesellschaftsmodell hier am Ende ist. Was kommt? Vielleicht eine Art Bürgerkrieg. Oder die Menschheit geht an ihrer eigenen Dummheit und Selbstverliebtheit zugrunde.

Ich hoffe, dass ich unrecht habe.

Freitag, 23. Oktober 2020

Gedanken zum Wochenende

 Wochenende. Grau der Himmel, grau die Gedanken. Mit Verdruß muss ich feststellen, wie sich seit Beginn dieser Pandemie meine Aktivitäten stark verringert haben. Und was will man auch tun? Es macht mir weniger Freude, in die Natur zu fahren, weil man dazu ja auch erstmal über öffentliche Plätze und durch öffentliche Verkehrsmittel hindurch muss, mit diesem fast zwangsläufig auftretenden Zwangsempfinden, sich sofort danach waschen zu wollen. Die ohnehin schon kaffeefleckfarbende Großstadt erhält gedanklich noch weitere Kaffeeflecken hinzu und der  Himmel scheint immer grau und die Straßen durchzogen von einem eklen Geruch nach Krankenhaus oder Leichenhalle. Schöne Aussichten. Ich freue mich auf einen hoffentlich kommenden Tag, an dem man unschuldig eine Erkältung bekommen kann und sich aus der Salzwasserinhalation heraus onkelhaft zusagen kann: "Nur eine Erkältung, stell dich nicht so an.". Neben vielem anderen.
Ich muss ebenso feststellen, dass sich mein Menschenbild seit Beginn nicht grundsätzlich verbessert hat. Hortkäufe und verrückte Demos, andauernd durchschaubare Medienmuster, die hier Buhmänner aufbauen, dort Lichtgestalten, Parolengedresche darüber, wie wir uns doch jetzt alle ganz toll helfen und zusammenhalten. Ich fühle mich zwangsverheiratet mit einer Gesellschaft, innerhalb derer ich ohnehin teilweise im geistigen Exil lebe, das ab und an von Farbflecken meiner Inseln, Gärten und Kulturvereine durchbrochen wird, für die ich im übrigen sehr dankbar bin, aber, um auf die Gesellschaft zurückzukommen, mit der ich mich eben eher ungern und auch mehr zu einem Notbund zusammenfassen lasse. Man verstehe mich nicht falsch, die zwischenmenschliche Solidarität ist mir schon wichtig, und ich wünschte, da wäre wirklicher Zusammenhalt, allerdings bin ich einfach zu alt und zu unflexibel, und auch zu mürrisch, um Verständnis aufzubringen für eine Zeit, die seltsame und unlesbare Sonderzeichen in Berufsbezeichnungen und ähnliches hineinkleistert, um gleicher und moderner zu wirken, deren Hauptsorge es ist, ob der Urlaub auf Gran Canaria noch stattfinden kann, der Stille ein Gräuel zu sein scheint und überhaupt so ideologisch aufgeladen ist, dass mir oft nichts mehr echt scheint und begraben und meterdickem Lack von einer gewünschten Welt aus "Wir sind die Guten! Wir sind die Guten!". So, werter Leser (ohne Satzzeichen), nimm es deinem alten Freund nicht übel, wenn er leichtem Murrsinn nachhängt, übe dich in Milde, so du kannst, in Fürbitte und vielleicht in Verständnis.


Sonntag, 4. Oktober 2020

Wein und anderes

Der beliebte Rebensaft

 Endgültig in der High Society angekommen, pendelten die DdH und ich neulich in einen Weinladen, wo wir eine halbe Kiste verschiedener Weine einkauften. Wie eine Reise an den Rhein doch den Charakter verdirbt!

Ansonsten gehen meine Klangbasteleien ihren guten Gang. Bin gespannt, was über die nächste Zeit noch so entstehen wird. Im Übrigen bin ich mal wieder von Oberflächlichkeit und Unverbindlichkeit genervt. Als Gegenmittel und Linderung steht mir aber, Gott sei dank, nicht nur Rotwein zur Verfügung.


