Samstag, 30. Juni 2018

Abend in Birnthon

Wiesen bei Birnthon

Knapp nach der Sommersonnwende begaben wir uns am gestrigen Freitagabend vor die Tore bzw. Türen der kleinen Nürnberger Exklave Birnthon. Dort fand eine vom Bildungszentrum Nürnberg organisierte, im übrigen sensationelle, geführte Exkursion durch den abendlich-nächtlichen Wald statt.

Lehrreiches war zu erfahren über die verschiedenen Vögel des Waldes, Flurnamen, Tiere aller Art, Geschichte und Forstwirtschaft.

Ich glaube, dass ich nie zuvor so viele Glühwürmchen an einem Ort gesehen habe.

Der Rückweg aus dem Wald zum Bushalteplatz Birnthon war erleuchtet von einem dunkelgüldenen Mond und begleitet vom Wispern des Winds in den Gräsern am Wegrand.


Blick nach Birnthon hinein

Die mittsommerliche Abendsonne

Mittwoch, 27. Juni 2018

eigentlich

Eigentlich müsste die politische Linke sich freuen. Fast alles läuft nach Plan. Besonders gesellschaftspolitische Themen, die nach meinem Empfinden in die linke Ecke gehören, stehen heute ganz selbstverständlich auf der tagespolitische Agenda. In allen seriösen Tageszeitungen wird größtenteils linksliberal berichtet. Scheußlichkeiten (man verzeihe) wie das Gendersternchen werden ernsthaft öffentlich und außerhalb obskurer autonomer Politsekten diskutiert. Parteien, denen man vor Jahren noch konservative Bürgerlichkeit nachsagte oder gar als Wurfgeschoss nachwarf, übernehmen Themen mindestens aus dem Bereich der bürgerlichen Linken. Ein bayerischer Ministerpräsident, der Kreuze in staatlichen Dienststellen platzieren will, wird aus Presse und Öffentlichkeit mit Kritik und Häme überschüttet. Wer hat in letzter Zeit mal ehrlich nach einer seriösen Tageszeitung gesucht, die konservative Standpunkte vertritt und ist fündig geworden? Was sagt denn die große Mehrheit der stinknormalen Bevölkerung, wenn man sie zu Themen wie "Ehe für alle", Integration, Drogenpolitik ... befragt? Mag sein, dass mein Bekanntenkreis da nicht immer repräsentativ ist. Aber hier ist die Wahrscheinlichkeit, eine Aussage zu bekommen, die vor 10 bis 20 Jahren noch unter bürgerlich-konservativ gelaufen wäre, so ziemlich gleich 0. Verständnis für am Ende noch Organisationen wie die römisch-katholische Kirche? Iwo! Von Religion will auch keiner mehr etwas wissen. Die ganz Toleranten erkennen noch im Gönnerton die teilweise guten Werke an, die "die Kirche" mit ihren Einrichtungen tut. Dennoch unkt man momentan in der linken Ecke meines Bekanntenkreises, den ich hier einfach mal stellvertretend für die "Linke" heranziehen will, weiter vom "Rechtsruck", davon, dass die Dinge "immer schlimmer" werden, "wehret den Anfängen" usw.
Ich sehe das anders. Vielleicht guckt man da zu sehr auf die Extreme? Eine Spaltung der Gesellschaft geschieht ja wahrscheinlich aktuell. Und vielleicht sieht man auf der rechten Seite des politischen Spektrums auch darum mehr extreme Meinungen, weil eben die große Mitte des politischen Felds solide weiter sauber linksliberalen Kurs hält, auch dann und wann gegen alle Vernunft und gesunde Maßstäbe an? Wer sich übergangen fühlt, wird aggressiv, aggressive Menschen sagen auch aggressive Sachen. Da ist dann der momentane politisch (in mancher Hinsicht: leider) bedeutungslose rechte Flügel.

Wenn man mich fragt, ich erlebe in der Gesellschaft eher einen "Linksruck". Und wenn ich ehrlich bin,bin ich damit oft nicht einverstanden, was da passiert. Mir wäre ein vorsichtigerer Umgang mit Werten und ein Bewahren wichtig, eine Politik, die sich vom porzellanzertrümmernden Gebaren eines geistlosen Materialismus abgrenzt.

Montag, 25. Juni 2018

vorbei

Vorbei ist das Wochenende. Geblieben ist mir Kopfschmerz und das Gefühl, schlafen zu wollen. Das Wetter hat schon jetzt etwas von Herbst, was ich als irgendwie sehr passend empfinde. Eventuell wird die Woche anstrengender, aber das wird sich noch zeigen. Gute Nacht!

