Mittwoch, 1. April 2020

Kleinstiege

Das beschauliche Örtchen Kleinstiege in der Grafschaft Bärenwald
(für größere Version bitte klicken!)

Da mir ein wenig fad zumute war, habe ich mit dem sehr schönen (in der kostenfreien Version aber auch relativ deutlich eingeschränkten) Karteneditor inkarnate das Dorf Kleinstiege, das sich meine Spieler in der "Beyond the Wall"-Runde als Startpunkt ausgedacht haben, kartografisch verarbeitet. Hach... die Bedienoberfläche und Benutzerführung von inkarnate gefällt mir sehr gut, ich weiß aber nicht, ob ich die Vollversion kaufen werde/würde, da man diese nur als Jahresabo erhält, also die Software jährlich neu kaufen muss und sie dann auch nur im Internet genutzt werden kann. Nunja... mal sehen. Das oben ist jedenfalls Kleinstiege.

Dienstag, 31. März 2020

Aus dem Bunker nach Argentinien


Eingegraben in seinem Bunker muss mancher Mensch derzeit viele Stunden weit entfernt vom Licht der Sonne verbringen, so auch ich. Um dieser erzwungenen Klausur- und Bunkerzeit etwas Positives abzugewinnen, habe ich ein altes Hobby von mir wieder ausgegraben, und zwar Argentinien. Argentinien ansich ist nun noch kein besonders konkretes Hobby, zugegeben. Man muss es mit Fleisch füllen. In meinem Fall ist das Fleisch kein argentinisches Rindfleisch, sondern z. B. die Musik von Charly Garcia, Sui Generis, Almendra, Virus, Pastoral ... und ein bisschen die Literatur. Besonders die phantastisch und surreal angehauchte Literatur. Überhaupt scheint mir die südamerikanische Literatur in Teilen so eine gewisse Stimmung zu atmen. Ein schönes Beispiel hierfür ist Julio Cortázars Roman "Rayuela". Ich weiß jedoch zu wenig von dieser speziellen Literatur. Um diesem Notstande abzuhelfen, entschied ich mich heute zum Kauf eines kleinen Romanpakets. Dieses enthält:

sowie

Man kann ja nicht die ganze Zeit Fantasyliteratur lesen. Bin gespannt. Wir sehen: die Leseliste wird nicht unbedingt kürzer in Zukunft.





Freitag, 27. März 2020

Aus dem Bunker

Pause vom Bunker (Serviervorschlag)

Heute begab ich mich zu einem kurzen Rundgang aus meinem Bunker heraus, lief etwas die Straßen entlang, setzte mich eine Weile in einer Grünanlage auf eine Bank, wo ich nachdachte, betete und etwas die Sonne genoss, vorbeilaufend Dackel, über den Dächern Vögel und Wind im Gezweig der Bäume.

Überhaupt führe ich momentan erzwungenermaßen ein relativ monastisch-karges Dasein. Das hat auch seine guten Seiten. Eine davon ist, dass man eben ein paar Sachen überdenken kann. So habe ich nun endlich konkrete Schritte zur Lösung meines seit langem anhaltenden Gemeindedebakels beschlossen, die ich, sobald man den Bunker wieder verlassen darf, auch umsetzen werde. Wohin es mich führt, weiß ich nicht, aber, so mein Entschluss, auf die Art und Weise, wie es nun schon lange geht, kann es nicht weitergehen.


Donnerstag, 26. März 2020

Die Zukunft...

Aktuell überschlagen sich in gewissen Kreisen die Theorien darüber, was die Zukunft nach dem Virus bringen wird und die Forderungen, was alles jetzt angemessen sein soll. Da ist die Rede von z. B.

  • Einer Wende zu mehr Miteinander
  • Einem bedingungslosen Grundeinkommen
  • Radikaler Abkehr vom derzeitigen Wirtschaftssystems
  • Umdenken der  Menschen, die jetzt gesehen hätten, was im Leben wirklich zählt
  • ...
 Ehrlich gesagt kann ich diese verträumten Prognosen nicht unterschreiben. Meine Prognose ist, dass im schlimmsten Fall hohe Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsprobleme (die dann auch irgendwann bei jedem einzelnen hier ankommen werden) drohen. Im besten Fall geht einfach alles mehr oder minder so weiter wie zuvor. Die Menschen vergessen sehr schnell und sehr leicht. Sie haben eine lange Tradition, Katastrophen bis hin zu Weltkriegen zu vergessen und zu verdrängen, die weitaus schlimmer waren als alles, was wir (bei aller Abscheulichkeit dessen) jetzt haben. Sie werden auch das verdrängen und die rosaroten Utopien der Träumer bleiben, was sie sind: rosarote Träume.


