Donnerstag, 11. Januar 2018

Buchliste

So, jetzt folgt mal wieder eine Buchliste. Als Gedächtnisstütze für mich, und damit ich z. B. am Ende des Jahres oder nach einigen Monaten sehe, was ich tatsächlich gelesen habe. Für alle anderen zur evtl. Inspiration und Kenntnisnahme freundlicher Natur.

Gerade fertiggelesen habe ich Theodor Plieviers "Moskau", dafür begonnen mit


Im Wartestand befinden sich:


Frohes Lesen!

Mittwoch, 10. Januar 2018

Schöne Müllerin, leicht obsessiver Müllersbursche

Heute habe ich mir das erste Mal seit längerer Zeit mal wieder die Vertonung der "Schönen Müllerin" von Franz Schubert (wunderbar gefühlvoll und glaubhaft dargebracht von Matthias Goerne und Christoph Eschenbach, auf CD gebannt von der Harmonia Mundi) angehört.
Dabei ist mir in meiner Funktion als Wortklauber und Erbsenzähler eine recht fröhliche Eigenheit aufgefallen. Dem Werk gemäß ist es ja immer der Bursche, der eben von seinen Gefühlen für die titelgebende "Schöne Müllerin" erzählt. Und wie er erzählt, unser Bursche, blumig, begeistert, in den schillerndsten Farben und stärksten Bildern ... doch moment! Bursche, sag, was nährt dein Gefühl eigentlich, was bringt dich zu solchen starken Aussagen wie:

"Frühling, sind das alle deine Blümelein?
Sonne, hast du keinen hellern Schein?
Ach, so muß ich ganz allein,
Mit dem seligen Worte mein,
Unverstanden in der weiten Schöpfung sein!"
(Lied 11, "Mein!")

oder zu solch hingebungsvollen Anrufungen der Geliebten wie:

"O laß mich nur von ferne stehn,
Nach deinem lieben Fenster sehn,
Von ferne, ganz von ferne!
Du blondes Köpfchen, komm hervor!
Hervor aus eurem runden Thor,
Ihr blauen Morgensterne!"
(Lied 8, "Morgengruß")

?

Ja, der Bursche ist, ganz offensichtlich, Feuer und Flamme für die Tochter des Müllers. Nach der kurzen Einleitung (Lied 1-3) aus der Wanderzeit des jungen Müllers (In Lied 4 klingt ja eigentlich schon etwas vom Liebesfeuer für die schöne junge Frau durch. Zumindest als Ahnen, als Funken) wird gejubelt und in Liebesglut geschwelgt.



Aber: Was sagt denn eigentlich sie dazu, die "Schöne Müllerin"? Und, man höre und staune, der Gesamtschatz der Äußerungen des Fräuleins in wörtlicher Rede erschöpft sich in folgendem Satz an den jungen Müller, bei einem Abend oder einer jungen Nacht gemeinsam am Bach sitzend:

" ... Sie sprach: Es kommt ein Regen,
Ade, ich geh' nach Haus."
(Lied 10, "Tränenregen")

Ähm... okay. Nicht unbedingt das, was ich als eine stürmische Liebeserklärung durchgehen lassen würde. Und danach, was kommt danach? Lied 11, mit dem Titel "Mein!"
Und unser Müller überschlägt sich förmlich:

"Bächlein, laß dein Rauschen sein!

Räder, stellt eur Brausen ein!
All' ihr muntern Waldvögelein,
Groß und klein,
Endet eure Melodein!
Durch den Hain
Aus und ein
Schalle heut' ein Reim allein:
Die geliebte Müllerin ist mein!"

Nun... falls ihn seine Angebetete nicht zufällig nachts noch angerufen hat oder ihm eine SMS geschrieben hat, wovon wir Leser und Hörer nichts wissen können, macht mich das doch etwas stutzig, möchte ich den Müllersburschen, der ja durchaus meine Sympathie hat, leicht am Ärmel ziehen und ihm sagen: "Du, Kollege, ich freu mich ja für dich, aber... meinst du nicht, dass das etwas übertrieben ist? Was hat sie doch gleich als letztes zu dir gesagt?" Und er hätte dann auch wirklich gut dran getan, auf solche Ermahnungen zu hören.

" ... Sie sprach: Es kommt ein Regen,
Ade, ich geh' nach Haus."
...s
o geht es dann auch fast zwangsweise in den Untergang, die Müllerin läuft mit dem kraftmeierischen und vitalen Jägersmann davon und unser Müllersgeselle ertränkt sich in seinem Bach. Tragisch!