Montag, 7. September 2020

Freystadt

Kloster Freystadt und Wallfahrtskirche Maria Hilf

Kuppelgewölbe der Wallfahrtskirche


 
So kam denn erstmal der Samstag. Die Wiederaufnahme hat (Gott sei Dank!) auch trotz einiger Missverständnisse und organisatorischer Schwächen (nicht seitens des Aufzunehmenden... ) gut geklappt, was mich aktuell richtig froh macht. Daran anschließend ging es in die Vorabendmesse.

Am nächsten Tag, dem Sonntag, geschah eine kleine Exkursion in das Städtchen Freystadt in der Oberpfalz, wo ein kleines Grüppchen Exkursierender einen recht festlichen und frohen Sonntagsgottesdienst erleben durfte. Im Anschluss schmauste man beim Griechen.

Nun ist der grässliche Alltag wieder da und ich überlege, wie ich den kommenden Zeiten etwas Besonderes erhalten kann und was vielleicht zum innerkirchlichen Wurzeln schlagen dienlich sein könnte.



Freitag, 10. Juli 2020

"...Aba d'Leit!"


Da ist es, das Wochenende. Eigentlich war ich für heute Abend verabredet. Quasi als Alternative dafür, dass ich neulich (rätselhafterweise.) an einem Wochentag nicht ganz spontan ™ alles stehen und liegen lassen konnte, um in einer halben Stunde noch etwas zu unternehmen. Nein, ich beklage mich da jetzt nicht. Ich nehme das so zur Kenntnis, dass das die für mich problematische Art meines Umfeldes ist, zu versuchen, Miteinander zu organisieren. Klappt mit mir manchmal, oft aber auch nicht....
Wo waren wir? Ach ja: eigentlich. Nun kam die Nachricht: Krankheit, sorry, geht nicht. Na gut. Dann ist es so. Bin es ja gewohnt. Gute Besserung!



Donnerstag, 26. März 2020

Die Zukunft...

Aktuell überschlagen sich in gewissen Kreisen die Theorien darüber, was die Zukunft nach dem Virus bringen wird und die Forderungen, was alles jetzt angemessen sein soll. Da ist die Rede von z. B.

  • Einer Wende zu mehr Miteinander
  • Einem bedingungslosen Grundeinkommen
  • Radikaler Abkehr vom derzeitigen Wirtschaftssystems
  • Umdenken der  Menschen, die jetzt gesehen hätten, was im Leben wirklich zählt
  • ...
 Ehrlich gesagt kann ich diese verträumten Prognosen nicht unterschreiben. Meine Prognose ist, dass im schlimmsten Fall hohe Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsprobleme (die dann auch irgendwann bei jedem einzelnen hier ankommen werden) drohen. Im besten Fall geht einfach alles mehr oder minder so weiter wie zuvor. Die Menschen vergessen sehr schnell und sehr leicht. Sie haben eine lange Tradition, Katastrophen bis hin zu Weltkriegen zu vergessen und zu verdrängen, die weitaus schlimmer waren als alles, was wir (bei aller Abscheulichkeit dessen) jetzt haben. Sie werden auch das verdrängen und die rosaroten Utopien der Träumer bleiben, was sie sind: rosarote Träume.


Samstag, 14. März 2020

Herunterfahren und Warten

Kirche der Leere


Herunterfahren und Warten in seltsamen Zeiten. Durch eine Landschaft leerer Supermarktregale irren. Leerer, gottesdienstloser Kirchen, noch leerer, dahin. Spitzbübisch geradezu küsst ein Vorfrühling die Wipfel und Hausdächer über der Nebelstadt mit ihren leeren Schulen und ihren Straßen und ihren flüchtenden Pferdegedanken, weißer Wind kommt auf, sanft nur, sanft schaukelt ein Wolkenpferd über der Stadt dahin und ihre rätselhaften, hektischen Gedanken in seltsamen Zeiten. Es häufen sich Terminabsagen, doch man bleibt noch höflich und wartet gemeinsam und sieht auf das Wolkenpferd hinauf und wundert sich.


Mittwoch, 11. März 2020

Glauben

Wie angedroht nochmal so eine Art Glaubensbekenntnis bzw. Wertekompass. Verzehr auf eigene Gefahr.

Ich glaube an/, dass...


