Montag, 23. November 2020

Kalter Montag

 
Montag, und da draußen ist es saukalt. Heute früh Nieselregen. Mich plagen Rückenschmerzen. Alles in allem also großartige Voraussetzungen, die Woche zu beginnen. Am besten auch keine Zeitungen und Nachrichtenportale lesen. Aber Hoffnung naht; in Form von Backwaren und dem 4. Teil der "The Wheel of Time"-Reihe, welche ich beide heute in Empfang nahm.

 

 

Donnerstag, 19. November 2020

Ein verlorenes Jahr?

Hoch zu Roß Richtung Jahresend.

 
Im Gespräch neulich fiel das Wort vom "verlorenen Jahr 2020". Irgendwie ist das hängengeblieben bei mir. Ich finde diese Zuschreibung auch garnicht so verkehrt. Natürlich ist man froh, bisher so relativ gut und sicher durchgekommen zu sein, keine Frage. Trotzdem ist vieles ungetan geblieben, musste ungetan bleiben. Mancher Kontakt schlief ohne regelmäßige Treffen ein. Einiges konnte sich nicht so entfalten, wie es unter gesunden Bedingungen geschehen wäre. Nun, warten wir ab. Keine Nacht bleibt ewig. Oder?

Morgen ist erstmal Freitag, und der Abend bringt Schwarzbier.

Montag, 16. November 2020

Montag trifft Blattgold

Die Novembersonne versinkt im Wöhrder See


 Ein eigentlich wirklich schöner Montag! Zwar herrscht Chaos wie es typisch ist, trotzdem bin ich auf so eine eigenartige Weise erfreut und entspannt. Seit gestern schreibe ich an einer kleinen Geschichte für das Rollenspielsystem "Dread", die ich arbeitstitelnd erstmal "Die Rosen" nenne. Zeit bis zur nächsten Rollenspielrunde habe ich ja jetzt wohl "dank" der momentanen Gesetzeslage hinsichtlich Personentreffen... Montag trifft Blattgold. So könnte man den heutigen Tag übertiteln.


Freitag, 13. November 2020

Von der Beseitigung des Damokles-Schwertes

Gingko-Kunst im Klinikum



Seit gut zwei Wochen befand ich mich in einem sehr unguten Schwebezustand. Grund war eine Entdeckung medizinischer Art, die grundsätzlich schwere Folgen hätte haben können. Panik! Zusätzlich wollte oder konnte mir niemand so recht sagen, was genau da eigentlich vorliegt. Panik!! Obwohl eigentlich alles im Verhältnis sehr schnell und unkompliziert seinen Gang gehen konnte, hatte ich dennoch sehr viel Zeit, nachzudenken und Fragen zu stellen. Panik!!!

Heute dann Entwarnung durch gute Untersuchungsergebnisse. Das Damokles-Schwert wurde von über meinem Kopf entfernt und ich konnte hinaus in den Spätherbst zurücklaufen und in die Häuserschluchten unter Dächern, auf denen Stadttauben sitzen.



Dienstag, 10. November 2020

Rad platt und Tolkien-Gesellschaft

 
Böse Überraschung vor dem goldenen Tore des Brotgebers: Das Fahrrad hatte mal wieder einen platten Reifen. Kein Werkzeug weit und breit und auch kein Pannendienst. So schob ich denn den Drahtesel dann durch eine schwarze Stadt, zwängte mich in die Bahn und fuhr dahin, im schwarzen Reich eines ungewissen Schicksals.


Nachdem ich ein rastloser Geist bin und auch nicht warten will, bis die Sonne vielleicht wieder aufgeht um dann zu sehen, entschied ich mich heute dafür, in die Deutsche Tolkien-Gesellschaft einzutreten, um meiner Leidenschaft für Tolkiens Werk, Fantastisches und Poetisches zu fröhnen. Und wer weiß, vielleicht auch nette Kontakte zu knüpfen.

Jetzt dann muss ich mein Rad noch ein Weilchen durch die Gegend schieben. Ein freundlicher Mensch bat mir Hilfe beim Flicken des Reifens sowie Leihrad an.



Montag, 9. November 2020

Blaue Tage

Rötlich-blaue Natur


Gestern ging es zu einer kleinen Tour hinaus, vom Valznerweiher in Richtung des Fischbacher Pellerschlosses, um die letzten Sonnenstrahlen dieses Jahres einzufangen. Dies gelang und es wurde eine frohe Runde

Heute regiert der blaue Montag über die Welt. Mich stimmt das wenig froh, da zurzeit eine Art Damoklesschwert über mir hängt, das mit Glück und Gottes Segen frühestens am Freitag dort entfernt wird. Diese Sache an Damoklesschwertern ist ja, dass es sich mit ihnen so furchtbar angespannt und unschön lebt. Aber ich hoffe.


In strahlend Gold: Das Pellerschloß

Ein blauer Weiher

 

Freitag, 6. November 2020

Kurzer Zwischenstop im Krankenhaus

Klinikkaffee


 
Vor einigen Tagen musste ich mich zu einem kurzen Aufenthalt ins örtliche Krankenhaus begeben, widerwillig, aber wohl unvermeidbar. Daher kam ich nicht zum Schreiben und hatte darüber hinaus auch keine große Lust dazu. Nun bin ich wieder auf freiem Fuße und warte und hoffe, keinen weiteren Aufenthalt vor mir zu haben. Nun, das Jahr 2020 war ja ohnehin schon irgendwie eine fragwürdige Angelegenheit...


Sonntag, 1. November 2020

Nach der Winterwaldrunde ist vor der Winterwaldrunde

Herbstgehölz an Allerheiligen

 

Die Winterwaldrunde tagte. Meine Spieler hatten die (kurz gesagt) Aufgabe, eine geweihte Kerze auf dem Grab einer ruhelosen Seele zu entzünden, die ein ohnehin schon stark übernatürlich geplagtes Dorf, plagte. Diese Augabe gelang den Spielern auch relativ gut. Für den Spielleiter gab es viel Lob, auch wenn dieser trotzdem auch den ein oder anderen selbstkritischen Punkt an der teilweise selbst ausgedachten Geschichte und der Ausführung vorzubringen hat.

Der freundliche System-Matters-Verlag, welcher den "Winterwald" in Deutschland herausgebracht hat, hat nun auch schon die nächste Materialanforderung meinerseits erhalten: habe mir "Dread" bestellt, ein Spielsystem, bei dem Stadt Würfeln ein Jengaturm zur Bestimmung von Erfolg oder Misserfolg einer Aktion bestimmt (...und, nebenbei erwähnt, über Tod oder Leben der Spielfigur... wie, das wussten Sie nicht? Hätten Sie mal lieber das Kleingedruckte und die AGBs gelesen!), und das mich schon länger reizt.

Freitag, 30. Oktober 2020

Ich möchte nun auch...

 Ich möchte nun auch einmal etwas zu großer Dichtkunst beitragen und fröhlich das Gendersternchen verwenden (ja, denn auch ich bin ein guter Mensch und so weiter, was man durch das Satzzeichen jetzt auch schriftlich beweisen kann) und habe mich aus diesen Gründen dem Zusammendichten von allerhand Phrasen zum Thema "Seltsames bürgerschaftliches Engagement mit Elitefaktor" gewidmet. Aktuell niedergeschlagen hat sich das in einem Text namens "Tischgespräche in der Südstadt". Nachdem dieser fertig war, fand ich, dass er thematisch irgendwie mit einem meiner Texte, der schon etwas älter ist, nämlich "Ein vegetarischer Kongress" (von 2017) zusammenhängt. Daher stelle ich hier beide mal ein:


Ein vegetarischer Kongress

Langer Vortrag über Mensch und Welt
Gähnen, Nießen, Hörer flüchten,
Drängen, Rutschen, Zerren, einer fällt
In Ohnmacht, in ein Meer aus Plastikfrüchten

Ein Tisch, ein Spanferkel aus PVC
Man redet über Nahrungsmittelnormen
Schlappe Gespräche bei verwürztem Tee
Und wenig ausgefeilten Süßteigformen

Grüne Gedankenstürme sausen
Im Raum erhebt sich ein Geschwafel
Die schnelle Rede zwischen Rauch- und Kaffeepausen
Das Volk verödet an der Kaffeetafel

Langer Vortrag über Berg und Kies
Man geht im Thema in die Breite
Dürre Damen finden die Akustik mies
Und boxen bellend ihren Nachbarn in die Seite

Grüne Gedankenstürme sausen
Wie schwarzer Rauch aus großen Köpfen
Ein dicker Alter hält sich seinen Knödelbauch
Das Volk verödet an den Suppentöpfen

Ein Bärtiger berichtet mürrisch über Bienen
Die Hörerschaft glotzt müde und verbraucht
Die Halle wird von Lampenlicht beschienen
Und in ein schwüles Himbeerrot getaucht