In diesem Sinne: Gute Nacht!

Dienstag, 9. Januar 2018

Anton-Leidinger-Weg, Schüsselstein, Waldarbeiten

Weg im Wald nahe des Schüsselsteins

Nachdem mir die Wanderung vom Samstag sehr gut gefallen hat, entschloss ich mich, den heutigen Tag, einer meiner letzten Urlaubstage, nochmal dazu zu nutzen, im Wald spazieren oder wandern zu gehen. Mangels großer Kreativität entschied ich mich für eine kleine Route am Tiergarten beginnend den Anton-Leidinger-Weg entlang, abbiegend Richtung Schüsselstein und auf dem selben Weg zurück.

Am Schüsselstein angekommen entschied ich mich, noch eine kleine Runde weiter nach Osten zu gehen, und dort dann in einer Schleife wieder auf den Anton-Leidinger-Weg einzubiegen, was auch eine sehr gute Idee war. Im Wald waren erfreulich wenige Menschen unterwegs, sodass ich mich z. B. ausführlich mit der Frage beschäftigen konnte, was man jetzt im Wald noch hören würde, wäre nicht dieses Dauersummen von der Autobahn her.
Dieser Tage scheinen im Umkreis von Nürnberg überall Waldarbeiten angesetzt zu sein. So begegneten mir einige Mitarbeiter der Forstverwaltung und andere Menschen, die gerade dabei sind, ihr Holz zu fällen.

Beim Überfliegen der Wandertafeln rechnete ich grob die Kilometerzahl für einen Hin- und Rückweg von Nbg.-Tiergarten zum Moritzberg zusammen, was einerseits nach einer sehr anstrengenden Wanderung mit früher Aufbruchzeit klang, andererseits irgendwie auch einen gewissen Reiz hätte ... na mal sehen, was die Zukunft bringt.

Als ich losging, war das Wetter noch ein wenig trübe, später aber klare es auf und ich konnte sogar noch Sonnenstrahlen, die zwischen den  Baumstämmen hindurchrieselten, genießen.

Noch ist der Tag nicht vorbei, aber dennoch kann ich schon jetzt danken dafür, was ich gesehen habe und wie es mir ergangen ist.

Jetzt noch schnell unter die Dusche, und dann sehen wir weiter...


Die Sonne schaut vorbei

Waldarbeiten in der Durchführung

Sonntag, 7. Januar 2018

Wanderung nach Oedenberg




Hochwasser

Nachdem der Samstag ein Feiertag war, und der Dauerregen der vergangenen Tage auch angekündigt hatte, kurz pausieren zu wollen, entschied man sich hier für eine Wanderung nach Oedenberg von Nürnberg aus, Startpunkt Nbg.-Erlenstegen, ca. 22 km in 6,5 Stunden.

Zu Beginn der Wanderung waren noch viele Menschen mit verschiedengroßen Tieren auf den Wegen unterwegs, spätestens ab der Autobahnüberquerung wurden es merklich weniger. Auch habe ich den Eindruck, dass in dem Gebiet jenseits der A3 der ganze Wald irgendwie kräftiger, grüner, gesünder ist. Kann eine Täuschung sein, ist ja nur ein subjektiver Eindruck.

Durch den vielen Regen der letzten Tage ist der Wald zu einer Art riesigem, vollgesogenem Schwam geworden, und all das Wasser, das darin ist, muss irgendwie wieder raus. Daher sieht man dort Bachbetten, die normalerweise trocken sind munter sprudelnde Wasserläufe führen, Wasserspritzer jeder Größe, von kleiner Pfütze bis zu halbem See, sind dort zu finden, und ein frischer Geruch liegt über allem. Einige der Wege, die wir einschlugen, waren, was ein kleiner Nachteil ist, auch ziemlich versumpft. Phasenweise war ein regelrechtes Klettern durch`s Unterholz nötig, um weiterzukommen, da der eigentliche Weg nicht mehr begehbar war.

Etwas düster war der Weg durch den Wald so unter doch meist bewölktem Himmel schon, dennoch ist die Strecke sehr schön, und Oedenberg auch wegen der zwei beliebten Gasthäuser ein gutes Ziel für Wanderer aller Art. Fachwerk und Küchengerüche im Ort, Gedanken an warmen Herd und Holzfeuer.

Gefreut hat mich, dass meine Zeitplanung auch relativ zuverlässig war, sodass wir die gesamte geplante Strecke vor Sonnenuntergang geschafft haben und so sicher wieder zurückgekommen sind. Auch ist meine Lust, wieder mehr in der Natur zu sein, neu erwacht, und es wäre schön, wenn das in 2018 zumindest teilweise Realität werden könnte.


