Freitag, 21. Februar 2020

Hartkekse und Thermen

Hartkeks. (Serviervorschlag)


Vor einigen Tagen brach sich bei mir eine milde Obsession bezüglich der gefürchteten als "Panzerplatte" verspotteten Hartkekse Bahn. Mir erschienen die Eigenschaften lange Haltbarkeit sowie vielseitige Verwendungsmöglichkeiten (Als Wegzehrung genauso geeignet wie als Brennmaterial, auch eine Verwendung als Baumaterial würde ich persönlich nicht ausschließen wollen...) ziemlich vorteilhaft. Dennoch wollte ich keinen Jahresvorrat der besagten Kekse kaufen, da ich nicht wusste, ob ich überhaupt etwas damit würde anfangen können. Somit entschloss ich mich dazu, selbst Hartkekse nach einem altehrwürdigen Rezepte herzustellen. Dies gelang auch...teilweise. Meine erste Generation Hartkeks (s. Bild) genießt in jedem Fall den Sympathiebonus des Selbstgemachten. Ansonsten sind sie... naja... relativ hart. Essbar ohne Risiko für die Zähne nach mindestens einer halben Stunde in-Flüssigkeit-Liegens. Auch hat besagtes Rezept die Backzeit relativ großzügig bemessen, sodass mir ein Drittel der Kekse zu verbrannt erschienen. Gerne werde ich, wenn es die Zeit zulässt, auch eine zweite Generation herstellen mit leichten Veränderungen. Ich bin schon gespannt.

Den gestrigen Tag verbrachten die DdH sowie ich in den Thermen zu Bad Staffelstein, wo wir in den Saunen schwitzten sowie durch Wasser- und Obst-Mahlzeiten gegen das Fremdspeisenverbot verstießen. Relativ schön alles und auf dem Heimweg schien die untergehende Sonne abschiednehmend auf das schon halb träumende Baunachtal herunter.


Dienstag, 18. Februar 2020

Waldrunde zum Unterstand

Waldwege immer weiter

Nachdem mir das Schicksal in seiner Güte nun vier freie Tage zugestanden hat, entschloss ich mich dazu, Tag 1 gleich natürlich-naturell zu nutzen und auch meine neu erstandene Ausrüstung, das Berghaferl sowie den Tarp-Poncho auszuprobieren. Gesagt getan wählte ich mir eine kleine Runde in der Gegend des Schmausenbucks dazu aus. Nach einer Kurve Richtung Südosten war mein Ziel, wieder westlich einen Unterstand Richtung Zabo zu erreichen, wo ich gedachte, eine kleine Rast inkl. Mahlzeit zu halten.

Alles in Allem kam so ein recht schöner Spaziergang zustande. Das Wetter war schon eher des noch ein Stück entfernten Aprils würdig, Regen gefolgt von Sonne gefolgt von Regen. Der Poncho wäre ansich kaum nötig gewesen, ich zog ihn allerdings aus Gründen der Einweihung zwei Male an und versuchte längere Zeit, das perfekte System zu finden, ihn wieder in den mitgelieferten Beutel zu quetschen. Meist war gerade in dem Moment, als ich den Poncho wieder angelegt hatte, die nächste Sonnenphase da und just wenn ich dabei gewesen, das Zeltplanenflatterding endlich im Sackerl verstaut zu haben, kam der Regen zurück. So bewegte ich mich durch den Wald und erreichte auch ohne Irregehens meinen Unterstand, wo es Buchweizengemüse aus dem Feldgeschirr sowie Kräutertee serviert im Berghaferl gab.

Durch weitere sonnige Regenphasen hindurch ging es zurück und zurück und wieder nach Hause, wo ich dann nach Ankunft endlich das perfekte System für's Regenschutzfalten gefunden hatte.