Grüne Gedankenstürme sausen
Im Raum erhebt sich ein Geschwafel
Die schnelle Rede zwischen Rauch- und Kaffeepausen
Das Volk verödet an der Kaffeetafel

 

Tischgespräche in der Südstadt

Es trifft sich die Truppe in Kneipen
Es werden Ideen serviert
Man gibt sich gebildet und äußerst verschieden
Man lächelt und blinzelt pikiert
Und Rauschmittel werden gemieden
Bei Tischgesprächen in der Südstadt

So sitzt man an hölzernen Tischen
Und mümmelt Gerichte aus Kohl
So sitzt man und redet, von jüngsten Gerichten
Ein Saftschorlenbierglas klirrt hohl,
Ein Eitler zitiert aus Gedichten
Bei Tischgesprächen in der Südstadt

Die Runde verlegt sich aufs Hoffen
Und auf das Reifen der Zeit
Und auf die politische Lage
"Student*Innen" reden gescheit
Und stell'n das Gehörte in Frage
Bei Tischgesprächen in der Südstadt

Man drängt nun: man müsse was machen
Man teilt tausend Flugblätter aus
"Heraus nun zum Kampf um die Straße!"
Man rutscht auf dem Holzboden aus
Und stößt sich am Ausgang die Nase
Bei Tischgesprächen in der Südstadt

Donnerstag, 29. Oktober 2020

Regen, Sonne, wieder Regen

Leer prangt der Volksfestplatz. Kurz kommt die Sonne


 Regen, Sonne, wieder Regen. Der Herbst in Hochform. Mutter Merkel schließt die Türen wieder und alle Stammtische und weisheitlichen Tischgespräche in der Gegend müssen leider leider wieder ausfallen. Habe dem etwas gewidmet, was ich Tischgespräche in der Südstadt genannt habe. Glaube die Tischgesprächler*Innen ™ von verschiedenen Guten ™ Parteien warten schon darauf, nach dem Herabschluß ("Lockdown") wieder gute Ideen zu haben. (Ich hingegen muss mich mit Magnetfeldern herumschlagen, was der Gesundheit dienen soll...)



Sie sitzen an ihren Tischen
Und mümmeln Gerichte mit Blumenkohl.
Sie sitzen und reden, von Jüngsten Gerichten
Ein Saftschorlenbierglas klirret hohl und
Ein Eitler zitiert aus Gedichten;
Bei Tischgesprächen in der Südstadt...



Freitag, 23. Oktober 2020

Gedanken zum Wochenende

 Wochenende. Grau der Himmel, grau die Gedanken. Mit Verdruß muss ich feststellen, wie sich seit Beginn dieser Pandemie meine Aktivitäten stark verringert haben. Und was will man auch tun? Es macht mir weniger Freude, in die Natur zu fahren, weil man dazu ja auch erstmal über öffentliche Plätze und durch öffentliche Verkehrsmittel hindurch muss, mit diesem fast zwangsläufig auftretenden Zwangsempfinden, sich sofort danach waschen zu wollen. Die ohnehin schon kaffeefleckfarbende Großstadt erhält gedanklich noch weitere Kaffeeflecken hinzu und der  Himmel scheint immer grau und die Straßen durchzogen von einem eklen Geruch nach Krankenhaus oder Leichenhalle. Schöne Aussichten. Ich freue mich auf einen hoffentlich kommenden Tag, an dem man unschuldig eine Erkältung bekommen kann und sich aus der Salzwasserinhalation heraus onkelhaft zusagen kann: "Nur eine Erkältung, stell dich nicht so an.". Neben vielem anderen.
Ich muss ebenso feststellen, dass sich mein Menschenbild seit Beginn nicht grundsätzlich verbessert hat. Hortkäufe und verrückte Demos, andauernd durchschaubare Medienmuster, die hier Buhmänner aufbauen, dort Lichtgestalten, Parolengedresche darüber, wie wir uns doch jetzt alle ganz toll helfen und zusammenhalten. Ich fühle mich zwangsverheiratet mit einer Gesellschaft, innerhalb derer ich ohnehin teilweise im geistigen Exil lebe, das ab und an von Farbflecken meiner Inseln, Gärten und Kulturvereine durchbrochen wird, für die ich im übrigen sehr dankbar bin, aber, um auf die Gesellschaft zurückzukommen, mit der ich mich eben eher ungern und auch mehr zu einem Notbund zusammenfassen lasse. Man verstehe mich nicht falsch, die zwischenmenschliche Solidarität ist mir schon wichtig, und ich wünschte, da wäre wirklicher Zusammenhalt, allerdings bin ich einfach zu alt und zu unflexibel, und auch zu mürrisch, um Verständnis aufzubringen für eine Zeit, die seltsame und unlesbare Sonderzeichen in Berufsbezeichnungen und ähnliches hineinkleistert, um gleicher und moderner zu wirken, deren Hauptsorge es ist, ob der Urlaub auf Gran Canaria noch stattfinden kann, der Stille ein Gräuel zu sein scheint und überhaupt so ideologisch aufgeladen ist, dass mir oft nichts mehr echt scheint und begraben und meterdickem Lack von einer gewünschten Welt aus "Wir sind die Guten! Wir sind die Guten!". So, werter Leser (ohne Satzzeichen), nimm es deinem alten Freund nicht übel, wenn er leichtem Murrsinn nachhängt, übe dich in Milde, so du kannst, in Fürbitte und vielleicht in Verständnis.


Montag, 19. Oktober 2020

Der Regen ist vorbei

 Der Regen ist vorbei und ein merkwürdig gütiger Himmel streckt sich goldfadendurchzogen über der Welt dahin. Als wäre nichts gewesen, als wäre nie etwas gewesen. Manchmal halte ich es schon für geradezu ausgeschlossen, dass sich die Dinge auf der Weltebene wieder zum Guten wenden. Zuviel Geschrei und zuviel ist schon den Bach runtergegangen.
Man bekommt immer gesagt, dass man als Christ die Dinge positiv sehen müsse, die Hoffnung hochhalten, nicht den Schwarzsehern das Wort reden. Auf eine gewisse Weise mag das sein, allerdings ist die christliche Kernlehre doch nicht, dass in der Welt nichts schief gehen kann. Das wäre ja inzwischen mehr als deutlich widerlegt. Ich denke, dass man als Christ Hoffnung hat, dass das Leben und die Menschen auf Dauer gesehen nicht der Vergeblichkeit anheim fallen werden. Was aber für mich, wie gesagt, nicht heißt, dass nichts schief gehen kann und erst recht nicht heißt, dass ich mich einem naiven Geschichtsoptimismus verschreiben müsste.

Wolken. Die Jugend ist vorbei, und der Regen auch, und ein merkwürdig goldfadendurchzogener Himmel streckt sich über der Welt dahin.

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Stille im Tal der Besserwisser

Ein Rosenkranz aus der Oberpfalz


 Bin nun tatsächlich noch einer zweiten, diesmal internationalen, Rosenkranzgebetsgruppe beigetreten. Fand das sinnvoll. Es scheint ja mehr und mehr überall um's Diskutieren und Argumentieren zu gehen, und darum, wer dann am Ende einer brillianten Redeschlacht den anderen an die Wand geredet hat und dann den goldenen Pokal "Rechthabenster unter den rechthabenden Menschen auf Erden" zu erhalten. Schulterklopfen bei den intellektuellen Kumpels, oder in der Protestclique der Gnostiker, Bier auf, jawoll jawoll jawoll...

Polemik Ende: ich fand, dass es an der Zeit ist, mehr in die Stille zu gehen, dann und wann, so gut es eben geht, darauf zu hören, was Gott möglicherweise in einer Situation zu sagen hat. Innezuhalten. Zu meditieren. Zu bitten. Nachzudenken. Das ist mir alle mal sympathischer. Und daher entschied ich, mich auf diesen Pfad gemeinsam mit anderen zu machen.


Mittwoch, 14. Oktober 2020

Herbstregen

 
Heute brach die Himmelsschleuse. Es regnet aus Kübeln. Seit Mittag. Kein besonders schönes Wetter, um nochmal das Haus zu verlassen. Werde es dennoch tun, fürchte ich, und es wird sich hoffentlich auch lohnen.

Für meine Senfkorn-Einheitsübersetzung habe ich vor einigen Tagen eine sehr schöne Schutzhülle aus Stoff entdeckt und bestellt. Hoffe, sie hält, was ich mir davon verspreche...
Weiter mache ich mir Gedanken über die Jugend der 70er, plane eine "Winterwald"-Runde und freue mich auf das Wochenende.

Gute Nacht.