Weg im Wald

Richtung Oedenberg

Ein komplett zugewachsener Baum

Straße von Oedenberg nach Behringersdorf

Am Ortseingang

Ein Grenzstein

"Schön ist der Wald wenn der Tag sich neigt..."

Geheimnisvoller Nebel im Pegnitzgrund

Freitag, 5. Januar 2018

Flic Flac


Lampenlicht im Foyer



Gesternabend begaben wir uns in ein auf dem Volksfestplatz stehendes Zelt, um eine Aufführung des Zirkus (ist das noch ein Zirkus?) Flic Flac zu bewundern. Ich weiß nicht, wie es dem evtl. Leser geht, jedenfalls bin ich ein Mensch, der normalerweise eher nicht im Zirkus ist, vielleicht das ganze Konzept "Zirkus" ein bisschen angstaubt findet. Nun, jedenfalls hat mich hier etwas erwartet, das ganz anders ist, großartig anders. Das klingt jetzt wage, und bestimmt kann das nicht alle Welt nachvollziehen, aber mir war's so, als öffnete sich da eine Tür zu einer ganz neuen wunderbaren Art der Unterhaltung. Anders kann ich es nicht sagen.

Der Abend jedenfalls war sehr gelungen. Auf dem Heimweg spiegelte sich noch Lampenlicht in Bächen aus Regenwasser, dazwischen Menschen in Emotionen, dahinter drohend der Torso der Kongresshalle, und kein Mond, nur elektrischer Zauber über allem hingebreitet.


Donnerstag, 4. Januar 2018

Verlust

...und jetzt beginnt das neue Jahr gleich mit einem Verlust. Unter bisher nicht geklärten Umständen habe ich nämlich meine Digitalkamera verloren, die ich seit nun sieben Jahre besitze. Auch hartnäckiges Suchen hat kein Ergebnis gebracht, genausowenig wie das Fundbüro und sogar der Anruf in einem Laden, in dem ich in den letzten Tagen gewesen bin.

Zwar sagen mir einige Leute noch, dass sie irgendwie davon ausgehen, dass die Kamera wieder auftauchen wird, ich glaube das aber nicht. Aktuell prüfe ich also, woher ich ein Ersatzmodell beschaffen kann und welches es sein wird. Bislang habe ich aber noch keine Kamera gesehen, bei der ich ganz sicher bin, dass sie für mich das richtige ist, zumal ich auch kein Vermögen ausgeben kann/will.



Mittwoch, 3. Januar 2018

Eine Reise in die Quadratur des Kreises

So, das neue Jahr hat begonnen, ich erfreue mich ganz guter Gesundheit und bin eigentlich auch froh und guter Dinge. Und weil das so ist, überlege ich natürlich, was ich nun Schönes mit meiner mir so gewährten Zeit anfangen könnte. Und unter anderem bin ich nun darauf verfallen, mal wieder eine Wanderung zu unternehmen. Da ich nun ab und zu gerne neues ausprobieren möchte, neuen Kontakten den Weg nicht absichtlich versperren und zusätzlich den Vorteil der Kollektivmotivation nutzen, habe ich mich zum Jahresbeginn in einer dieser Onlinegruppen für gemeinsames Wandern angemeldet.

Nun zieht sich aber mein erster Vorschlag unbillig in die Länge, und zwar, weil noch diskutiert wird, wie man bei einem Weg, der in vier Stunden von A nach B geht, doch noch mit dem Auto fahren könnte, also nach dem man in B angekommen ist, wieder zum Auto nach A kommen kann... Mein Einwand, dass man das eben garnicht ohne weiteres kann, wird auch fleißig ignoriert und so recht will auch das Werben für die dort sehr gute Verbindung mit der Bahn nicht fruchten.

Dabei würde ich, wenn möglich, beim Wandern immer für die Bahn votieren. Und zwar, weil in der Natur unterwegs sein, und dort mit der Karre hinqualmen für mich irgendwie nicht passt. Das ist wie mit dem Bomber zum Friedenskongress einfliegen. Irgendwie der Natur der Sache widersprechend. Klar, manche Naturschönheit ist nicht so einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Gut, das mag eine andere Sache sein. Aber da, wo es geht ... ? Für mich gehört das auch immer dazu, erschöpft in einem Bahnsitz liegen, Gespräche aus dem Abteil hören, manchmal auch von den Mitreisenden gestört werden. Da ist man draußen in der Welt und ihrem Tun.