  • ...Das Rätsel des Daseins aller Dinge, das zu einer Beschäftigung mit höheren Dingen, der Suche nach Wahrheit und zur Suche nach (einem) Gott einladen kann sowie an die Schönheit und Herrlichkeit dieses Rätsels.
  • ...An das menschliche Bedürfnis nach Spiritualität, dem man nachgehen kann sowie an die bei verantwortungsbewusst ausgeübter Spiritualität evtl. positiven Effekte ebendieser auf den Menschen.
  • ...die Pflicht, spirituelle Lehren auch kritisch zu hinterfragen, damit sie zu keinen Ideologien und schädlichen Gedankenkonstrukten auswachsen können.
  • ...das Vorhandensein von guten Gründen, die für die Existenz (eines) Gottes sprechen.
  • ...Mir persönlich Gebet gut tut und ich darüber hinaus besondere Erfahrungen und Erkenntnisse in und durch Gebet und Meditation hatte.
  • ...Ein Gefühl der Führung im Leben (durch Gott oder eine höhere Macht und/oder angeborene und geschenkte Intuition?)
  • ...Zufall
  • ...Düsternis und bedrohliche Seiten des Lebens, negative Seiten am Menschen, die nicht verdrängt, sondern aktiv bewältigt, angegangen, angenommen und teilweise transformiert werden wollen sowie an die Schönheit auch der Düsternisse, des Erhabenen und auch Bedrohlichen.
  • ...Freundschaft, Kameradschaft im alltäglichen Leben, Treue und Liebe, Tapferkeit im Ertragen, das Schöne.
  • ...daran, dass jeder Mensch der Vergebung würdig ist, wenn er sie sucht und möchte.
  • Vergebung und Nachsicht, Empathie
  • ...Verantwortung für das eigene Leben und Sein.
  • ...die Pflicht sowie das Geschenk, sich eine eigene Moral zu erarbeiten und dieser zu folgen. (Nicht im Sinne von moralischer Beliebigkeit sondern in dem Sinne, dass "mir egal" dann und wann keine Option ist und man sich innerlich positionieren sollte.)
  • ...die Gewissensfreiheit.
  • ...kritisches Denken und die Möglichkeit, das eigene Handeln zu hinterfragen.
  • ...die Möglichkeit, nicht derselbe bleiben zu müssen.
  • ...die Wahrheit, die speziell in der Bibel zu finden ist. Gleichzeitig auch an wichtige menschliche (und vielleicht göttliche) Weisheiten, die in anderen wichtigen Büchern der Menschheit und auch z. B. in Poesie zu finden sind.
  • ...es keinen Sinn macht, das "Heilige" auf der Waage wiegen zu wollen und mit ähnlichen Mitteln wie zur Bestimmung der Länge einer Fahrzeit oder der Behandlung eines Kochrezeptes anzusehen.
  • ...das geheimnisvolle Wesen und die Kraft der Natur
  • ...das Wunderbare und die Größe des Menschen, auch an seine Schrecklichkeit und Abgründe. Sein widersprüchliches Wesen.
  • ...Die Wissenschaften, Medizin, Philosophie und deren guten Nutzen für die Menschen.
Dies sei so/Amen!

(Ohne besondere Wertung in der Reihenfolge sowie ohne Anspruch der Vollständigkeit. Bewusst oft sehr offen formuliert. Wird evtl. auch nochmal nachbearbeitet)

Montag, 24. Februar 2020

Das "Gute", moralischer Referenzrahmen und kognitive Dissonanzen


19
Ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern das Böse, das ich nicht will. 20 Wenn ich aber das tue, was ich gar nicht will, dann bin nicht mehr ich der Handelnde, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 21 Ich stelle also ein Gesetz des Bösen in mir fest, obwohl ich doch das Gute tun will.

- Römer 7,19-21

 Obige Verse brachten mich heute ein wenig ins Grübeln. In letzter Zeit fühle ich mich häufig mit der Fragestellung nach dem Referenzrahmen, in dem das menschliche Handeln zu bewerten ist, konfrontiert. Einige Christen sagen, dass der Mensch ja aus sich garnichts Gutes vollbringen kann und nur durch die Gnade Gottes besteht. In einem Gespräch verdeutlichte jemand seine Vorstellung vom "christlichen" Leben des Menschen als eine Art Videospiel, in dem man ständig "stirbt", also scheitert, es aber im Endeffekt nichts macht, weil Gott ja vergibt.