Montag, 12. Oktober 2020

Senfkornbibel

Einheitsübersetzung: "Senfkornausgabe"

 
Habe heute entschlossen, die Augen nicht länger vor den Tatsachen zu verschließen: ich sammele Bibeln. Verschiedene Übersetzungen in verschiedenen Ausgaben und Designs. Denke, das kann man so sagen. Bin inzwischen bei ca. sieben unterschiedlichen Versionen des "Buchs der Bücher" angekommen. Und nun habe ich mir mithilfe eines bestehenden Geschenkgutscheins noch die oben zu sehende "Senfkornausgabe" der Einheitsübersetzung geholt (Danke an den Spender an dieser Stelle!).

Jetzt ist es aber mitnichten so, dass ich die auf unterschiedliche Weise erworbenen (manche waren Geschenke, manche habe ich gefunden, manche vor der Vernichtung oder dem Verstauben gerettet, einige wenige habe ich selbst zum Neupreis gekauft) Bibeln im Regal verstauben lasse. Nein, gelesen werden sie eigentlich alle. Manche mehr, manche weniger, aber jede Bibel findet von Zeit zu Zeit ihren Weg in meine private Andacht. Und alle haben auch ihre Geschichte. Da gibt es eine Neue Genfer Übersetzung, die ein Geschenk eines Freundes war, die ein paar mal mit zu einem sehr kurz bestehenden Hauskreis gekommen ist, und die ich gerne lese, weil sie, wie es ein Jesuitenpater, mit dem ich mal ein Gespräch über Bibeln führte, so schön sagte "das beste aus zwei Welten vereint", nämlich aus den Welten der Texttreue und der leichten Verständlichkeit.
Da gibt es eine alte und etwas zerknitterte Einheitsübersetzung, die ich für etwa zwei Euro gebraucht als Flomarkt-Artikel gekauft habe, die allerlei wahrscheinlich von Schülerhand gekritzelte pseudo-okkulte Parolen enthielt, die ich erstmal entfernen musste.
Oder meine revidierte Luther-Bibel, deren Seiten im Buch Tobit leicht zusammenhaften, weil ich sie meistens im Frühsommer im Park laß, wobei mir seltsamer gelber Blütenstaub hineinrieselte, der dann eine gewisse Klebwirkung entfaltete. Und so weiter. Alle haben ihre Geschichte und ich hoffe, dass ich in nächster Zeit wieder etwas häufiger die Zeit und den Raum finde, aus dem Wort Gottes zu lesen.



Donnerstag, 8. Oktober 2020

Erstaunt

 

Erstaunt und sehr froh nehme ich momentan zur Kenntnis, wie ich in Glaubensdingen seit Frühjahr 2020 wieder auf einen, so meine ich, guten Kurs gekommen bin. In der Rückschau erscheint mir, als wäre ich damals aus Wut über so eine dauernde subtile Bevormundung kurz davor gewesen, das Porzellan an die Wand zu schmeißen. Viele Sachen von damals haben sich recht effizient erledigt. Habe als nun wieder katholischer Christ wieder Atemluft und fühle mich nicht mehr so dauerhaft auf verlorenem Posten streitend. Viele Sachen, die ich jetzt habe, wie teilweise mehrmals wöchentlich Empfang der heiligen Eucharistie, kann und will ich mir garnicht mehr wegdenken. Dinge, die Kraft spenden, und mir erscheint es so idiotisch, wie man versuchen soll, ohne sie auszukommen auf seinem Weg. Ja, irgendwie sehr gut alles.
Natürlich bin ich nicht auf einer Insel der Seligen gelandet, es gibt weiter Fragen, Zweifel, auch Sachen, die mich ärgern, weil sie eher so gesamtchristliche Phänomene sind. Aber ich fühle mich nicht mehr so wie das schwarze Schaf. Und das ist schon viel wert.



 

Dienstag, 6. Oktober 2020

Die letzten Tage

 
Die letzten Tage brachten die seltsame Angewohnheit der Wetterdienste ans Licht, stets Regen zu prophezeien, der dann nicht oder nicht in dem Maße wie angedroht/angekündigt/versprochen eintritt. Alles in allem ist es aber schon ein gutes Stück kühler geworden, und herbstlicher, und immer alltäglicher wird es nun so, wo scheinbar noch vor einigen Wochen richtig Sommer gewesen ist. Nun, es sei.

Ein Freund hat mir diese Tage Produkte meines damals noch jungen Klangschaffens aus dem Jahre 2003 geschickt und ich bin entzückt! Ein Rauschen aller Orten. Damals habe ich teilweise Sprachfetzen mit einem Mikrofon ans Radio gehalten und so in den Rechner aufgenommen. Ein kristallklarer Klang war die Folge, wie man sich gut vorstellen konnte. Sehr lachen musste ich über z. B. einen Track namens "Das deutsche Volk braucht Helden: Ein Jürgen-Fliege-Massaker" mit dem ich mir damals scheinbar in den Kopf gesetzt hatte, den zu Esoterik und Faselei neigenden Fernsehpfarrer gleichen Namens ins Absurde hinein zu glorifizieren. Dies geschah durch eine Kombination aus mittels der schon beschriebenen Technik gewonnenen Einspielungen aus des Fernsehpfarrers Sendung und Fetzen diverser Propagandastücke aus der Ostzone. Nobelpreisverdächtig. Glücklicherweise hat Fernsehpfarrer F. nie davon Wind bekommen, trotz meiner schon damals gewaltigen Popularität in der Popmusikszene.

Weiterhin pflege ich immer noch das Rosenkranzgebet. Habe sogar noch überlegt, mich einer weiteren Rosenkranzgebetsgruppe anzuschließen, bin nur noch nicht sicher, ob der Wunsch, das Anliegen und den Ansatz der Gruppe zu unterstützen, den Beitritt dort rechtfertigt. Vielleicht frage ich einfach mal.



Sonntag, 4. Oktober 2020

Wein und anderes

Der beliebte Rebensaft

 Endgültig in der High Society angekommen, pendelten die DdH und ich neulich in einen Weinladen, wo wir eine halbe Kiste verschiedener Weine einkauften. Wie eine Reise an den Rhein doch den Charakter verdirbt!

Ansonsten gehen meine Klangbasteleien ihren guten Gang. Bin gespannt, was über die nächste Zeit noch so entstehen wird. Im Übrigen bin ich mal wieder von Oberflächlichkeit und Unverbindlichkeit genervt. Als Gegenmittel und Linderung steht mir aber, Gott sei dank, nicht nur Rotwein zur Verfügung.


Mittwoch, 30. September 2020

ich so laut

 
Ist die Welt wirklich so laut geworden?


(Mittwoch. Sport. Warmes Brot. Regenwolken)

Montag, 28. September 2020

Herbst und seine blaufeine Melancholie

 So geht auch der September langsam dahin. Ein paar Tage bin ich hier nicht zum Schreiben gekommen. Viel passiert und immer wieder abgelenkt gewesen. Habe am Samstag ein bisschen Klangbastelei betrieben. Leider konnte ich meine neue Software noch nicht ganz zu meiner Zufriedenheit nutzen. Dafür ist seltsamerweise mit einem Programm, das ich schon lange nutze, mehr entstanden, das mich angesprochen hat. Unter'm Strich sind so ca. 1 1/2 Stücke entstanden, von denen ich eines ganz gern mag (trotz einiger trotzdem bleibender Kritikpunkte), und eines, bei dem ich nicht sicher bin.

Freue mich auf den Herbst, und seine blaufeine Melancholie.



Dienstag, 22. September 2020

Ambient

 
Habe vor kurzem die kleine, aber sehr feine (soweit ich das nach ein paar hektischen Probeläufen bewerten kann.) Software Ambient entdeckt. Habe spontan sofort zugegriffen, weil sie mir genau das verspricht, was ich suche: die Möglichkeit, ganz frei mit Klängen zu experimentieren, ohne zuerst zwei Stunden an der Technik herumbauen zu müssen oder lange Handbücher lesen zu müssen. Gleichzeitig kann man, was man mit Ambient tut, natürlich auch technisch angehen und verstehen lernen. Man muss aber nicht, und das finde ich eine gute Sache. Am Wochenende möchte ich mich mal in Ruhe hinsetzen und das Programm näher auf seine Möglichkeiten erforschen.



Montag, 21. September 2020

DnD am Sonntag

Neues aus dem Würfelland

Gestern tagte unsere DnD-Gruppe ein weiteres Mal, und sehr ergiebig. Der Gruppe gelang es, neben der Erledigung einiger Bauarbeiten, einen von Goblins entführten Jungen aus einer finsteren Höhle zu erretten. Die Goblins überlebten diese Rettungsaktion leider nicht. Neuzugang in der Gruppe ist ein Druide, nachdem zwei Spieler vor einiger Zeit abgesprungen sind.
In der nächsten Runde wird vielleicht das Rätsel um die mysteriöse Familie Schimmerschnee gelüftet...


Ansonsten bin ich dieser Tage auf der Suche nach einer Möglichkeit, mein (ähem.) Klangschaffen mit dem Projekt Olé Damande wieder aufzunehmen.




