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Dienstag, 5. November 2019
Die Unlust der Bösewichter
Immer mehr bemerke ich dieser Tage an mir so eine akute Unlust, mich zu empören. Sicher, es gibt Sachen, die mir nicht passen, über die sich Diskussion lohnen würde. Aber mich reißt nichts so richtig mit auf die Barrikaden hinauf. Wann immer in letzter Zeit irgendwo Gaukeltruppen mit großem Schild "Wir sind die Guten!" auftauchen, gehe ich lieber weg. Will ich nicht mehr zu den Guten gehören? Ich weiß nicht. Vielleicht setzt sich da die Erkenntnis durch, dass das nicht immer so leicht ist und nicht immer durch ein Schild getan. Aber was will dieser unselige Mensch denn? Will er gar dafür plädieren, alle Vorstellungen von Gut und Böse pausieren zu lassen oder einem postmodernen Uneindeutigkeitsgedanken opfern? Nein, so gefragt eigentlich auch nicht. Vielleicht habe ich nur keine Lust mehr auf Empörungen, geballte Fäuste und Schaum vor dem Mund oder im Kopf. Vielleicht ist mir das Leben dafür zu kurz. Vielleicht droht mir gar am Ende demnächst die Erleuchtung? Vielleicht ist es aber auch nur eine Schilddrüsenunterfunktion, von der weiland schon Funny van Dannen zu singen wusste.
Dienstag, 27. August 2019
Warten auf Regen
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| Wolken ziehen |
Sonntag, 19. Mai 2019
Von Silberstaub und funkelnden Gewässern
Der heutige Sonntag war in zwei Teile gespalten. Hoffnung, Freude und Neuanfang auf der einen Seite. Auf der anderen Seite Stagnation, Absterben, Abbruch der Zelte. Wo solch strenge Gegensätze aufeinandertreffen, blühen seltsame Gefühle.
Und dann die Frage: Dient alles, auch ("vermeintlich") Schlechtes uns durch Gottes Willen zum Guten? Warum sollen wir in so einem Fall das Schlechte überhaupt vermeiden, wenn es uns und allen anderen nicht ohnehin zum Guten dient? Ein gewisser Zynismus wohnt hier, in dieser Logik. Ich denke, dass manches Schlechte auch einfach nur schlecht ist. Da ist kein guter Wille und kein "Jahre später habe ich dann kapiert, dass mich das alles so viel weitergebracht hat!", sondern da ist nur Schlechtes. Abgrundtief Schlechtes. Tod, Zerfall, Niedergang, Krankheit. Schlecht. Das ist für mich der Preis des Lebens in einer Welt, in der es freien Willen gibt, und die auch oft einer rätselhaften Logik gehorcht, die zu begreifen Menschen schon Wochen, Monate und Jahre verbrachten. Und anschließend mit grauen Haaren und einer Leberzirrhose in die Besserungsanstalt verbracht wurden.
Eine unvollkommene Welt?
Seltsam berührt haben mich da die Zeilen eines Gedichts von Tudor Arghezi ("Remember"), in dem von Gräber und der Dämmerung die Rede ist, aber auch von Silberstaub und funkelnden Gewässern.
Und dann die Frage: Dient alles, auch ("vermeintlich") Schlechtes uns durch Gottes Willen zum Guten? Warum sollen wir in so einem Fall das Schlechte überhaupt vermeiden, wenn es uns und allen anderen nicht ohnehin zum Guten dient? Ein gewisser Zynismus wohnt hier, in dieser Logik. Ich denke, dass manches Schlechte auch einfach nur schlecht ist. Da ist kein guter Wille und kein "Jahre später habe ich dann kapiert, dass mich das alles so viel weitergebracht hat!", sondern da ist nur Schlechtes. Abgrundtief Schlechtes. Tod, Zerfall, Niedergang, Krankheit. Schlecht. Das ist für mich der Preis des Lebens in einer Welt, in der es freien Willen gibt, und die auch oft einer rätselhaften Logik gehorcht, die zu begreifen Menschen schon Wochen, Monate und Jahre verbrachten. Und anschließend mit grauen Haaren und einer Leberzirrhose in die Besserungsanstalt verbracht wurden.
Eine unvollkommene Welt?
Seltsam berührt haben mich da die Zeilen eines Gedichts von Tudor Arghezi ("Remember"), in dem von Gräber und der Dämmerung die Rede ist, aber auch von Silberstaub und funkelnden Gewässern.
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