Schadholz

Düstere Sümpfe

Der Unterstand im Regen


Blick aus dem Unterstand, kurz vor dem Regen

Montag, 17. Februar 2020

Regen folgt auf Regen

Orangen auf Wandertag

Montag. Seit Tagen Regen. Im Sankt-Egidien-Museum-ehem. Egidienkirche zu Nürnberg findet wieder eine Ausstellung "103 Jahre Oktoberrevolution" statt, oder man redet über Essen oder Geschlechter oder die Stadt. "Wegen großer Nachfrage verlängert! Mit freundlicher Empfehlung: Ihre Landeskirche". Rauch steigt aus den Kaminen hoch, wird zur grauen Luft und regnet wieder auf die Stadt herunter und verteilt sich in grauen Pfützen, neben dem Egidienmuseum, nur einen Steinwurf weit vom Platz des Guten Kommunisten entfernt. In der Nürnberger Messe die Fachtagung der Ver- und Einbrecherinnung zum Thema "Sicherheit im 21. Jahrhundert". Vor dem Eingang der Messehalle rauchen Grüppchen von Ver- und Einbrechern starken Tobak, kauen auf einer gummiartigen Laugenbreze herum und diskutieren die Tagespresse. Anderswo sind ein paar Affen ausgebrochen. Gelangweilt stehen sie in der Straßenbahn auf dem Weg zum nächsten Meeting, kauen Kaugummis und diskutieren abgebrüht über die Zukunft der Stadt, während es draußen wieder zuzieht.


Freitag, 14. Februar 2020

Christlicher Agnostizismus (oder so.)

Aufbauend auf ein paar der Themen, die in diesem Eintrag schon behandelt wurden, habe ich mir in letzter Zeit ein paar Gedanken über meine "Glaubensgeschichte" gemacht und Bilanz gezogen, geschaut, wo ich momentan stehe.

Gestartet bin ich irgendwann 2013, relativ begeistert auch, hatte auch noch Lust, herumzuschauen und zu suchen, bei Sachen, die mich gestört haben, Fragen zu stellen oder zu versuchen, Antworten zu finden. Dann kamen über die Jahre nicht nur gute Erlebnisse und auch Fragestellungen, auf die es entweder keine schnelle Antwort gibt oder die aus ihrer Natur heraus unbeantwortet bleiben müssen. Da gab es auch persönliche Erlebnisse, die nicht so toll waren. Situationen, in denen ich mich im Stich gelassen gefühlt habe oder wo ich für mich erkannt habe, dass die ein oder andere glanzvolle Parole im Endeffekt nicht mehr ist als: eine Parole, die irgendwo verhallt. Sie klingt gut, die Leute fühlen sich wohl und gut, aber an Substanz gibt es da kaum was. Man möchte sich dran festhalten, glauben, dass es stimmt, dass da mehr ist und das Vertrauen gerechtfertigt ist, man greift aber ins Nichts.

Ich bin kein Pazifist. Ich kann teilweise mit diesem flachen Lobpreis nichts anfangen. Mir fehlt oft was Mystisches. Ich möchte auch Dunkelheit und Gefahr ihren Platz geben. Einige Glaubensinhalte machen für mich nicht so viel Sinn. Dinge, die man als Christ tun können sollte, funktionieren bei mir scheinbar nicht. "Gott wählt nicht die besonders Begabten, sondern begabt die, die er für eine Aufgabe auswählt" sagt man. Hm... für manche Sachen bin ich scheinbar nicht nur nicht besonders begabt, sondern Gott liefert mir auch nicht die nachträgliche Begabung. Nicht auserwählt dafür? Aber als Christ muss man doch... Nee! Schluß damit! Ich will das nicht mehr. Irgendwas können müssen. Eine bestimmte Weltsicht haben müssen.

Ich müsste das alles noch viel mehr erklären, hab nun aber gerade die Zeit nicht dafür.