 

Freitag, 18. September 2020

Schreibkrampf

 
Ein bisschen fehlt mir derzeit das Schreiben. Ich habe wahrscheinlich fast ein Jahr kein richtiges Gedicht mehr geschrieben. Höchstens mal eine Kritzelei am Rande. Irgendwie fehlt mir eine Art Ziel. Texten für eine Band. Regelmäßiges Schreiben für irgendeine Art Publikation. Vielleicht auch einfach so ein spielerisches Element. Irgendwie sehr krampfig. Wie beneide ich einen Freund, der das halbernste Ziel postuliert hat, Volksdichter im Sinne Wilhelm Buschs zu werden und daraus kommend fröhlich Texte über Themen wie "1000 Jahr' Sozialdemokratie" verfasst, ohne sich auch nur einen Augenblick darum zu kümmern, warum er das macht. Und die Resultate sind gut und von einer beinahe rücksichtslosen Heiterkeit.



Montag, 14. September 2020

Rosenkranzverein

 

Um mich selbst zu motivieren, weiter regelmäßig den Rosenkranz zu beten, habe ich dieser Tage Antrag auf Aufnahme in einen Rosenkranzverein gestellt. Was ist das? wird sich der ein oder andere jetzt fragen. Die Antwort könnte wie folgt aussehen: Ein Rosenkranzverein ist so eine Art überörtlicher Gebetsgruppe. Jedes Mitglied übernimmt (ist je nach Gruppierung unterschiedlich geregelt) die Pflicht, täglich entweder einen kompletten Rosenkranz zu beten oder einzelne Geheimnisse, in letzterem Fall wird es dann oft so organisiert, dass die Beter in Gruppen zusammengefasst werden, sodass pro Gruppe täglich zusammen dann ein kompletter Rosenkranz gebetet wird.

Darüber hinaus hat die Woche holprig und mit Kopfschmerzen begonnen. Nun, mal sehen...



Samstag, 12. September 2020

Ein Samstag im September

 



Vor einiger Zeit schon habe ich ein schönes Spielzeug entdeckt: Townscaper, ein aus Schweden stammendes Computerspiel, bei dem man ganz im Geiste des Spielens mit Legosteinen ein niedliches kleines Städtchen erbaut. Das alles dann ganz ohne Grenzen und Zwänge, es gibt weder Rohstoffe oder sonstwas, auf das man achten müsste. Man baut einfach fröhlich vor sich hin und guckt, was rauskommt. Oben zu erblicken ist die "Baustelle" einer kleinen Stadt, die ich gerade vor mich hinbaue, wenn die Gelegenheit gegeben ist.


In Sachen Glauben verfolge ich momentan ein kleines Projekt. Für einen Monat will ich zusätzlich zum Sonntagsgottesdienst noch einen weiteren Gottesdienst pro Woche besuchen, einfach, um ein bisschen "Input" zu bekommen und um dranzubleiben. Zusätzlich strecke ich die Fühler nach irgendwas Gruppenmäßigem aus, wobei ich da genau hinschauen werde, weil mir dieses ganze Gruppending in der Vergangenheit irgendwann eher Ärger als Erbauung beschert hat. Alles in allem fühle ich mich aber momentan ganz gut.


Mittwoch, 9. September 2020

Eine seltsame Farbe

 
Eine seltsame Farbe hat die Woche. Sonnengrau. Um die Ecke ein Fleck von stumpfen Gefieder und Fell. Stadttaubengesang schläfert ein. "Herbst kommt! Herbst kommt!", singt man. Kaum merkt man's, als Dunkelheit sich heranschleicht, aus den Wäldern und vom Grund der Flüße hinauf. Herbstluft schnaufen, da kurz hinter dem Egidienmuseum, noch kurz, bevor das Sonnengrau zurück kommt.



Montag, 7. September 2020

Freystadt

Kloster Freystadt und Wallfahrtskirche Maria Hilf

Kuppelgewölbe der Wallfahrtskirche


 
So kam denn erstmal der Samstag. Die Wiederaufnahme hat (Gott sei Dank!) auch trotz einiger Missverständnisse und organisatorischer Schwächen (nicht seitens des Aufzunehmenden... ) gut geklappt, was mich aktuell richtig froh macht. Daran anschließend ging es in die Vorabendmesse.

Am nächsten Tag, dem Sonntag, geschah eine kleine Exkursion in das Städtchen Freystadt in der Oberpfalz, wo ein kleines Grüppchen Exkursierender einen recht festlichen und frohen Sonntagsgottesdienst erleben durfte. Im Anschluss schmauste man beim Griechen.

Nun ist der grässliche Alltag wieder da und ich überlege, wie ich den kommenden Zeiten etwas Besonderes erhalten kann und was vielleicht zum innerkirchlichen Wurzeln schlagen dienlich sein könnte.



Samstag, 5. September 2020

Versöhnung, Wiederaufnahme, Leseliste und Lakritze

 
Heute ist er da, der "große Tag" und am Nachmittag wird meine Wiederaufnahme in die römisch-katholische Kirche besiegelt. Bin etwas aufgeregt und vorfreudig und hoffe, dass dann alles gut geht, niemand vorher stirbt oder die Dinosaurier zurückkehren...

Passend zu so einem hohen Freuden- und Festtag erhielt ich heute ein größeres Paket skandinavischer Salzlakritze, die mir von Holländern aus Hamburg zugesendet wurde. Quasi ein multinationales Projekt des Friedens und der Versöhnung im Zeichen des köstlichen schwarzen Goldes, das mutmaßlich in irgendwelchen Zwergenbingen erfunden wurde! (kann nur so gewesen sein.)

Wie gestern bereits in die Perspektive einbezogen, habe ich nun den zweiten Band des "Wheel of Time" ausgelesen und den dritte Band begonnen. Aktuell lese ich somit:

  • Robert Jordan - The Dragon reborn (TWoT 3)
  • N. T. Wright - Von Hoffnung überrascht


(und irgendwo hebt des Johannes Willms' "Napoleon" noch ärgerlich die Hand, da ich damit angefangen habe, aber es irgendwie aus Neugier über den Wright vorübergehend zur Seite gelegt habe. Drei Bücher auf einmal, da würde ich dann wahrscheinlich den Inhalt durcheinander bringen. "Der wiedergeborene Drache, der bei der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt spontan von Hoffnung überrascht wurde...". Oder so. In diesem Sinne: Guten Abend!)



Freitag, 4. September 2020

Im September

 

Ein paar Tage im September. Zwei Wochen entfernt von der nächsten DnD-Runde. Und irgendwie schräg in die Normalität eingdreht, wie eigentlich ständig seit dem Frühjahr. Gestern begab ich mich auf einen kurzen Abstecher in den freundlichen Ultra Comix zu Nürnberg um mich von der geballten Anwesenheit mannigfaltiger Rollenspielsysteme inspirieren zu lassen und um als kleines "Zuckerl" eine Miniatur für meinen DnD-Charakter und dessen Bewegungen auf einem Spielplan zu kaufen.
Ansonsten lese ich mit Freude weiter die "The Wheel of Time"-Serie, wo ich demnächst in den dritten Band einsteigen werden.


Dienstag, 1. September 2020

Das Suderland

 

Das Suderland

Schon seit längerer Zeit reift in mir die Idee, für das Rollenspielsystem Aborea eine Kampagne zu schreiben und die für (m)eine Gruppe zu leiten. Habe gestern dann auch mal angefangen, eine Regionalkarte des Suderlandes in Palea zu erstellen, wo die Kampagne spielen soll. Hatte früher schon einmal versucht, mit dem Other World Mapper eine solche Karte zusammenzubringen, leider hat es technisch da einfach nicht geklappt. Mit dem obigen Resultat bin ich nun ganz glücklich.

Überhaupt würde ich sehr gerne mal wieder Aborea spielen oder leiten...
(An dieser Stelle auch nochmal meine Empfehlung: Aborea ist super geeignet für Einsteiger und Regelfaule wie mich.... Und für nichtmal 20 Euro ist es auch recht günstig zu haben! :) )


Ja... ansonsten habe ich heute Nachricht erhalten, dass ich wieder in die Kirche zurückkehren darf. Am Samstag wird's dann offiziell im Rahmen einer kleinen Andacht vollzogen, was mich sehr freut!



Montag, 31. August 2020

Rückkehr vom Rhein

 

Das Rheintal


Ein paar Tage war ich nun nicht hier, sondern erging mich an den Ufern des Rheines zwecks Erholung. Was ansich auch ganz gut geklappt hat. Die Rheingegend ist recht schön, allerdings muss erwähnt werden, dass sie touristisch meines Eindrucks nach schon bessere Zeiten erlebt hat. Viel Leerstand und etwas Verfall. Vielleicht auch ganz passend. Nun bin ich wieder hier, im trockenen Franken, in den Gegenden, wo man von Wein nichts weiß und wo geistiger Verfall regiert.



