Dienstag, 17. Juli 2018

Bad

Heute die Freizeit sogar dazu genutzt, in ein Freibad zu gehen. Eine Stunde Runden im Chlorwasser gedreht und Versteckspiel mit der Sonne gestartet. Als dann der Nachmittag heraufzog, mit Chlor- und Kaffeegeruch und seinem Hundegebell, da schlich ich mich, recht entspannt, rechtzeitig wieder davon.

Sonntag, 15. Juli 2018

Planmäßige Rückkunft

Ostsee

Gestern erreichte ich nach neunstündiger Fahrt planmäßig wieder die Stadt Nürnberg, hinter mir eine Woche an den Wassern der Ostsee. Gelernt habe ich etwas über Namen und meine eigenen Reisevorlieben. Gesehen die Küste (natürlich!) und Strandpromenaden, Buchenwälder und den schauderhaften Koloss von Prora, wo einst Hitler ein K.d.F.-Seebad zu errichten gedachte, was aber, wie so viele andere seiner Pläne, scheiterte. Das nie gewesene Bad zerfällt heute, in Teilen wird es zu Luxusappartements umgewandelt, was ich persönlich für eine weitere Dimension der Schauderhaftigkeit halte.

Ansonsten ist dort an der See vieles sehr schön, aber auch sehr anders als in unserer Mittelgebirgslandschaft. Jetzt heißt es mich und die Wäsche sortieren.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Ferien

So, jetzt ist es soweit und ich bin in der Ferienzeit angekommen. Leider leide ich an einer leichten Heiserkeit. Hoffe, sie bald wegzubekommen. Am Samstag verlassen wir die berühmte Hundekackestadt Nürnberg für ein paar Tage. Und das habe ich nötig. Heute geht es dann seit längerem mal wieder zur Mittwochsveranstaltung in der Gemeinde.

Montag, 2. Juli 2018

Selige Sehnsucht


Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend’ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.


In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt dich fremde Fühlung,
Wenn die stille Kerze leuchtet.


Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.


Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt.


Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde. 

(J. W. v. Goethe) 


Sonntag, 1. Juli 2018

Der kalifornische Bürgerkrieg - Teil 1

Ungefähr zwei Jahre später habe ich bezugnehmend auf diesen Post (und irgendwie auch diesen (Zerfall der USA in den 90ern) und diesen (alternativer Ausgang des Kalten Krieges))nun eine erste Karte für mein Alternativweltgeschichtsszenario über den kalifornischen Bürgerkrieg 1992-1998 erstellt. Zu Hilfe kam mir hierbei das sehr schöne Programm paint.net, mit dem man herrlich einfach in verschiedenen Ebenen zeichnen kann und das mit Leckerlis wie vorgespeicherten Schraffureffekten etc. einfach nahezu perfekt für mich ist.
Meine Basiskarte entstammt den National Atlas of the United States und ist meiner Kenntnis nach gemeinfrei. Die Flaggen der República de California sowie des States of California erstellte der alternatehistory.com-User Shifty Giant für mich. Genug der Vorrede, los geht's in einer eher groben Skizze meines Szenarios:


Wie man den oben verlinkten Posts entnehmen kann, zerfielen in meiner Timeline die früheren Vereinigten Staaten von Amerika zu vielen kleineren Einzelstaaten. Einer davon ist Kalifornien, das als "State of California" seine Unabhängigkeit 1991 erlangte:

Flagge des "State of California"



























Im Zuge der allgemeinen Umbruchstimmung und Wirren beginnt unter den hispanischen Einwohner Kaliforniens eine immer lautere werdende Agitation für mehr Rechte und mehr Selbstständigkeit. Als Stimme dieser Forderungen entsteht die "Unión de california latino" in San Diego.
Eine Reihe von auch gewalttätigen Ereignissen steigert den Drang zur Unabhängigkeit. China und die Sowjetunion, die sich hiervon Einfluss auf Kalifornien, das immerhin eine beachtliche Wirtschaftsmacht ist, versprechen, unterstützen die "Unión de california latino" sowohl organisatorisch, finanziell als auch mit bereits Waffenlieferungen an militantere Kreise innerhalb der "UCL".

Flagge der "República de California"
1992 schließlich proklamieren die Aktivisten, alle Warnungen ignorierend, die "República de California" mit Los Angeles als Hauptstadt.











In wenigen Monaten übernehmen die bei Gründung bereits marschbereiten Einheiten der Armee der R.d.C. die wichtigsten strategischen Punkte in denen von ihnen beanspruchten Gebieten im Süden Kaliforniens. In etlichen Gebieten jedoch stoßen sie auf starken Widerstand, oftmals flammen die Kämpfe auch ständig neu auf, da etliche gut bewaffnete loyalistische Milizen auch in den südlichen Gebieten aktiv sind. Los Angeles wird während des ganzen Krieges nicht zur Ruhe kommen ("Schlacht um Los Angeles").