In letzter Zeit, um den Übergang zur Überschrift herzustellen, habe ich manchmal den Eindruck, dass ich eher so etwas wie ein christlicher Agnostiker geworden bin. Vielleicht auch nur ein Agnostiker. Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt, würde auch auf keinen Fall meine Haut dafür verwetten. Dafür habe ich einfach zu viel komisches Zeug erlebt. Ich weiß, dass ich eine Sehnsucht nach Spiritualität habe, sehe auch vernünftige Gründe für die Existenz eines Gottes und weiß auch, was mich am Christentum anspricht und was es z. B. für mich einleuchtender erscheinen lässt als irgendeine Art Naturspiritualität, deren Elemente mich teilweise aber auch ansprechen können, worin ich jetzt keinen unbedingten Widerspruch sehe. Andererseits bin ich vielleicht auch einfach zu skeptisch. Das will ich mir auch nicht abgewöhnen. Und ich will mich nicht länger religiös erpressen lassen. Ich bin, der ich bin. Und das passt so. Kein frommes Im-Staub-wälzen, weil ich nicht genug glaube oder nicht dauerbegeistert bin und nicht durch z. B. meinen vermeintlich positiven Lebenswandel ein so ergreifendes Zeugnis geben kann.

Ein christlicher Agnostiker ist nach Definition von Leslie D. Weatherhead:


A person who is immensely attracted by Christ and who seeks to show his spirit, to meet the challenges, hardships and sorrows of life in the light of that spirit, but who, though he is sure of many Christian truths, feels that he cannot honestly and conscientiously 'sign on the dotted line' that he believes certain theological ideas about which some branches of the church dogmatize...His intellectual integrity makes him say about many things, 'It may be so. I do not know'.
Und damit lasse ich es erstmal bewenden.


(Sie auch hier.)

Mittwoch, 12. Februar 2020

(Alternativweltgeschichte) Deutschland und Rumänien überfallen Polen

Aktuelle Weltansicht einer schrecklichen Welt
Bevor ich mich nun weiter in meinem Straßengraben wälzen werde, gebe ich dem geneigten Leser einen kurzen aber erschreckenden Einblick in meine aktuelle HoI4-Partie. In dieser hat das Deutsche Reich gemeinsam mit Rumänien und der Slowakei im Juni 1939 Polen den Krieg erklärt und das polnische Heer Ende Juli 1939 besiegt gehabt. Rumänien hat sich daraufhin Ostpolen einverleibt, Deutschland das westliche Polen. Die Allierten befinden sich noch in einer Sammlungsphase, sind aber fest entschlossen, den faschistischen Aggressoren und Kriegstreibern bald den gar auszumachen.
Es bleibt spannend...

Montag, 10. Februar 2020

Sturmes Wüten etc.

Wenn bei Nürnberg die rote Sonne...

Auf meinem Beispielbildl oben geht sie melancholisch unter, die Sonne. Heute hingegen hat sie Sendepause. Sturm "Sabine" wütet darein. So mancher morgendlicher Weg gestaltet sich schwierig, der ein oder andere totmorsche Baum stürzte zu Boden. Unter anderem (aber eigentlich nicht wirklich) wegen des Sturmes setze ich heute in Sachen Sport auch einmal aus.

In Hearts of Iron 4 habe ich inzwischen meine erste Probepartie gestartet und bin recht angetan vom Spiel und seinen komplexen Möglichkeiten. Wenngleich dem Konzept ein gewisses Makabres innewohnt. Dennoch kann ich mich der Faszination des Spiels nicht entziehen und es hilft mir auch beim Überdenken so mancher Frage.

Spontan habe ich mir heute auch noch, genährt vom Wunsch, mich in der  Natur zu verlustieren, einen Regenponcho (der gleichzeitig zu einem Unterstand umgearbeitet werden kann) und ein Berghaferl bestellt.

Schönen Montag Ihnen, werter Leser!


Donnerstag, 6. Februar 2020

Die Sonne

Die: Sonne.


Manchmal ist sie dieser Tage schon da: die Sonne. Taucht plötzlich hinter einer Wolke auf, über den Dächern der eierbraunen Häuser in Nürnberg und scheint ein bisschen. Auf den See hinunter oder auf die Straße. Manchmal verschwindet sie dann wieder hinter Wolken, wenn dann wieder etwas Schnee oder Sprühregen kommt. Und dann leuchtet sie wieder und man möchte träumen.