Donnerstag, 20. August 2020

Erfrischung

Verspricht auch Erquickung: Frisches Obst.

 

Ein paar Tage, die der Erfrischung dienen sollen liegen vor mir, die genutzt werden wollen. Oder auch bewusst nicht genutzt. Nach dem Wochenende sogar abenteuerlicherweise anderswo, an den Ufern des Rheines. Ansonsten, wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja sogar, eine Wanderung hier in der Gegend zu unternehmen, oder einen Abstecher in das schöne Regensburg zu unternehmen, um dort an einem Gottesdienst in der Alten Kapelle teilzunehmen und auf die Wellen des großen und schönen Stromes zu schauen?


Montag, 17. August 2020

Der tolerante August

 

Der tolerante August und seine blauen Flecken und Blutgerinsel. Kurz an der Bordsteinkante Luft holen, während der Asphalt glüht. Hohe Blätter und Zerfall; und Erinnerung, an Zwotausenddrei, Sternennächte und verbrannten Rasen; und Katzenpfade, hinter hohem Gras.



Donnerstag, 13. August 2020

Leseliste, Netzausfall, weiter im Text

Im Krater blühen wieder die Blumen

 

 Netzausfall. Konnte ein paar Tage nicht schreiben. Am Freitag den 7. ging man nachmittags kurz aus dem Haus, bei Rückkehr blinkte der Router Alarm und verabschiedete sich ins Nirgendwo. Es folgte ein nicht ganz reibungsloser Klärungsprozess mit dem Anbieter, bei dem das Ersatzgerät einmal versprochen und erst beim zweiten Anruf tatsächlich verschickt wurde. Nun blinken hier wieder neue Lichter und erstmal geht alles seinen gewohnten Gang.

Ansonsten warte ich noch ein bisschen. Das wahrscheinlich abschließend noch benötigte Dokument für die Rückkehr in die katholische Kirche ist abgegeben. Und nun warte ich auf Rückkehrerlaubnis des Bischofs (oder so.).
Im Übrigen grüble ich und zweifle ich seit ca. einer Woche herum. Das ist eine Krankheit, die ich wahrscheinlich auch nicht mehr loswerde, diese phasenweise auftretenden Gedanken. "Kann das mit diesem Gott sein?", "Ist die Welt nicht viel zu banal in ihren Abläufen für die Existenz eines Gottes?", "Können Wunder geschehen?", Angst, irgendwas leisten zu müssen. Weiß auch nicht. Fürchte, das werde ich einfach nicht los. Das war alles mal vor Jahrzehnten ganz unkompliziert. Aber vielleicht habe ich da einfach ein paar Denkschritte im Glauben nicht mitgemacht, die ich halt jetzt nachholen muss. Mal sehen. Immer gut ist jedenfalls, dann über Glaubensthemen zu lesen oder zu reden.

Und so kommen wir zur aktuellen Leseliste:

Aktuell lese ich

  • Johannes Willms - Napoleon
  • Robert Jordan - The Great Hunt (TWoT 2)


in der Warteschleife sind:

Robert Jordan - The Dragon Reborn (TWoT 3), außerdem N. T. Wright - Von Hoffnung überrascht: was die Bibel wirklich zu Auferstehung und ewigem Leben sagt (gekauft, um eben über Glaubensthemen nachzudenken), Heinrich Janssen - Die Perlenschnur des Heils: den Rosenkranz entdecken und beten.


Bis demnächst!

 

Donnerstag, 6. August 2020

Blut und Dokumente von der Welt Beginn an


Gestern habe ich dazugelernt, dass es eine Stelle gibt, die das geheimnisvolle Wissen über sämtliche kirchliche Vorgänge vom Beginn der Welt an bewahrt. Dies erfuhr ich deswegen, da für meine Rückkehr in meine spezielle Kirche noch ein Dokument vonnöten war, das im Pfarramt nicht vorlag. Man bat mich daher um Rücksprache mit dem bereits erwähnten Orakel. Das Orakel stellte sich nun als äußerst freundlich heraus, sodass ich demnächst das benötigte Papier in Händen halten werde und dann mein Antrag auf Rückkehr weitergehen kann.

Am Arbeitsplatz schnitt ich mich heute mit einem Ordner (!) in die Hand. Rotes Blut spritzte in Fontänen hervor und lief auf den Boden. Nachdem ich meine Wunde notdürftig versorgt hatte, überlegte ich erst, die Blutlachen so zu belassen, um am nächsten Morgen den Verdacht eines grässlichen Verbrechens bei den Kollegen zu wecken. Allein die Vernunft gebot anderes!


Dienstag, 4. August 2020

Ein deutliches mehr an Spiritualität


Mir ist das heute beim Versuch, in der Mittagspause in Ruhe die Bibel zu lesen, klar geworden. Bei mir ist deutlich Bedarf an mehr Gelegenheit zu Begegnungen mit Gott. Es ist auch eben nicht so, dass ich da keine Zeit dafür freimachen würde. Gerade dadurch merke ich, dass ich da manchmal gerne mehr hätte. Hunger. In den letzten Jahren hat mir da auch wirklich etwas gefehlt, was schon mal garnicht durch das Gemeindeleben gefüllt wurde. Irgendwie musste da immer das (ich verwende da jetzt bewusst mal dieses vermeintlich alte Wort) Seelenheil des einzelnen Menschen hinter irgendwelchen sozialen Slogans und großen Projekten zurückstehen. Für mich ein Irrweg.
Momentan warte ich immer noch, hänge irgendwo dazwischen. Weiß gerade nicht, wo mein Stand auf dem Weg ist. Hab es in andere Hände gegeben und muss zumindest erstmal warten.


Sonntag, 2. August 2020

Erste Augusttage





Erste Tage im August. Gute Vorsätze und Aufkehrens. Warten auch. Und Vorfreude!
Gartenfeiern sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Aber das ist recht so. Draußen regnet's, und der Montag ist nah herbeigerückt.


Donnerstag, 30. Juli 2020

Kleine Gesundheitswallfahrt nach Mariahilf

Zu Beginn dieser weltumspannenden Seuche habe ich mir einen kleinen Vorsatz gefasst: und zwar sobald es wieder möglich ist und wenn bis dahin alle im näheren Umfeld gesund geblieben sind, eine kleine Pilger- oder Wallfahrt an einen speziellen Ort zu tun, um Gott für die Bewahrung zu danken und weiterhin um Gesundheit zu bitten. So ist es dann am gestrigen Tage geschehen. In den Umständen entsprechend kleiner und familiärer Gruppe ging es auf den Mariahilfberg bei Neumarkt, wo wir einen Frühgottesdienst besuchten.

Anschließend hieß es eine Runde zu gehen, und zwar in Richtung der Ruine Wolfstein, wo man die Ausicht über die beinahe leicht toskanischen oberpfälzer Lande genoß und sich anschließend in einem nahen Gasthof ein Mittagsmahl schmecken ließ.


Eine andere Pilgerfahrt unternahm ich heute: und zwar einen Gang ins örtliche Pfarramt, wo ich einen weiteren Schritt in Richtung Rückkehr in "meine" römisch-katholische Taufkonfession gemacht habe.

Nun raste ich ein Weilchen und genieße Tage der Er- und Auffrischung.


Kerze vom Mariahilfberg

Wallfahrtskirche Mariahilfberg


Blick auf Neumarkt von oben

Burgruine Wolfstein

Beinahe kitschig güldnes Kornfeld

Dienstag, 28. Juli 2020

Kurzer Abstecher nach Weißenohe


Den heutigen freien Tag genutzt, um mal kurz "raus" zu fahren. Nach Weißenohe und zur Lillachquelle. Schön war's!



Klosterkirche in Weißenohe
Die Lillachquelle bei Weißenohe

Montag, 27. Juli 2020

Ernste Viecher


Die Bürokratie ist ein seltsames Viech. (Nicht erst seit Ödön von Horvath)


Heute begab ich mich zur Abwechslung mal in die Mühlen der Bürokratie. Nicht um oben zu sehendes fiktiv-humoristisches Schriftstück zu erwerben, sondern tatsächlich um etwas Ernstes zu erledigen, was mich in Richtung der Rückkehr in meine angestammte Glaubensrichtung weiterbringt. Als das Ernste erledigt war, strahlte auch schon die Sonne hell auf und ich entschloss, Ernstes leicht zu nehmen.




Donnerstag, 23. Juli 2020

Move the pig


Ganzen Tag rotiert. Am Schluß noch die routinemäßig fällige Kontrolluntersuchung beim Arzt. Soweit alles, bis auf Kleinigkeiten, trotz Vorbelastungen und sekündlich zunehmenden Alters, ganz normal im Durchschnitt. Erleichterung! Das innere Schwein in Bewegung halten, damit es nicht rostet. Wobei es irgendwann sowieso rostet, das Schwein bzw. die innere Haltung. Liegt am hohen Bleigehalt des Alltages. Stilecht verabschiedete mich die behandelnde Ärztin dann mit der Feststellung, jetzt in den Wald zu gehen. Den Bleigehalt niedrig halten. Den Ozonwerten und der nach Benzin riechenden Sommerluft zum Trotz.