Im Sommer 1994 beginnt die Armee der R.d.C. Offensiven in Richtung Norden, mit dem Ziel San Francisco und San Jose einzunehmen.
Bilder des Geschehens bis 1994.
Zur Vergrößerung bitte klicken!

Nach sechs Jahren des Konfliktes wird der Bürgerkrieg in Kalifornien schließlich mit dem "Frieden von Irkutsk" beendet. Mehr dazu im zweiten Teil in evtl. nicht erst wieder zwei Jahren.

Samstag, 30. Juni 2018

Abend in Birnthon

Wiesen bei Birnthon

Knapp nach der Sommersonnwende begaben wir uns am gestrigen Freitagabend vor die Tore bzw. Türen der kleinen Nürnberger Exklave Birnthon. Dort fand eine vom Bildungszentrum Nürnberg organisierte, im übrigen sensationelle, geführte Exkursion durch den abendlich-nächtlichen Wald statt.

Lehrreiches war zu erfahren über die verschiedenen Vögel des Waldes, Flurnamen, Tiere aller Art, Geschichte und Forstwirtschaft.

Ich glaube, dass ich nie zuvor so viele Glühwürmchen an einem Ort gesehen habe.

Der Rückweg aus dem Wald zum Bushalteplatz Birnthon war erleuchtet von einem dunkelgüldenen Mond und begleitet vom Wispern des Winds in den Gräsern am Wegrand.


Blick nach Birnthon hinein

Die mittsommerliche Abendsonne

Mittwoch, 27. Juni 2018

eigentlich

Eigentlich müsste die politische Linke sich freuen. Fast alles läuft nach Plan. Besonders gesellschaftspolitische Themen, die nach meinem Empfinden in die linke Ecke gehören, stehen heute ganz selbstverständlich auf der tagespolitische Agenda. In allen seriösen Tageszeitungen wird größtenteils linksliberal berichtet. Scheußlichkeiten (man verzeihe) wie das Gendersternchen werden ernsthaft öffentlich und außerhalb obskurer autonomer Politsekten diskutiert. Parteien, denen man vor Jahren noch konservative Bürgerlichkeit nachsagte oder gar als Wurfgeschoss nachwarf, übernehmen Themen mindestens aus dem Bereich der bürgerlichen Linken. Ein bayerischer Ministerpräsident, der Kreuze in staatlichen Dienststellen platzieren will, wird aus Presse und Öffentlichkeit mit Kritik und Häme überschüttet. Wer hat in letzter Zeit mal ehrlich nach einer seriösen Tageszeitung gesucht, die konservative Standpunkte vertritt und ist fündig geworden? Was sagt denn die große Mehrheit der stinknormalen Bevölkerung, wenn man sie zu Themen wie "Ehe für alle", Integration, Drogenpolitik ... befragt? Mag sein, dass mein Bekanntenkreis da nicht immer repräsentativ ist. Aber hier ist die Wahrscheinlichkeit, eine Aussage zu bekommen, die vor 10 bis 20 Jahren noch unter bürgerlich-konservativ gelaufen wäre, so ziemlich gleich 0. Verständnis für am Ende noch Organisationen wie die römisch-katholische Kirche? Iwo! Von Religion will auch keiner mehr etwas wissen. Die ganz Toleranten erkennen noch im Gönnerton die teilweise guten Werke an, die "die Kirche" mit ihren Einrichtungen tut. Dennoch unkt man momentan in der linken Ecke meines Bekanntenkreises, den ich hier einfach mal stellvertretend für die "Linke" heranziehen will, weiter vom "Rechtsruck", davon, dass die Dinge "immer schlimmer" werden, "wehret den Anfängen" usw.
Ich sehe das anders. Vielleicht guckt man da zu sehr auf die Extreme? Eine Spaltung der Gesellschaft geschieht ja wahrscheinlich aktuell. Und vielleicht sieht man auf der rechten Seite des politischen Spektrums auch darum mehr extreme Meinungen, weil eben die große Mitte des politischen Felds solide weiter sauber linksliberalen Kurs hält, auch dann und wann gegen alle Vernunft und gesunde Maßstäbe an? Wer sich übergangen fühlt, wird aggressiv, aggressive Menschen sagen auch aggressive Sachen. Da ist dann der momentane politisch (in mancher Hinsicht: leider) bedeutungslose rechte Flügel.