Freitag, 22. Juni 2018

dazwischen

So ein komisches Wetter. Wann immer ich geschlossene Räume nach draußen hin verlasse, hört es sofort auf zu regnen. Bin ich wieder drin, regnet es wieder. Bisher also kaum Gelegenheit, meine aufgestockte Regenausrüstung (Regenjacke + Regenschutz für den Rucksack) wirklich zu erproben.

Ansonsten treibt mich das Thema "Glauben" um. Bin an so einem Punkt, an dem ich an die Zeit denke, als ich "zum Glauben kam" und auch z. B. das erste Mal in meine heutige Gemeinde ging. Ich sage mir "Ja, das waren damals schon echt gute Sachen, die ich erlebt habe!" ... Aber weiter?
Ich taumle hin und her zwischen Aussagen wie "Gottes Gnade ist für jeden unendlich reich!" und "Gott möchte, dass ...", was dann oft mit so einer Note von "Reiß Dich mal zusammen!" verbunden zu sein scheint. Eher liberale Theologie in meiner Gemeinde ohne die für mich dazu nötige Erklärung. Eher konservative Theologie anderswo. Was stimmt nun? Und dann oft die Sorge, dass ich mit einigen gewonnenen persönlichen Überzeugungen vielleicht nicht kompatibel zur "Lehre" gehe. Das ist nun kein so schönes Gefühl, von einer Sache überzeugt zu sein, andererseits aber dauernd die drohende Hypothek mit sich herumzuschleppen, sich dadurch im ärgsten Fall in die Gottesferne zu manöverieren. Soll man die eigenen Standpunkte ignorieren und einfach vorsichtshalber ganz anders leben, als man es für richtig hält?

Und in manchem komme ich einfach persönlich nicht weiter. "Gott schenkt uns seine Liebe, und wir können sie deswegen weitergeben. Er macht uns dazu fähig." Meine Erlebnisse im Alltag sind aber oftmals eher die von Konflikten. Von Kampf. Da kann ich keine Liebe weitergeben. Und dann die Frage: "Bin ich vielleicht einfach nicht willig genug?".

Derzeit versuche ich mich an einer Art Zen-Meditation. Ich sitze abends für eine bestimmte Zeit einfach nur da, achte auf meine Atmung und versuche, an nichts besonderes zu denken, und wenn ich doch an etwas denke, mich auch um diesen Umstand nicht besonders zu kümmern. Oder ich versuche, mich an der Philosophie des japanischen Schwertkampfs zu orientieren. Der Kämpfer strebt hier eine ruhige und gelassene Geisteshaltung an, ohne im Extremfall überhaupt an Sieg oder Niederlage zu denken. Beides sind Seiten einer Medaille für ihn. Die Samurai folgten auch einem anspruchsvollen Moralcodex. Das scheint mir momentan eher praktisch, so zu denken. Harte Arbeit an der eigenen Person. Die Herausforderung, die das Leben auch ist, annehmen, anstelle auf das sich einstellen von dauernder Fröhlichkeit und Gelassenheit zu warten. Darauf würde ich für meinen Teil nämlich vermutlich warten, bis ich schwarz werde. Was das jetzt mit Glauben zu tun hat? Dass ich irgendwo momentan die Orientierung verloren habe, und solange, bis ich sie möglicherweise wiederfinde, versuche, nicht aufzugeben und eben dem nachgehe, was mich beschäftigt.

Dienstag, 19. Juni 2018

Lesen, Warteschlange

Die Lektüre von Simone Stölzels "Nachtmeerfahrten" neigt sich langsam dem Ende zu. In der Warteschleife stehen aber bereits zwei neue Bücher für die Lektüre an ungeraden Tagen. An geraden Tagen wird noch eine Zeit des Albert Vigoleis Thelens "Insel des zweiten Gesichts" auf dem Nachttisch liegen.

Die zwei wartendenen Bücher sind

John O'Donohue - Anam Cara
sowie
Inazo Nitobe - Bushido: Der Ehrenkodex der Samurai



jetzt wartet mal wieder der Haushalt.