Herzlich: Ihr Eisenfisch.


Montag, 20. Juli 2020

Festhängen


Ein wenig hänge ich fest. Komme nicht so vorwärts, wie ich das will. Sommerloch. Übung in Geduld. Ein Hauch von Hundstagen. Abwarten, immer wieder. Aber ich habe einstweilen beschlossen, das Programm wie geplant fortzusetzen und durchzuziehen, weiterzusegeln, auch wenn (noch!) kein Land in Sicht ist. Es wird kommen, da bin ich sicher.

Gestern tagte unsere heitere DnD-Runde. Unsere Spielcharaktere hatten die ruhmreiche Aufgabe, Zutaten für Zement zu beschaffen... (Ja, man glaubt es nicht!). Was auch gelang. Den hart erkämpften Zement brachten wir zurück, und nun kann mit dem Bau einer Schmiede im Ort begonnen werden. Hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht!


Mittwoch, 15. Juli 2020

Morgen



Morgen habe ich ein Gespräch und so Gott will, geht es dann ans "Koffer packen" für mich. Habe mich lange mit Grübeln und Ärgern herumgeplagt und nun könnte ich die Sache bald, in ein paar Wochen vielleicht schon, beendet haben. Habe mir schon einen Termin für die nötige Bürokratie eingeplant. Und dann... Ende eines Experiments? Ich will mich auch bessern. Anfang von was neuem Altem. Oder andersherum? Denke, es wird nicht alles gut sein, aber vieles besser. Nun warte ich mal morgen ab und hoffe, dass sich bald eine Türe öffnen wird.


Montag, 13. Juli 2020

Zündel-Fipsi gegen das Volk

Zündel-Fipsis letzte Worte

Ende des spanischen Ausbeutersystems: Beginn der Spanischen Sowjetrepublik

Das rote Reich


Es folgt nun ein Einblick in meine aktuelle spannende Civilization-VI-Partie. In dieser habe ich Englands Führung als Eleonore von Aquitanien übernommen. Über sehr verworrene Pfade führte ich irgendwann den Kommunismus in meinen Landen ein. (Erschreckenderweise haben, wie ich neulich festgestellt habe, alle anderen Länder des Planeten faschistische Systeme. Mit einer Ausnahme: einer Oligarchie... Da bin ich mit meinem kommunistischen England ja fast ein leuchtendes Beispiel...).

Nun hat mein in allen Spielen seit Erwerb des Spieles "Lieblingsgegner" Philipp II. es (wie immer...!!) nicht lassen können, mich ständig diplomatisch anzupöbeln. Er schalt mich einen Sünder, erklärte meinen Verbündeten den Krieg, einmal, zweimal. Beim zweiten Male reichte es dann! Meine mächtige Volksarmee lies die spanische Ausbeuterclique ihre Bedrohung aller friedliebenden Menschen auf der Erde büßen und rückte zum Schutze der Errungenschaften der Arbeiter und des Friedens in Spanien ein! Dieses hatte nun auch bald nichts mehr entgegenzusetzen und ward besetzt. Als quasi "Spanische Sowjetrepublik" führt das Land nun ein Fortleben im Rahmen meines Landes.

Doch schon drängen weitere Probleme: Wird mein rotes Reich die gravierenden ökologischen Probleme, resultierend aus massivem Gebrauch von Kohle und Erdöl, beheben können? Oder droht der Welt der Umweltkollaps?

Freitag, 10. Juli 2020

"...Aba d'Leit!"


Da ist es, das Wochenende. Eigentlich war ich für heute Abend verabredet. Quasi als Alternative dafür, dass ich neulich (rätselhafterweise.) an einem Wochentag nicht ganz spontan ™ alles stehen und liegen lassen konnte, um in einer halben Stunde noch etwas zu unternehmen. Nein, ich beklage mich da jetzt nicht. Ich nehme das so zur Kenntnis, dass das die für mich problematische Art meines Umfeldes ist, zu versuchen, Miteinander zu organisieren. Klappt mit mir manchmal, oft aber auch nicht....
Wo waren wir? Ach ja: eigentlich. Nun kam die Nachricht: Krankheit, sorry, geht nicht. Na gut. Dann ist es so. Bin es ja gewohnt. Gute Besserung!



Mittwoch, 8. Juli 2020

Ein-Dekaden-Rosenkranz


Der Ein-Dekaden-Rosenkranz



Bin seit heute froher Besitzer einer grundsätzlich praktischen Kleinigkeit, nämlich des oben zu sehenden Ein-Dekaden-Rosenkranzes. Das ist ein Rosenkranz, der anders als ein regulärer Rosenkranz keine fünf Dekaden (eine Dekade bedeutet eine Reihe von 10 Perlen, in denen jeweils ein Rosenkranzgeheimnis gebetet wird), sondern nur eine Dekade umfasst. So ein "kleiner" Rosenkranz ist u. a. auf Reisen oder unterwegs ganz praktisch, weil man ihn eben leicht in der Hand halten kann und nicht so viel Platz braucht. Wenn man dann trotzdem den ganzen Rosenkranz beten will, fängt man eben für das nächste Geheimnis wieder am Anfang an. (Wichtig: Der Rosenkranz ist ja, so wie ich es verstehe, in erster Linie das Gebet, nicht die zugehörige Kette. Man kann den Rosenkranz, wenn man sich den Ablauf erstmal eingeprägt hat, auch ganz ohne Perlenkette beten, wo immer man auch gerade sein mag). Ich habe mir diesen kleinen Rosenkranz gekauft, weil ich es nicht jeden Tag schaffe, einen vollständigen Rosenkranz am Stück zu beten. Daher ist mein Vorsatz, am Tag wenigstens ein Geheimnis zu beten. Und irgendwie fühlt es sich komisch an, wenn man dabei eben nicht eine ganze "Perlenkettenrunde" hat, sondern am Anfang stehen bleibt. Und dann eben dieses praktische Format, um die Gebetskette überall mit hin zu nehmen. Bin gespannt und freue mich sehr darauf, damit dann im Alltag loszubeten.


Montag, 6. Juli 2020

Abendliches Schauergrillen


Rotwein und Kerzenlicht


Am Samstag galt es für eine kleine Gruppe Spieler, im Rahmen des Erzählspieles "Geh nicht in den Winterwald" die Geschichte "Die Hütte des Emanuel Vogler" zu durchleben.

Es ging darin um den Maler und Poeten Emanuel Vogler, der in einer Holzhütte, abgeschieden von der Zivilisation Ruhe und Inspiration für sein Werk sucht. Stattdessen geriet er aber in eine unheimliche Serie paranormaler Ereignisse und verliert am Ende beinahe sein Leben und seinen Verstand. (Nicht in dieser Reihenfolge).

Meine Spieler übernahmen nun die Rolle von alten Studienfreunden eben jenes Voglers, die einen dreitätigen Marsch durch die Wildnis Nord-Maines absolvieren, um nach Vogler zu sehen. Dabei geschehen auch ihnen unheimliche Dinge...

Letztenendes haben es meine Spieler bzw. deren Erzählfiguren aber gut gemeistert und keiner kam zu Tode oder nahm bleibenden Schaden. Auch der Poet wurde gerettet. Hurra, hurra!
Ein wenig seltsam war, dass eine Dark-Ambient-Zusammenstellung, die ich speziell für "Winterwald"-Spielrunden gekauft habe und die 100 Musikstücke enthält, exakt in der Minute als der letzte Satz gesprochen war, plötzlich verstummte... Schnell aufgeräumt und ab nach Hause!





Donnerstag, 2. Juli 2020

Neues aus Heckenfeld



 Soeben habe ich mit der Hilfe eines sehr leicht zu bedienenden und schönen Editors zweierlei Flaggen für Heckenfeld erstellt. Sehen wir uns zuerst die bisherige Staatsflagge an:



















Skandinavisches Kreuz aufgrund der gründungsmythisch kolportierten Abstammung vom Fuße des Vulkans Hekla in Island. Rot für sowohl Blut (Tradition) als auch Lava. Schwarz für... was eigentlich? Bestimmt Vulkanasche und Dunkelheit.

Nun muss natürlich auch ein fiktives Land (welches, falls ich es noch nicht erwähnt habe, von einem Kater mit Hang zum Absolutismus regiert wird...) Rücksicht auf das Image nehmen. Daher hat man nun (per Dekret des eben schon kurz erwähnten Katers...) eine freundlichere Staatsflagge angenommen:

 

Immer noch skandinavisch inspiriert. Weiß für den Frieden, Blau für das Meer(an dem, siehe die bereits früher hier eingestellte Landkarte, Heckenfeld überhaupt nicht liegt) und für Eis, der Baum für die, wegen der nordischen Herkunft, Weltesche Yggdrasil (obwohl der Baum wohl eher eine Linde ist... ähem...). Und diese ist in Rot gehalten wegen des Blutes bzw. der Tradition, der Lava des Hekla und weil Rot auf Weiß einfach so verdammt cool aussieht.