Dienstag, 4. Februar 2020

Schrecklich unentspannte und nervtötende Welt

Spätestens als ich neulich auf der Facebookseite des "Volksbegehren Artenvielfalt" lesen durfte, dass es sich bei der Tätigkeit des Vögelfütterns im Winter keineswegs um eine Art Hobby aus Gutherzigkeit handle, sondern es dabei um "Gerechtigkeit" ginge, war für mich die Zeit des Überdrusses gekommen. Gefühlt an allen Ecken und Enden, in politischen Diskussionen, im Radio, etc. wird momentan eifrig von "Gerechtigkeit" geredet. "Gerechte Verteilung des öffentlichen Raumes". "Gerechtigkeit gegenüber den Tieren", "Gerechtigkeit den Mitmenschen gegenüber""Klimagerechtigkeit". "Geschlechtergerechtigkeit". Mitgeliefert wird dann auch gerne der moralinsaure erhobene Zeigefinger. Es soll ja schließlich gerecht zugehen. Wo scheinbar an jeder Ecke und vor jedem Gähnen erst moralisch hohe Fragen erörtert werden müssen, verliert dieser ganze Begriff, Gerechtigkeit, für mich langsam an Schärfe... Manchmal frage ich mich sogar, woher diese Idee von einer allumfassenden und alles abdeckenden Gerechtigkeit überhaupt kommt. Ist das eine ursprünglich biblische Idee? Wollten die Heiden auch schon Gerechtigkeit oder "Gerechtigkeit"? Ich könnte mir, ohne viel theoretisches Hintergrundwissen, vorstellen, dass das im Endeffekt ein inzwischen verweltlicht und inzwischen gänzlich aus dem Ruder gelaufenes christliches Gedankengut ist. Mit einem Gott will der postmoderen Mensch nichts mehr zu tun haben. Aber irgendwie gerecht soll's dann schon sein. Die allgemeine Krise befeuert dies noch. "Wo keine Götter sind, walten Gespenster" schrieb einst der Novalis. Ja, so ähnlich, hätte ich jetzt gesagt.

Mir ist von all der Moral inzwischen, wie eingangs erwähnt, ziemlich schlecht. Statt "Gerechtigkeit" sogar beim Vogelfüttern oder auf dem Klo hätte ich gerne ein bisschen Pragmatismus. Weniger absolute Moral, sondern auch ein bisschen hinhorchen, hinschauen und dann abwägen. Das wäre schön.


Montag, 3. Februar 2020

Hearts of Iron IV

Potentieller Zeitfresser in seinem natürlichen Lebensraum

Nachdem ich ein phasenweise ganz interessierter Gastleser des Hearts-of-Iron-4-Subreddits bin, habe ich neulich die Gunst der Stunde und des Preises genutzt, mir selber eine Kopie von HoI IV zu bestellen. Es wird wohl einige Zeit dauern, bis ich mich dem Spiel in der gebotenen Ausführlichkeit werde widmen können, aber in jedem Fall bin ich sehr gespannt.



Sonntag, 2. Februar 2020

Bin heute mit Willy Peter Reeses "Mir selber seltsam fremd" fertig geworden. Muss ehrlich sagen, dass dies das erschütterndste Buch war, das ich seit langer Zeit gelesen habe. Unbedingte Empfehlung.


Ein bisschen brutal, dieser jetzt folgende Übergang. Weiter mit der Lese geht es nun mit "The Eye of the World", dem ersten Band der "The Wheel of Time"-Serie von Robert Jordan.

Aktuelle Leseliste somit:

  • J. R. R. Tolkien - The Return of the King (LotR 3)
  • Robert Jordan - The Eye of the World (TWoT 1)



Mittwoch, 29. Januar 2020

Monatsende: Schlamm


Heute und dieser Tage herrscht eine seltsame Art Wetter. Sonnenschein wechselt sich mit starken Winden ab, dann fallen plötzlich Graupeln, worauf wieder Sonnenschein folgt. Die Wege sind relativ verschlammt. Auf den Nebenstraßen und Wegen, die ich mit meinem Fahrrad befahre, liegt nach den Windböen eine Mischung aus abgefallenen Zweigen, Restlaub und undefinierbarem Morast herum. So macht die Fortbewegung wenig Freude. Meine Gangschaltung hat auch irgendeine Art sonderbare Macke. Und trotzdem sollte ich heute nochmal aufs Rad und zu sportlicher Tätigkeit fahren. Denke ich tu's auch. Ansonsten viel Unruhe und Unregelmäßigkeiten. Gute Nacht!


