Freitag, 22. Juni 2018

dazwischen

So ein komisches Wetter. Wann immer ich geschlossene Räume nach draußen hin verlasse, hört es sofort auf zu regnen. Bin ich wieder drin, regnet es wieder. Bisher also kaum Gelegenheit, meine aufgestockte Regenausrüstung (Regenjacke + Regenschutz für den Rucksack) wirklich zu erproben.

Ansonsten treibt mich das Thema "Glauben" um. Bin an so einem Punkt, an dem ich an die Zeit denke, als ich "zum Glauben kam" und auch z. B. das erste Mal in meine heutige Gemeinde ging. Ich sage mir "Ja, das waren damals schon echt gute Sachen, die ich erlebt habe!" ... Aber weiter?
Ich taumle hin und her zwischen Aussagen wie "Gottes Gnade ist für jeden unendlich reich!" und "Gott möchte, dass ...", was dann oft mit so einer Note von "Reiß Dich mal zusammen!" verbunden zu sein scheint. Eher liberale Theologie in meiner Gemeinde ohne die für mich dazu nötige Erklärung. Eher konservative Theologie anderswo. Was stimmt nun? Und dann oft die Sorge, dass ich mit einigen gewonnenen persönlichen Überzeugungen vielleicht nicht kompatibel zur "Lehre" gehe. Das ist nun kein so schönes Gefühl, von einer Sache überzeugt zu sein, andererseits aber dauernd die drohende Hypothek mit sich herumzuschleppen, sich dadurch im ärgsten Fall in die Gottesferne zu manöverieren. Soll man die eigenen Standpunkte ignorieren und einfach vorsichtshalber ganz anders leben, als man es für richtig hält?

Und in manchem komme ich einfach persönlich nicht weiter. "Gott schenkt uns seine Liebe, und wir können sie deswegen weitergeben. Er macht uns dazu fähig." Meine Erlebnisse im Alltag sind aber oftmals eher die von Konflikten. Von Kampf. Da kann ich keine Liebe weitergeben. Und dann die Frage: "Bin ich vielleicht einfach nicht willig genug?".

Derzeit versuche ich mich an einer Art Zen-Meditation. Ich sitze abends für eine bestimmte Zeit einfach nur da, achte auf meine Atmung und versuche, an nichts besonderes zu denken, und wenn ich doch an etwas denke, mich auch um diesen Umstand nicht besonders zu kümmern. Oder ich versuche, mich an der Philosophie des japanischen Schwertkampfs zu orientieren. Der Kämpfer strebt hier eine ruhige und gelassene Geisteshaltung an, ohne im Extremfall überhaupt an Sieg oder Niederlage zu denken. Beides sind Seiten einer Medaille für ihn. Die Samurai folgten auch einem anspruchsvollen Moralcodex. Das scheint mir momentan eher praktisch, so zu denken. Harte Arbeit an der eigenen Person. Die Herausforderung, die das Leben auch ist, annehmen, anstelle auf das sich einstellen von dauernder Fröhlichkeit und Gelassenheit zu warten. Darauf würde ich für meinen Teil nämlich vermutlich warten, bis ich schwarz werde. Was das jetzt mit Glauben zu tun hat? Dass ich irgendwo momentan die Orientierung verloren habe, und solange, bis ich sie möglicherweise wiederfinde, versuche, nicht aufzugeben und eben dem nachgehe, was mich beschäftigt.

Dienstag, 19. Juni 2018

Lesen, Warteschlange

Die Lektüre von Simone Stölzels "Nachtmeerfahrten" neigt sich langsam dem Ende zu. In der Warteschleife stehen aber bereits zwei neue Bücher für die Lektüre an ungeraden Tagen. An geraden Tagen wird noch eine Zeit des Albert Vigoleis Thelens "Insel des zweiten Gesichts" auf dem Nachttisch liegen.

Die zwei wartendenen Bücher sind

John O'Donohue - Anam Cara
sowie
Inazo Nitobe - Bushido: Der Ehrenkodex der Samurai



jetzt wartet mal wieder der Haushalt.

Freitag, 15. Juni 2018

Ausrüstung

Ausrüstung und Technik

Nachdem ich auf der letzten Wanderung (habe ich das geschrieben?) bemerkt habe, dass bei längeren Wanderungen im Sommer meine bisherige 1,3l-Wasserflasche nicht ausreicht, habe ich mir diese oben im Bild zu sehenden schönen Kleinigkeiten bestellt und heute erhalte. Eine zusätzliche Wasserflasche mit einem Liter Fassungsvermögen, zusätzlich nochmal eine Halbliterflasche, die ich für kleinere Spaziergänge ausgesucht habe (passt perfekt in meine kleine Umhängetasche).