Ebenso hat nun der absolutistische Kater ein eigenes Panier, welches vor seinem Amtssitz allezeit gehisst zu sein hat:

 


Farberklärung ähnlich wie oben.


Übrigens: wussten Sie, dass in Heckenfeld größtenteils eine gar absonderliche Sprache namens Nygermansk gesprochen wird? Die Hymne des Landes Heckenfeld beispielsweise existiert in einer hochdeutschen sowie einer nygermanschen Fassung:







Mittwoch, 1. Juli 2020

Dahinfliehen ins Wolkenblau


Wolken ziehen dahin



Erster Juli, strahlendblauer Himmel, drückende Hitze. Ich leide ein wenig an Kopfschmerzen, kann mich aber nichtsdestotrotz nicht auf das Sofa verziehen, sondern werde mich später wieder auf zum Sport machen, die Abendrunde. Mühevoll, nach den Wochen des Wartens wieder damit zu beginnen, aber die Effekte, die körperliche Ertüchtigung auf Körper und Geist zu wirken vermögen, dürfen nicht unterschätzt werden. Kommt später ein Gewitter?

Aus einer albernen Laune heraus habe ich beschlossen, für meine Fantasienation Heckenfeld eine Art Siegelstempel zu erstellen. So richtig honorig mit Wahlspruch und grimmer Wappenkatze. Macht sich gut auf offiziellen Staatsdokumenten wie einer Lizenz, Lakritze essen zu dürfen. Und vielleicht auch auf humorvollen Grußkarten. Mal sehen.

Überschriften sind derzeit Mangel. Sie fliehen dahin ins Wolkenblau.


Montag, 29. Juni 2020

Ende Juni, Dungeons & Dragons


So geht denn die Zeit dahin. Momentan befällt mich oft so eine Müdigkeit und leichte Fadheit. Ich warte. Vieles darf man zwar im Vergleich zu den vergangenen Märztagen wieder machen, aber so richtig Spaß macht es nicht. Maske und ähnliche Hilfsmittel rauben ein wenig die Spontaneität und auch sonst schwebt über der Welt ein Gefühl heimlicher Bedrohung.

Am Sonntag war es nun aber doch zumindest so weit, dass wir unsere erste Runde Dungeons & Dragons abhalten konnten. Bisher hat sich unsere Gruppe im Spiel erst so ein wenig formiert. Ein paar größere Schlangen bekämpft. Kobolde beschwichtigt. Verhandelt. Die großen Kampagnenereignisse kommen erst noch. Mein Halbelf Nilamir hat sich zumindest schonmal gut geschlagen.

Nun zieht der Himmel zu. Wird es regnen? Wird in Nürnberg ein neuer Kaspar Hauser erscheinen?


Donnerstag, 25. Juni 2020

Komische Wege


Sehr seltsam... vor einiger  Zeit stellte ich, frustriert von dem Dauerauflauf entlang der Pegnitz, meine täglichen Radwege größtenteils auf kleinere Nebenstraßen um. Zu Beginn befürchtete ich, dass ich das schnell auch nicht mehr machen kann, wegen den üblichen Radwegparkern, Rasern, sich unkontrolliert verhaltenden Radfahrern. Nun will ich es nicht verschreien, aber momentan empfinde ich das Radeln auf den Straßen als viel angenehmer als den täglichen Kampf durch die sommerlich frohen Menschenparaden. Eigenartig, aber so ist es. Zwar begegnen mir alle paar Tage mal kluge Leute, die z. B. einen ohnehin schon schmalen Radweg an einer Hauptstraße entlang plötzlich meinen, auch in die Gegenrichtung befahren zu können. Aber wenn man sich drauf einstellt und sich entsprechend verhält, kommt man damit auch zurecht, solange es nicht täglich passiert.

Montag, 22. Juni 2020

Frank Wedekind - Christine



Bessern soll ich mich? – O Himmel,
Wie werd’ ich wohl besser!
Eher reiten schwarze Schimmel
Weiße Menschenfresser,
Eh’ daß solch ein Kauz wie ich

In sich geht und bessert sich.

Nein, mein Fräulein, ich verzichte
Auf die Tugendpalme;
Schreibe meine Mordgedichte

Tief im Tabaksqualme,
Bis der Satan kommt und spricht:
Fort mit dir, du Bösewicht!

Ja, der Teufel wird mich holen
Früher oder später,
Und ich Ärmster muß verkohlen
Unter Schmerzgezeter;
Haut und Haar und Fleisch und Bein,
Alles muß gebraten sein.


Sie indessen wandeln lieblich
In der Engel Scharen,
Blumen tragend, wie dort üblich,
In gelockten Haaren,
Und das ganze Angesicht
Angestrahlt vom Himmelslicht.


Sehn Sie nun, wie weit geschieden
Unsre beiden Pfade:
Ihnen eines Gartens Frieden,
Mir die Barrikade,
Wo man sich bei jedem Schritt
Auf die Hühneraugen tritt.

Ihnen freundliche Erbarmung,
Mir der Waffen Blinken
Und des wilden Bärs Umarmung,
Ihnen seine Schinken,
Mir des Feinds entmenschter Streit,
Ihnen seine Menschlichkeit!

- Frank Wedekind: Christine



Sonntag, 21. Juni 2020

Tipps für den gelungenen Sommer


Gewitter droht


(Ausgangspunkt für diesen Eintrag ist ein Gespräch neulich, bei dem es irgendwie ursprünglich darum ging, was genau an Ideen im Metal verborgen liegen und warum Metal nicht zwangsweise heißen muss, die gängigen Klischees zu erfüllen. Nachdem wir dann aber nach kurzer Zeit festgestellt haben, dass wir auch irgendwo alt und spießig sind, sowieso nie ganz typisch waren, und deswegen eh nicht mehr mitreden dürfen, wurde es thematisch erweitert in "Dinge, die schon irgendwie gut sind, wenn man sie mag!"... und ein paar Splitter dieser Unterhaltung teile ich nun hier als "Tipps für einen gelungenen Sommer"...)


#Gewitter und andere Naturgewalten beobachten

#Nachtspaziergänge im Wald unternehmen

#Einsamkeit in der Natur suchen

#Düstere Winternachmittage (Ja, genau, und das im Sommer!)

#Faszination für das Makabere und Abgründige (Mysteriöses, Der Untergang des Hauses Usher und moderne Sagen...)

#Ablehnung von Hedonismus und Materialismus (Irgendwie dann und wann auch so eine Art spirituelle Komponente, die jeder für sich füllt. Oder eben nicht.)

#Raues, Karges, teilweise auch Asketisches

#Kohlrabenschwarzer Humor

#Ablehnung jeder politischen Korrektheit, egal ob z. B. kirchlich oder gesellschaftlich verordnet (...was im Umkehrschluß nicht bedeutet, dass man grundsätzlich danach streben sollte, ein Unmensch zu sein. Überhaupt nicht! Man entscheide halt z. B., freundlich zu sein, weil man es will und für richtig erachtet, nicht, weil das jetzt der neueste Trend ist oder ideologisch verordnet wird. Letztenendes hat ja "das Böse" immer die lästige Angewohnheit, eben böse zu sein, was dann zwangsweise unerfreuliche Auswirkungen haben wird. Denke die meisten Menschen wollen ja im Endeffekt irgendwie ähnliche Dinge, wobei sie sich darin auch sehr unterscheiden und sehr fremd sein können. Ich für meinen Teil bin lieber ich und werde dabei nicht verstanden und für irgendwie seltsam befunden und unpassend, als dass ich mich irgendwo reinpresse und die aktuellen gesellschaftlichen Schlagwörter übernehme. Als ich noch jung war [siehe Einleitung oben] gab es so eine spezielle Schicht Leute. Das waren dann die Sehr Guten™. Die trugen alle so lustige Halstücher und waren in irgendwelchen Gruppen aktiv und haben bei jeder Gelegenheit jedem erzählt, warum man jetzt dieses machen und jenes lassen sollte, weil gut etc. Inzwischen ist diese Szene mehr oder minder zum Mainstream geworden. Diese schreckliche Hypermoralisierung in bestimmten Bereichen [in anderen Bereichen wird schizophrener Weise eine Hypomoralisierung betrieben. Da ist es dann plötzlich total egal]. Da wird mir gar sehr schlecht!)

#Freude an Widerborstigkeit und Umsturz (Manchmal muss das Alte radikal beseitigt werden, damit wieder Raum für Neues entsteht, oder?)

#Dunkel-Ernstes (Filme von Ingmar Bergman ansehen!)