Dienstag, 28. Januar 2020

Aus der Grafschaft Bärenwald

Die schöne Grafschaft Bärenwald, irgendwo am Rande der Welt

Hier nun eine kurze Vorstellung einer Spiellandschaft, in der sich meine aktuelle Beyond-the-Wall-Runde bewegt: Die Graftschaft Bärenwald.

Die Grafschaft Bärenwald liegt an und um das nördliche Meer gruppiert. Die Spieler der Gruppe stammen alle aus dem kleinen Örtchen Kleinstiege, wo man von Landwirtschaft, Handwerk und ein bisschen Handel lebt. Kleinstiege liegt an der Bärenwalder Ache, die ihren Namen vom Bärenwald hat, der wiederum der ganzen Grafschaft seinen Namen gibt. Die Provinzhauptstadt ist das im Westen gelegene Herrntrutz, wo Graf Wolf seinen Amtsgeschäften nachgeht. Am Südende der Grafschaft, bei der Hügelkette Steinerner Riegel befindet sich das Holzfällerdorf Hauersend.

Nahe der Quelle der Bärenwalder Ache steht die Verwunschene Mühle, wo der Müller Nol mit seiner Familie lebt, welcher ein Meister der Geschichten ist und gesuchter Ratgeber bei allerhand Fragen. Legenden umranken den Müller und einige behaupten, er sei weder ein richtiger Müller noch überhaupt ein gewöhnlicher Mensch. Wer auch immer schon die Mühle besucht hat, wird diesen Eindruck auch durchaus bestätigen wollen und wird schwärmen und vieles berichten von dem unirdischen Frieden der dort in der dunklen Sandsteinschlucht zwischen den Bäumen in des Müllers Haus herrscht.

Lose basierend auf dem im Grundregelbuch enthaltenen Szenario "Trollsaga" sind meine Spieler mit ihren Figuren gerade auf der Jagd nach einem unheilvollen und mythenumrankten Trollwesen, dem Vater der Steine, Ilminavi. Um diesen kurzen Ausflug an den Bärenwald abzurunden, hier nun noch eine alte Sage über den Ilminavi, die angeblich auch durch den Müller der Verwunschenen Mühle so erzählt wurde...



Die Sage vom Ilminavi

In uralten Tagen kamen Menschen ins Land und der Hügel wurde von Zwergen bebaut. Man sagt von Schiffen mit denen sie kamen von über dem Meere, von steineichernen und starken. Andrer redet vom Grasland und gigantischen, ragenden Bergen als Heimat der Zwerge, vor Zug und Zeit.

Zwerge und Menschen achteten sich, trieben Handel und beider Völker Könige und Fürsten besuchten sich oftmals in ihren Hallen, galten Gabe mit Gegengabe, Freundschaft mit Friede; und beide bewohnten das Land, wie Bruder und Bruder.

Da neidvoll erwachte der Geist der Hügel, hasserfüllt. Nicht duldend wollend die Fremden zu seinen Füßen, nicht Mensch, nicht Zwerg. Aus Windes Kraft, des Felsens Härte und Waldeinsamkeit ward Ilminavi wach, der Vater der Steine, unholdes Übel. Mensch und Zwerg hassend, zog er deren Kinder zu sich, in finstern Forst und zu schwarzem Stein, lockend mit übelem Zaubergesange. Er fraß das Vieh auf den Weiden und folgte dem Hirten nach Hause, als Schatten, der Tod brachte. Er warf Stein über Wall, verheerte die fruchtbare Stätte des Ackers und fraß, was er fand.