Wenn man mich fragt, ich erlebe in der Gesellschaft eher einen "Linksruck". Und wenn ich ehrlich bin,bin ich damit oft nicht einverstanden, was da passiert. Mir wäre ein vorsichtigerer Umgang mit Werten und ein Bewahren wichtig, eine Politik, die sich vom porzellanzertrümmernden Gebaren eines geistlosen Materialismus abgrenzt.

Montag, 25. Juni 2018

vorbei

Vorbei ist das Wochenende. Geblieben ist mir Kopfschmerz und das Gefühl, schlafen zu wollen. Das Wetter hat schon jetzt etwas von Herbst, was ich als irgendwie sehr passend empfinde. Eventuell wird die Woche anstrengender, aber das wird sich noch zeigen. Gute Nacht!

Freitag, 22. Juni 2018

dazwischen

So ein komisches Wetter. Wann immer ich geschlossene Räume nach draußen hin verlasse, hört es sofort auf zu regnen. Bin ich wieder drin, regnet es wieder. Bisher also kaum Gelegenheit, meine aufgestockte Regenausrüstung (Regenjacke + Regenschutz für den Rucksack) wirklich zu erproben.

Ansonsten treibt mich das Thema "Glauben" um. Bin an so einem Punkt, an dem ich an die Zeit denke, als ich "zum Glauben kam" und auch z. B. das erste Mal in meine heutige Gemeinde ging. Ich sage mir "Ja, das waren damals schon echt gute Sachen, die ich erlebt habe!" ... Aber weiter?
Ich taumle hin und her zwischen Aussagen wie "Gottes Gnade ist für jeden unendlich reich!" und "Gott möchte, dass ...", was dann oft mit so einer Note von "Reiß Dich mal zusammen!" verbunden zu sein scheint. Eher liberale Theologie in meiner Gemeinde ohne die für mich dazu nötige Erklärung. Eher konservative Theologie anderswo. Was stimmt nun? Und dann oft die Sorge, dass ich mit einigen gewonnenen persönlichen Überzeugungen vielleicht nicht kompatibel zur "Lehre" gehe. Das ist nun kein so schönes Gefühl, von einer Sache überzeugt zu sein, andererseits aber dauernd die drohende Hypothek mit sich herumzuschleppen, sich dadurch im ärgsten Fall in die Gottesferne zu manöverieren. Soll man die eigenen Standpunkte ignorieren und einfach vorsichtshalber ganz anders leben, als man es für richtig hält?

Und in manchem komme ich einfach persönlich nicht weiter. "Gott schenkt uns seine Liebe, und wir können sie deswegen weitergeben. Er macht uns dazu fähig." Meine Erlebnisse im Alltag sind aber oftmals eher die von Konflikten. Von Kampf. Da kann ich keine Liebe weitergeben. Und dann die Frage: "Bin ich vielleicht einfach nicht willig genug?".

Derzeit versuche ich mich an einer Art Zen-Meditation. Ich sitze abends für eine bestimmte Zeit einfach nur da, achte auf meine Atmung und versuche, an nichts besonderes zu denken, und wenn ich doch an etwas denke, mich auch um diesen Umstand nicht besonders zu kümmern. Oder ich versuche, mich an der Philosophie des japanischen Schwertkampfs zu orientieren. Der Kämpfer strebt hier eine ruhige und gelassene Geisteshaltung an, ohne im Extremfall überhaupt an Sieg oder Niederlage zu denken. Beides sind Seiten einer Medaille für ihn. Die Samurai folgten auch einem anspruchsvollen Moralcodex. Das scheint mir momentan eher praktisch, so zu denken. Harte Arbeit an der eigenen Person. Die Herausforderung, die das Leben auch ist, annehmen, anstelle auf das sich einstellen von dauernder Fröhlichkeit und Gelassenheit zu warten. Darauf würde ich für meinen Teil nämlich vermutlich warten, bis ich schwarz werde. Was das jetzt mit Glauben zu tun hat? Dass ich irgendwo momentan die Orientierung verloren habe, und solange, bis ich sie möglicherweise wiederfinde, versuche, nicht aufzugeben und eben dem nachgehe, was mich beschäftigt.

Dienstag, 19. Juni 2018

Lesen, Warteschlange

Die Lektüre von Simone Stölzels "Nachtmeerfahrten" neigt sich langsam dem Ende zu. In der Warteschleife stehen aber bereits zwei neue Bücher für die Lektüre an ungeraden Tagen. An geraden Tagen wird noch eine Zeit des Albert Vigoleis Thelens "Insel des zweiten Gesichts" auf dem Nachttisch liegen.

Die zwei wartendenen Bücher sind

John O'Donohue - Anam Cara
sowie
Inazo Nitobe - Bushido: Der Ehrenkodex der Samurai



jetzt wartet mal wieder der Haushalt.