Freitag, 15. Juni 2018

Ausrüstung

Ausrüstung und Technik

Nachdem ich auf der letzten Wanderung (habe ich das geschrieben?) bemerkt habe, dass bei längeren Wanderungen im Sommer meine bisherige 1,3l-Wasserflasche nicht ausreicht, habe ich mir diese oben im Bild zu sehenden schönen Kleinigkeiten bestellt und heute erhalte. Eine zusätzliche Wasserflasche mit einem Liter Fassungsvermögen, zusätzlich nochmal eine Halbliterflasche, die ich für kleinere Spaziergänge ausgesucht habe (passt perfekt in meine kleine Umhängetasche).

Außerdem erstand ich unabhängig davon diesen kleinen grünen Schlafsack links im Bilde. Es ist auch eigentlich kein Schlafsack, sondern ein wasserdichter Schutzbezug für meinen Rucksack, der bei dem ein oder anderen Regenschauer schon innen nass wurde.

Somit wäre ich für die nächste Tour gut gerüstet. Auf dass sie bald komme!

Dienstag, 12. Juni 2018

Vandalen und andere Viecher

Die Leut'.
Da baut man mal was Schönes in einer Welt der Hässlichkeiten, aber die Spaßgesellschaft trampelt es lieber gleich kaputt, statt vernünftig und pfleglich damit umzugehen.

Sonntag, 10. Juni 2018

Das verloren Land

Das verlorne Land

Ein goldnes Zauberland
Denk ich mir noch in Träumen,
Von Morgenroth umspannt,
Voll Blüthen an den Bäumen.

Wie wiegt die Seele schön
Sich dann auf Rosenschwingen!
Wie in dem Land der Fee'n,
Von dem die Dichter singen.

Einst war ich kurze Zeit
In diesen seel'gen Auen;
Nun aber bin ich weit
Kann sie nicht wieder schauen.

Ein dunkler Wolkenflor
Die Auen rings umsähet
Und auch die Wege vor
Sind durch den Schnee verwehet.

(Heinrich Beitzke)

Wanderung auf dem Heinrich-Scheuermann-Rundweg

Felder entlang des Weges

 Gestern hat mich mal wieder das ehrenwerte Phänomen der Gruppenwanderung in Beschlag genommen. Nachdem es eine Zeit in den letzten Wochen so aussah, als würde sich niemand melden, sagten doch noch zwei Mitwanderer zu, sodass wir dann (unser Haushalt + eben die zwei Freiwilligen) zu 4. waren.

Der Heinrich-Scheuermann-Rundweg ist ein 22,9 km langer (wie aus dem Namen schon hervorgeht) Rundweg ab Vorra. Benannt ist er nach einem Enthusiasten, der um 1900 im Bereich des H.-S.-R. auf eigene Faust erste Wandermarkierungen anbracht. An dieser Stelle auch Dank an diese gute Seele!

Der Weg geht durch wunderschöne, große und gänzlich verzauberte Wälder, über Felsen, ist manchmal breit, manchmal eher ein Trampelpfad durch Wald und Gehölz. In jedem Fall ist es ein doch ganz fordernder Weg. Als wir in die Gegend von Neutras kamen, hatte uns eine bereits vorher am Horizont aufziehende schwarze Wetterfront erwischt. Hier bin ich dankbar, dass unsere Entscheidung, den Weg trotzdem erstmal fortzusetzen, sich nicht als großer Unglücksgriff erwiesen hat. Denn bei richtigem Gewitter im Wald zu sein, sogar noch auf hohen Felsen, ist und bleibt sehr riskant!

Nach etwas über sieben Stunden wären wir schließlich wieder zu Vorra eingezogen. Jedoch: ein aus unbekannten Gründen frei herumstreifender aggressiver Schäferhund versperrte den Weg. So mussten wir wieder eine gute Strecke zurücklaufen, schlugen uns durch eine Böschung und mussten an der Straße entlang nach Vorra hineinlaufen. Gut, besser als den Arm vom Hund abgebissen zu bekommen! (Tiere waren ohnehin ein großes Thema. Mehrfach mussten wir uns Angriffen der gemeingefährlichen Milbe, auch als Zecke oder Gemeiner Holzbock bekannt, erwehren. Hinweis: Die Gegend ist dafür bekannt, von diesen widerwärtigen kleinen Bestien verseucht zu sein. Nach jeder Wanderung empfiehlt sich genaues Absuchen des Körpers, Wechseln der Kleidung etc., da ein Biss der Zecke sehr unangenehme Folgen haben kann:)

Ausklang fand statt in einer an der Pegnitz gelegenen Gaststube statt, in zehn Minuten gelehrtes Erfrischungsgetränk. Der Gang auf den Bahnhof in Vorra zu, Graffitis fielen von den Wänden, wieder die schwarze Wand am Himmel, Regen, und Regen, über den geheimnisvollen Bergen und Waldrändern.