Außerdem erstand ich unabhängig davon diesen kleinen grünen Schlafsack links im Bilde. Es ist auch eigentlich kein Schlafsack, sondern ein wasserdichter Schutzbezug für meinen Rucksack, der bei dem ein oder anderen Regenschauer schon innen nass wurde.

Somit wäre ich für die nächste Tour gut gerüstet. Auf dass sie bald komme!

Dienstag, 12. Juni 2018

Vandalen und andere Viecher

Die Leut'.
Da baut man mal was Schönes in einer Welt der Hässlichkeiten, aber die Spaßgesellschaft trampelt es lieber gleich kaputt, statt vernünftig und pfleglich damit umzugehen.

Sonntag, 10. Juni 2018

Das verloren Land

Das verlorne Land

Ein goldnes Zauberland
Denk ich mir noch in Träumen,
Von Morgenroth umspannt,
Voll Blüthen an den Bäumen.

Wie wiegt die Seele schön
Sich dann auf Rosenschwingen!
Wie in dem Land der Fee'n,
Von dem die Dichter singen.

Einst war ich kurze Zeit
In diesen seel'gen Auen;
Nun aber bin ich weit
Kann sie nicht wieder schauen.

Ein dunkler Wolkenflor
Die Auen rings umsähet
Und auch die Wege vor
Sind durch den Schnee verwehet.

(Heinrich Beitzke)

Wanderung auf dem Heinrich-Scheuermann-Rundweg

Felder entlang des Weges

 Gestern hat mich mal wieder das ehrenwerte Phänomen der Gruppenwanderung in Beschlag genommen. Nachdem es eine Zeit in den letzten Wochen so aussah, als würde sich niemand melden, sagten doch noch zwei Mitwanderer zu, sodass wir dann (unser Haushalt + eben die zwei Freiwilligen) zu 4. waren.

Der Heinrich-Scheuermann-Rundweg ist ein 22,9 km langer (wie aus dem Namen schon hervorgeht) Rundweg ab Vorra. Benannt ist er nach einem Enthusiasten, der um 1900 im Bereich des H.-S.-R. auf eigene Faust erste Wandermarkierungen anbracht. An dieser Stelle auch Dank an diese gute Seele!

Der Weg geht durch wunderschöne, große und gänzlich verzauberte Wälder, über Felsen, ist manchmal breit, manchmal eher ein Trampelpfad durch Wald und Gehölz. In jedem Fall ist es ein doch ganz fordernder Weg. Als wir in die Gegend von Neutras kamen, hatte uns eine bereits vorher am Horizont aufziehende schwarze Wetterfront erwischt. Hier bin ich dankbar, dass unsere Entscheidung, den Weg trotzdem erstmal fortzusetzen, sich nicht als großer Unglücksgriff erwiesen hat. Denn bei richtigem Gewitter im Wald zu sein, sogar noch auf hohen Felsen, ist und bleibt sehr riskant!

Nach etwas über sieben Stunden wären wir schließlich wieder zu Vorra eingezogen. Jedoch: ein aus unbekannten Gründen frei herumstreifender aggressiver Schäferhund versperrte den Weg. So mussten wir wieder eine gute Strecke zurücklaufen, schlugen uns durch eine Böschung und mussten an der Straße entlang nach Vorra hineinlaufen. Gut, besser als den Arm vom Hund abgebissen zu bekommen! (Tiere waren ohnehin ein großes Thema. Mehrfach mussten wir uns Angriffen der gemeingefährlichen Milbe, auch als Zecke oder Gemeiner Holzbock bekannt, erwehren. Hinweis: Die Gegend ist dafür bekannt, von diesen widerwärtigen kleinen Bestien verseucht zu sein. Nach jeder Wanderung empfiehlt sich genaues Absuchen des Körpers, Wechseln der Kleidung etc., da ein Biss der Zecke sehr unangenehme Folgen haben kann:)

Ausklang fand statt in einer an der Pegnitz gelegenen Gaststube statt, in zehn Minuten gelehrtes Erfrischungsgetränk. Der Gang auf den Bahnhof in Vorra zu, Graffitis fielen von den Wänden, wieder die schwarze Wand am Himmel, Regen, und Regen, über den geheimnisvollen Bergen und Waldrändern.




Wegweiser hin zu den Fernzielen meines
Wander-Größenwahns. Oder so.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Frieden, für ca. 10 Sekunden

Liebes Tagebuch!

Getreu dem in einer kirchlichen Denkschrift zum Thema Frieden gelesenen Schema zur Versöhnung in den Schritten: "Waffenstillstand - Frieden - Versöhnung" habe ich heute in einer bestimmten Situation meinerseits einseitig eine Waffenruhe erklärt. Sie hat dann auch ganze 15 Minuten lang gehalten, bevor die Gegenseite den Waffenstillstand fröhlich gebrochen hat. Aber den Versuch war es bestimmt wert, ja, ganz bestimmt...