#"Eskapismus" (Fantasy, Phantastik, Rollenspiel...)

#Gute Musik (z. B. Dark Ambient, Metal, Rock, Beethoven...)

#Gute Gemeinschaft (Ja, echt jetzt! :D )


Liste unvollständig. Und nicht kanonisch. Mach deine eigene Liste!




Mittwoch, 17. Juni 2020

Gedenken an Industrie, Handwerk, Handel

Symbolbild: Der (heute abgerissene) Milchhof.

Nürnberg, so erscheint mir, will jetzt viel Kultur sein. Kunst. Bildung. Man erinnert sich viel an Gruppen, in akademischen Zusammenhängen. Kunst, Kultur! Bildung! Kunst, Kultur, Bildung!

Was mir ein bisschen fehlt, ist die Erinnerung daran, dass Nürnberg traditionell eher eine Stadt von Handwerk und Industrie bzw. dem Handel war. An diesen Umstand sollte auch erinnert werden. Denkmal des unbekannten Industriearbeiters? Klingt vielleicht ein bisschen nach sozialistischem Ostblock. Wäre aber nicht ganz unangebracht, finde ich. Jahrhunderte wurde hier gesägt, gehämmert, geschraubt, später dann an Maschinen gestanden und nach dem Rhythmus der Stechuhr gelebt.


(Siehe auch: Traditionsfirmen aus Nürnberg auf nürnberginfos.de)


P.S.: Das Foto oben ist vor 16 Jahren im Stadtteil Tullnau entstanden. Dort stand damals noch (und schon damals seit vielleicht einem Jahrzehnt stillgelegt) der Milchhof, der 2008 dann abgerissen wurde. Dachte mir, dass so ein Eintrag auf keinen Fall ohne Symbolbild mit Schlot sein darf und da bin ich über diesen alten Schnappschuß in meinem Archiv gestolpert.


P.P.S.: Ein bisschen krank bin ich auch. Wieso ich gerade jetzt so einen leichten Halsinfekt bekomme? Nun ja.


 

Montag, 15. Juni 2020

"Geh nicht in den Winterwald!"




Heute erhielt ich erneut eine Lieferung aus dem Hause "System Matters" (in rekordverdächtiger Geschwindigkeit, wie ich anmerken möchte): "Geh nicht in den Winterwald" von Clint Krause. Bei "Geh nicht in den Winterwald" handelt es sich, grob gesagt, um ein Erzählspiel, bei dem die Spieler gemeinsam eine interaktive Schauergeschichte durchspielen.
Darauf gekommen bin ich, als mir in diesen durchregneten Tagen stark das Bedürfnis nach Schaurigem und Übernatürlichem in Geschichtenform erwachte. Und welche Geschichte ist besser als eine, die man zusammen mit anderen quasi "erlebt"? Bin jedenfalls sehr gespannt, wie die erste Runde, die spätestens im August in passendem Ambiente geplant ist, sein wird.


Samstag, 13. Juni 2020

Vanitas, vanitas (und Regen)


Bewundernswerte Wolken über den Wegen


Ein paar Tage Regen liegen zurück, nun regiert Sonne das Land, man kann barfuß oder mit offenem Schuhwerk durch die Gegend stapfen und die Wolken bewundern. Bevor der Regen zurückkommt, habe ich meine Ausrüstung ergänzt. Ein paar Regengamaschen wurden beschafft, die im Falle von Regengüssen eben noch die Schuhe vor dem Wasser schützen. Es handelte sich dabei quasi noch um das letzte I-Tüpfelchen, das meiner Regenschutzausrüstung zu Rad noch fehlte.

Heute Nacht reiste ich im Traum gut 20 Jahre zurück, in die Zeit meines ersten und bisher einzigen Interkontinentalfluges. Nur irgendwie war alles anders. Ganz allgemein frage ich  mich, was für eine furchtlose Seele ich damals gehabt haben muss. Vor besagtem Flug und auch währenddessen war ich eigentlich nur aufgeregt, aber kein bisschen nervös. Auch so gewisse Alltagsmanagementprobleme, die damals noch schlimmer als heute waren, haben mich kaum gestört. So ändern sich die Zeiten. Die Stadt war damals auch noch zumindest teilweise meine. Inzwischen erkenne ich manchmal mein eigenes Haus nicht mehr wieder. Vanitas, vanitas!
Nun, lieber Leser, wende ich mich wieder dem schon ungeduldig wartenden Manottidil zu, um es auch endlich von seinen Abenteuern erzählen zu lassen.


Mittwoch, 10. Juni 2020

Abendrunde


Heute findet für mich das erste Mal seit der Quarantäne und allem, was damit zusammenhängt, wieder eine Runde abendlichen Kampfsportes statt. Gekämpft wird vermutlich eher gegen Schatten und Gespenster, dennoch bin ich ganz froh. Freue mich auf meinen abendlichen Weg dorthin und auch auf zumindest Ansätze von normalem Alltagsleben in einer ziemlich komischen Zeit.


Montag, 8. Juni 2020

Ein seltsamer Mond war aufgegangen

Heute herrschte ein seltsamer Mond mit eisernem Zepter über die Menschen. Irrsinn und Verwirrung aller Orten. Am Ende des Tages solcher Mondherrschaft erhielt ich dann noch die frohe Kunde, dass mein Fahrrad nun endgültig wieder hergestellt sei und ich eilte, es wieder in Empfang zu nehmen. Hoffentlich bleibt es mir ein wenig.

Das Wetter war ernst. In Salmiakwolken getaucht die Stadt. Zähneknirschen und Kopfschmerz.



Sonntag, 7. Juni 2020

Bäume im Regen


Die Schönheit eines Baumes im Regen


Was für ein wunderschöner Tag! Es regnet und die im Safte stehende Natur wirkt dadurch noch schöner. Ehrlich: man muss mal einen Baum im Regen genauer betrachten. Ich finde sie dann besonders schön.

Am Freitag wollte ich eigentlich mein in der Werkstatt befindliches Fahrrad abholen, was erstmal auch zu klappen schien. Als ich dann schon auf dem Heimweg damit war, trat ich in die Pedale und wieder rutschte mir die Kette mit lautem Krachen aus dem Gang. Kurzentschlossen fuhr ich zurück damit und übergab es erneut dem Mechaniker. Dieser hatte aus Sparsamkeit eines von  zwei Teilen ersetzt, hätte aber besser gleich beide erneuert. Nun warte ich wieder.

Heute durfte ich in einem Gottesdienst über die Bedeutung und gleichzeitig Unzulänglichkeit von Gottesbildern nachdenken. Anschließend heimzu. Wieder im Regen.

Das Manottidil lässt grüßen, es geht ihm gut und seine Abenteuer nehmen immer weiter Gestalt an.


Donnerstag, 4. Juni 2020

Menschliches Versagen



Zurzeit begleitet mich manchmal eine kurze Stelle aus dem 2. Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth, in der Paulus (grob zusammengefasst) über Schwachheit schreibt. Paulus erzählt von "...ein(em) Pfahl fürs Fleisch ..., ein(em) Engel Satans, daß er mich mit Fäusten schlage ..." (2. Korinther 12,7). Da ist etwas, das Paulus scheinbar wirklich plagt. Der Apostel berichtet auch davon, wie er wieder und wieder ("Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, daß er von mir ablassen möchte.") im Gebet diese Plage angesprochen hat. Und dennoch bleibt sie ihm. Der Engel Satans schlägt weiter mit Fäusten auf ihn ein.

Schwachheit. Das ist für mich im Zusammenhang meines Gedankens erstmal das, was man vielleicht "menschliches Versagen" nennen könnte. Ich habe auch meine persönlichen Schwachstellen, die vor mir selbst das Bild vom netten Typen oft plötzlich Lügen strafen und man steht da: "Bin ich das?". Diese "Engel Satans" können viele Gesichter haben. Mancher kämpft vielleicht mit Charakterschwächen, die belasten oder mit der Umwelt in Konflikte bringen. Mit schlechten Angewohnheiten. Vielleicht auch mit Krankheit und körperlichen Gebrechen. Das kann einen mitnehmen. Gerade bei Dingen, die man eben nicht mit ein bisschen Selbstdisziplin bekämpfen kann. oder für die es kein Heilmittel gibt. Mir persönlich hilft das, zu wissen, dass es auch Dinge gibt, die ich nicht so schnell loswerden kann und die auch von Gott erstmal nicht wegnimmt. Das ist unbequem, aber auf der anderen Seite ist so eine Grenzerfahrung auch heilsam.
Paulus wendet hier den Blick zu Gottes Gnade: "Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen!" erfährt er im Gebet. Und das ist für mich dann auch die Perspektive. Da gibt es eine heilende Kraft, eine versöhnende Kraft. Sie kommt von Gott her, der immer neu schafft und diese Ewigkeitsperspektive öffnet, die Mut machen kann, durchzuhalten.