Geboren ward Gelgar, der König der Zwerge, kühn wie der Adler und stark wie die Berge. Seine Schwester war gefressen worden vom Steinvater, dem Ilminavi, in ihren Kindertagen. Gelgar endlich beschloss, dem scheußlichen Vater der Steine zu Leid zu machen sein Leben und des Riesen Raub zu gelten mit Glanzstahl und dessen Spuk mit dem Schwert zu ersticken.
Ein Heer hob hervor er, aus Berg und Binge, gewappnet mit Spieß und Schild aus Uponith. Drei Tage zog man, Wut an den Waffen, zu Trolles Zauberberg, bis da klang Eisen auf Eisen und Klinge schlug auf schwarze Klauenhand. Drei Tage focht man, drei Tage wogte das Heer, her und hin, bis schließlich erschlaffte der Trollmann und floh in die finsteren Hügel hinein.

Dort liegt er, die Wunden leckend, und sinnend auf Rache, bis zum Rückkehrtage, so sagt man.



Freitag, 24. Januar 2020

Tage der Materialermüdung



Derzeit ist hier gute Nachschublogistik gefragt. Viele Dinge geben den Geist auf. Meine Uhr blieb stehen und muss nun eine mehrwöchige Reise in die Werkstatt antreten. Mein Fahrradkorb fällt demhnächst wahrscheinlich auseinander. Um medizinisch gute Versorgung zu gewährleisten, musste ich geschwind den geschickten Umgang mit Humanklebeband erlernen. Heute früh war dann im Haus kurzzeitig die Heizung ausgefallen: kaltes Wasser am Morgen und unbeheizte Räume. Muskelkater habe ich nun auch noch... die richtige Zeit, Essen zu gehen und einen Kulturbund zu begründen... Auf bald!



Dienstag, 21. Januar 2020

Windzeit, Wolfszeit




"... Viel weiß der Weise,   sieht weit voraus

Der Welt Untergang,   der Asen Fall.
Brüder befehden sich   und fällen einander,
Geschwister sieht man   die Sippe brechen.
Der Grund erdröhnt,   üble Disen fliegen;
Der Eine schont   des Andern nicht mehr.
Unerhörtes ereignet sich,   großer Ehbruch.

Beilalter, Schwertalter,   wo Schilde krachen,
Windzeit, Wolfszeit   eh die Welt zerstürzt. ..."

aus: Völuspa (Ältere Edda, Übersetzung nach Karl Simrock)



Sonntag, 19. Januar 2020

Karger Wald

Birken

Himmelwärts

Kleiner Pfad

Noch mehr Birken

Sehnsucht nach dem Walde. Heute kurzen Spaziergang im Ostwald unternommen. Graupel und milden Regen genossen. Düsternis. Herrlich!



Donnerstag, 16. Januar 2020

"Mir selber seltsam fremd"

Vor einigen Tagen habe ich nun Brandon Sandersons "Warbreaker" abgeschlossen. Hat mir ganz gut gefallen, wobei das Buch auch einige Längen hat und beim Ende des Endes bin ich nicht ganz zufrieden. Alles in allem aber ein unterhaltsames Buch. Nicht ganz das, was ich mir von Fantasyliteratur wünsche, aber irgendwie doch gut.

Somit habe ich nun begonnen, "Mir selber seltsam fremd" von Willy Peter Reese als Erst- bzw. Zweitbuch zu lesen.

Aktuelle Leseliste somit:

  • Willy Peter Reese - Mir selber seltsam Fremd
  • J. R. R. Tolkien - The Return of the King (LotR 3)



Es ist derzeit für den Januar sehr warm. Teilweise frühlingshaft mild. Von Schnee keine Spur. Ich bin in einer widersinnigen Lage. Einerseits bin ich nicht ganz traurig darüber, weil das Radfahren so besser funktioniert. Andererseits weiß ich darum, dass das im Endeffekt ziemlich unnatürlich ist und auch auf größere Probleme auf diesem Planeten hindeutet.