Hm... mich hat das alles ein bisschen nachdenklich gestimmt. Das Leben als end- und sinnlose Arbeit eines Sisyphos? Ob es so gesund ist, sich selbst nach einem unglaublich hohen Maßstab (nämlich einem "göttlichen Maßstab") zu bewerten, in dem man ja zwangsweise immer scheitern muss? Ändert das etwas, dass man sich das Scheitern dann nachher durch eine geglaubte oder gedachte Gnade Gottes wieder aus dem Logbuch herausstreicht? Ich weiß nicht. Insgesamt glaube ich nicht, dass solches Denken so gut ist. Habe selber auch immer wieder an der Frage gekaut und daran gelitten und mittlerweile sage ich, dass ich es für besser halte, an menschliches Tun keinen göttlichen Maßstab anzulegen um dann wieder in der Kiste für Sünder zu landen. Selbst wenn es einen Gott gibt, der vergibt, ich halte es auf lange Sicht für die psychische Gesundheit absolut schädlich, immer in diesen Negativkategorien zu denken und all sein Tun nach der Himmelsschablone zu messen. Mag sein, dass Christen hier und da irgendwelche Sonderlehren und Tricks (Entschuldigung, ich nenne das jetzt einfach so.) einbauen von wegen "Wir sind von uns aus böse, jedoch: Wiedergeburt im heiligen Geist, dadurch sind wir frei und können dann endlich das Gute so tun, wie Gott das von uns will und wir können seine Taten tun... ... ...", mit denen das Dilemma dann gedanklich umgangen werden kann. Aber... nee... passiert nicht, behaupte ich. Es gibt keinen Menschen auf der Erde, der, legt man den "Himmelsmaßstab" an, nicht in Sekunden zur Vollpfeife mit einem extremen Moraldefizit wird. Steile These.

Ich nehme da jetzt noch eine andere Kurve. Mein Vorschlag ist nämlich nicht, uns deswegen nun zu einer "Gruppe schwächlicher Versager und böser Unholde e. V." zusammenzuschließen und den lieben langen Tag auf gelben Plastikstühlen zu hocken und zu jammern: "Ach, ach, was sind wir böse und schlecht, und Gott, Gott ist so gut, aber wir, wir sind so schlecht...", sondern ich schlage vor, dass wir in gewisser Hinsicht menschliches Verhalten lieber nach einfachen menschlichen Maßstäben bewerten. Und dann auch bei uns selber feststellen: "Moment mal, oft bin ich gar kein solches Monster". Einiges kriegt jeder hin, wenn man als Maßstab nur einfach die entsprechende Situation des entsprechenden Menschen heranzieht. Demut angesichts der Gegenwart Gottes (für Christen) oder des vergleichsweise geringen Handlungsradius des Menschen (für Atheisten oder Astronomen) oder der Größe aller Vorgänge im Universums ist gut und ein wichtiges Korrektiv, keine Frage.
Aber für das menschliche Leben nehme man vielleicht besser doch das menschliche Leben als Bezugspunkt. Dann muss man auch nicht verzweifelt und in Selbstzerfleischung auf das Eingreifen des heiligen Geistes oder des neuen sowjetischen Menschen warten um endlich perfekt sein zu können, sondern man kann einfach auch mal perfekt-unperfekt herumwursteln und sich eigenverantwortlich auch mal über was freuen oder sich selbst auf die Schulter klopfen bei den nicht wenigen Malen, bei denen ein jeder das wohl auch verdient. Und Gott dafür danken.


Sonntag, 23. Februar 2020

Die nächste Runde?

Freude herrscht: heute wurde ich in einem anderen Zusammenhang darauf angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, mich an einer in der Entstehung begriffenen Dungeons-and-Dragons-Runde mit einigen Leuten zu beteiligen. Und wie ich Lust hatte! So ist denn nun ein erstes  Treffen geplant, bei dem ich meinen Charakter erstellen soll. Was auch nur ca. 2 Stunden oder länger dauern soll... Bin sehr gespannt und vorfreudig!

Morgen geht die Woche wieder los. Es stürmt. Wegen komischer karnevalistischer Verirrungen fällt dann aber meine erste Sportrunde in der Woche aus. Mal sehen, was der Montag dann ansonsten so bringen wird.