Montag, 23. März 2020

Dunkel

Düster die Lage. Öffentliche Orte verschwinden oder werden zu Festungen. Der Normalbetrieb bricht zusammen. Sehr eigenartige Lage. Was erlebe ich da nur?

Samstag, 21. März 2020

Sorgenperlen und Zukünftiges



Ein kleines Mittel zur Linderung von Unruhe hinsichtlich dieses bösartigen Viruses, welches nun sogar schon zu einer Dreiviertelausgangssperre führte, erreichte mich heute aus Griechenland. Es handelt sich hierbei um ein Komboloi, auch als "Sorgenperlen" bekannt. In Griechenland wird es größtenteils für eine Art Geschicklichkeitsspielereien verwendet, die bei Unruhe, Stress, Nervosität ein bisschen Ablenkung schaffen und die Zeit vertreiben sollen. Mein Exemplar habe ich mir für meditatives Beten mithilfe der Perlen (ähnlich Rosenkranz) bestellt. Wobei, da die Holzperlenkette rein sekular ist, auch Fingerspiele nicht ausgeschlossen sind. In jeden Fall ist die Kette ziemlich schön, wie ich finde.

Weiter in die Zukunft gedacht: habe dieser Tage beschlossen, im Falle eines guten Überstehens dieser beunruhigenden Krankheitswelle eine Wallfahrt oder Pilgerwanderung anzutreten. Ich halte es in so einem Fall für durchaus angebracht, nicht einfach zur Normalität überzugehen und im schlimmsten Fall schnell zu vergessen, was da über die Welt hereingebrochen ist. Mal sehen, was die Zukunft bringt.




Donnerstag, 19. März 2020

Vergebliche Mühe

1 Und wiederum sah ich alle Bedrückungen, die verübt werden unter der Sonne; und siehe, da flossen Tränen von Unterdrückten, die keinen Tröster hatten; und weil die Hand ihrer Unterdrücker so stark war, konnte sie niemand trösten. 2 Da pries ich die Toten, die längst gestorben sind, glücklicher als die Lebenden, die jetzt noch am Leben sind. 3 Aber besser als beide ist der daran, welcher noch gar nicht geboren ist, weil er das leidige Tun, das unter der Sonne geschieht, gar nicht gesehen hat.
4 Ich sah auch, daß alle Mühe und alles Gelingen im Geschäft nur den Neid des einen gegen den andern weckt; und auch das ist eitel und ein Haschen nach Wind!

Prediger 4,2-4

Heute sprangen mir diese Verse bei der Bibellese ins Auge. Mit dem Gefühl, das da mitschwingt, kann ich etwas anfangen. Sinnlose Mühe. Der Gedanke, dass die Welt ansich verdorben ist, das Gute und die Gerechtigkeit eben nicht siegen, jeder Erfolg vorübergehender Art ist und im schlimmsten Fall nur jetzt noch unvorhergesehenen Dinge auslöst, die alles wieder zunichte machen und verschlimmern und am Schluß nur, wie der Prediger sagt, "eitles Haschen nach Wind" übrig bleibt. Für mich stellt sich da die Sinnfrage. Renne ich wie blind materiellen Gütern nach? Meiner Karriere? Vergöttere ich Jugend und körperliche Fitness? Ist es das? Oder nutze ich diese eh von Sinnlosigkeit, Scheitern und Tod bedrohte Zeit, um auch tiefe Erlebnisse zu haben und zuzulassen: Erlebnisse in den Kategorien Geist und Gott. Das Streben nach echter Freundschaft, nach Verständnis, einem Gefühl des Zusammenhangs und der Zusammengehörigkeit?

Das Leben ist gut. Aber für mich lohnt es, manchmal auch danach zu fragen, wer es ist, der diesen Schatten wirft, der unsere Welt und alles darin ist.