Sonntag, 12. Januar 2020

Musik, Mond und Müdigkeit



Bin gerade müde... dankbarerweise konnte ich das Wochenende damit verbringen, ein bisschen Klangbastelei (für mein seit 17 Jahren phasenweise bestehendes und quasi unausrottbares Klangkollagenprojekt Olé Damande) zu betreiben, was auch erschreckend gut geklappt hat. Nun aber ist mein Geist ausgelaugt und keinerlei kreative Tätigkeit ist mir mehr möglich. Eigentlich (eigentlich!) wäre es auch nicht schlecht, wenn ich  noch ein bisschen ideengeladenen Vorbereitung für unsere in zwei Wochen stattfindende Beyond-the-Wall-Runde betreiben könnte. Kann ich aber nicht. Irgendwie ist meine kreative Batterie gerade restlos leer. Was einerseits erstmal unerfreulich und wenig wünschenswert klingt. Andererseits aber auch ein sehr befriedigendes Gefühl. Denke ich werde mich jetzt im Anschluss an diesen Post erstmal daran setzen, ein bisschen zu lesen.

Donnerstag, 9. Januar 2020

Im Reich des Nieselregens

In den letzten Tagen nieselregnete es ungerührt vor sich hin, das Wasser aus den Himmelsspeichern machte so manchen Weg zur Schlammpiste und vernebelte oft die Sicht. Man höre und staune: ich habe von dieser Art Regens erstmal genug. Mein Rad auch. Trotzdem denke ich mit Schrecken an die überfüllten Wege und chaotischen Umstände im Sommer. Irgendwie gibt es keine so rechte Alternative mag mir erscheinen. Wie bei vielem.

Dienstag, 7. Januar 2020

Oh Schreck, was habe ich getan!

Nachdem ich ja nicht ausreichend zukünftiges Lesematerial habe ...

(... Aktuelle "Warteliste": Willy Peter Reese - Mir selber seltsam fremd, J. R. R. Tolkien - Das Silmarillion)

... habe ich mir gerade in einem Anfall von Wahn den ersten Band von Robert Jordans "The Wheel of Time"-Serie namens "The Eye of the World" bestellt. Irgendwie wollte ich es wissen, was an der Serie dran ist. Mancher verdammt sie, andere loben und lieben sie. Ach ja, vielleicht sollte ich erwähnen, dass die Gesamte Serie 14 Bücher umfasst. Bin gespannt!

Montag, 6. Januar 2020

Entlang der Schwarzachklamm

Alter Kanal bei Feucht

Letztes Abendlicht im Wald

Schwarzach

Düsteres Tal


Ein heutiger letzter Spaziergang führte mich in das Schwarzachtal bei Feucht. Ein sehr schöner Ort, da jedoch relativ viele Menschen unterwegs waren, nutzte ich die Umgebung eher dazu, angeregt von Felsen und der romantischen Stimmung des Tales, mich in eine imaginäre Geografie fremder Welten hinfortzudenken, was auch immer ein Gewinn ist.


Freitag, 3. Januar 2020

Durch den Fürther Stadtwald


Weg durch den Fürther Stadtwald

Relativ spontan ging es heute, diversen Plagen zum Trotze, durch den Fürther Stadtwald auf einen kleinen Spaziergang. Für mich war es eine Premiere, da ich diese Waldgegend bislang tatsächlich nicht durchschritten habe. Kalt war es, Eispfützen im Wald, aber dennoch das Gefühl, dass ich in der Natur meistens nicht am falschen Platz bin wenn es darum geht, die Stimmung zu heben.



Mittwoch, 1. Januar 2020

Kaum hat sich...

Kaum hat sich der Pulverdampf gelichtet, beginnt auch schon erbarmungslos das neue Jahr.
Gestern besuchte ich einen sehr stimmungsvollen und emotionalen Jahresabschlussgottesdienst in "meiner" Gemeinde <- Man  höre und staune.
Dort gab es auch die Gelegenheit, einen Bibelvers für das kommende Jahr zu ziehen. Ich tat dies und zog:

"Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet."
(Psalm 66,20)


Mal sehen, was das nächste Jahr bringt. In den nächsten Minuten bringt es ziemlich sicher eines: Wäsche, gewaschen.