Wegweiser hin zu den Fernzielen meines
Wander-Größenwahns. Oder so.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Frieden, für ca. 10 Sekunden

Liebes Tagebuch!

Getreu dem in einer kirchlichen Denkschrift zum Thema Frieden gelesenen Schema zur Versöhnung in den Schritten: "Waffenstillstand - Frieden - Versöhnung" habe ich heute in einer bestimmten Situation meinerseits einseitig eine Waffenruhe erklärt. Sie hat dann auch ganze 15 Minuten lang gehalten, bevor die Gegenseite den Waffenstillstand fröhlich gebrochen hat. Aber den Versuch war es bestimmt wert, ja, ganz bestimmt...

Mittwoch, 6. Juni 2018

Musikprojekt

Zusammen mit einem Freund, mit dem ich geräuschmusikalisch immer wieder kollaboriere, will ich bis Spätsommer/Herbst eine Art Split-Album rausbringen, weil uns aufgefallen ist, dass wir scheinbar gleichzeitig eine Sehnsucht nach unseren "Industrialtagen" entwickelt haben. Das soll nun ein konkretes Projekt werden. Aktuell überlege ich mir ein paar Aliasse und Projektnamen, weil ich mich so sehr im Schatten meines eigenen Geräuschtheaters Olé Damande fühle.

Sonntag, 3. Juni 2018

Sommer

Ich bin in der widersprüchlichen Situation, den Sommer einerseits zu lieben, andererseits zu hassen.
Ich mag Frühlings- und Sommermorgen, die spezielle leichte Art des Lichts, und Laub, das von den Sonnstrahlen bestrichen wird. Ich mag Sommergewitter, den Geruch, den der Regen überall hinterlässt, die Wolken, den blauen Himmel, ich mag es auch, draußen sitzen zu können und nichts zu tun.

Die Schattenseiten des Sommer sind für mich diese elende Betriebsamkeit aller Orten. Diese krankhafte Massierung von Festen, oder präzisieren wir das: "Events". Feste haben für mich noch den Kern des Feierlichen und Hohen, während das, was in dieser aktuellen Sprachverhunzungsmanie als "Events" bezeichnet wird, immer schrill, grell, abgeschmackt, hässlich und ohne Tradition und Würde ist.

Auch verstehe ich nicht, warum gerade bei schönem Wetter, dem ich rein assoziativ erstmal gute Laune zuordnen würde, sich die Anzahl von (s. letzten Beitrag) rücksichtslosen Verkehrsteilnehmern erheblich steigert.

Ich mag diese neumodische Gastronomie nicht, diese Pseudomediterranisierung, sodass scheinbar alles ein Nachäffen von Werbefilmen für tropische Rumgetränke wird, grelle Musik, der Geruch von Müll und Hundekot über der ganzen Stadt.

Ähnlich wie in einem Lied von Georg Kreisler würde ich zwar nicht an den Nordpol reisen, gerne jedoch mal die Sommermonate z. B. in einen kleinen Ort im Gebirge verbringen. Wie in besagtem Lied war mir dasher allerdings nicht beschieden, und somit träume ich nur, ohne die geringste Ahnung, ob es so einen Ort überhaupt gibt.

Samstag, 2. Juni 2018

Regeln, Folgelosigkeit, Frust

In den letzten zwei Tagen bin ich zweimal mit verschiedenen Zeitgenossen aneinandergeraten, weil sie sich aus meiner Sicht einfach rücksichtlos im Straßenverkehr verhalten haben. Nun ist das nicht die Art, wie zu leben ich mir wünsche. Trotzdem geht es manchmal nicht anders. Gerade, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, erlebe ich ständig gefährliches, gedankenloses, rücksichtsloses und grob verkehrsregelwidriges Verhalten, sowohl von Radlern, Autofahrern, und auch Fußgängern (wobei man sich denken kann, bei wem das schlimmere Folgen haben könnte), und mein Eindruck ist, dass hier von Polizei, Verkehrsüberwachung, Politik ... garnichts getan wird. Das Risiko gerade für Autofahrer, irgendwie zur Rechenschaft gezogen zu werden, bei Missachtung der Vorfahrt, zu schnellem Fahren, ignorieren von Verkehrsschildern, ist gering. Das ist eine Sache, die mich leicht frustriert.