Freitag, 15. Juni 2018

Ausrüstung

Ausrüstung und Technik

Nachdem ich auf der letzten Wanderung (habe ich das geschrieben?) bemerkt habe, dass bei längeren Wanderungen im Sommer meine bisherige 1,3l-Wasserflasche nicht ausreicht, habe ich mir diese oben im Bild zu sehenden schönen Kleinigkeiten bestellt und heute erhalte. Eine zusätzliche Wasserflasche mit einem Liter Fassungsvermögen, zusätzlich nochmal eine Halbliterflasche, die ich für kleinere Spaziergänge ausgesucht habe (passt perfekt in meine kleine Umhängetasche).

Außerdem erstand ich unabhängig davon diesen kleinen grünen Schlafsack links im Bilde. Es ist auch eigentlich kein Schlafsack, sondern ein wasserdichter Schutzbezug für meinen Rucksack, der bei dem ein oder anderen Regenschauer schon innen nass wurde.

Somit wäre ich für die nächste Tour gut gerüstet. Auf dass sie bald komme!

Dienstag, 12. Juni 2018

Vandalen und andere Viecher

Die Leut'.
Da baut man mal was Schönes in einer Welt der Hässlichkeiten, aber die Spaßgesellschaft trampelt es lieber gleich kaputt, statt vernünftig und pfleglich damit umzugehen.

Sonntag, 10. Juni 2018

Das verloren Land

Das verlorne Land

Ein goldnes Zauberland
Denk ich mir noch in Träumen,
Von Morgenroth umspannt,
Voll Blüthen an den Bäumen.

Wie wiegt die Seele schön
Sich dann auf Rosenschwingen!
Wie in dem Land der Fee'n,
Von dem die Dichter singen.

Einst war ich kurze Zeit
In diesen seel'gen Auen;
Nun aber bin ich weit
Kann sie nicht wieder schauen.

Ein dunkler Wolkenflor
Die Auen rings umsähet
Und auch die Wege vor
Sind durch den Schnee verwehet.

(Heinrich Beitzke)

Wanderung auf dem Heinrich-Scheuermann-Rundweg

Felder entlang des Weges

 Gestern hat mich mal wieder das ehrenwerte Phänomen der Gruppenwanderung in Beschlag genommen. Nachdem es eine Zeit in den letzten Wochen so aussah, als würde sich niemand melden, sagten doch noch zwei Mitwanderer zu, sodass wir dann (unser Haushalt + eben die zwei Freiwilligen) zu 4. waren.

Der Heinrich-Scheuermann-Rundweg ist ein 22,9 km langer (wie aus dem Namen schon hervorgeht) Rundweg ab Vorra. Benannt ist er nach einem Enthusiasten, der um 1900 im Bereich des H.-S.-R. auf eigene Faust erste Wandermarkierungen anbracht. An dieser Stelle auch Dank an diese gute Seele!

Der Weg geht durch wunderschöne, große und gänzlich verzauberte Wälder, über Felsen, ist manchmal breit, manchmal eher ein Trampelpfad durch Wald und Gehölz. In jedem Fall ist es ein doch ganz fordernder Weg. Als wir in die Gegend von Neutras kamen, hatte uns eine bereits vorher am Horizont aufziehende schwarze Wetterfront erwischt. Hier bin ich dankbar, dass unsere Entscheidung, den Weg trotzdem erstmal fortzusetzen, sich nicht als großer Unglücksgriff erwiesen hat. Denn bei richtigem Gewitter im Wald zu sein, sogar noch auf hohen Felsen, ist und bleibt sehr riskant!

Nach etwas über sieben Stunden wären wir schließlich wieder zu Vorra eingezogen. Jedoch: ein aus unbekannten Gründen frei herumstreifender aggressiver Schäferhund versperrte den Weg. So mussten wir wieder eine gute Strecke zurücklaufen, schlugen uns durch eine Böschung und mussten an der Straße entlang nach Vorra hineinlaufen. Gut, besser als den Arm vom Hund abgebissen zu bekommen! (Tiere waren ohnehin ein großes Thema. Mehrfach mussten wir uns Angriffen der gemeingefährlichen Milbe, auch als Zecke oder Gemeiner Holzbock bekannt, erwehren. Hinweis: Die Gegend ist dafür bekannt, von diesen widerwärtigen kleinen Bestien verseucht zu sein. Nach jeder Wanderung empfiehlt sich genaues Absuchen des Körpers, Wechseln der Kleidung etc., da ein Biss der Zecke sehr unangenehme Folgen haben kann:)

Ausklang fand statt in einer an der Pegnitz gelegenen Gaststube statt, in zehn Minuten gelehrtes Erfrischungsgetränk. Der Gang auf den Bahnhof in Vorra zu, Graffitis fielen von den Wänden, wieder die schwarze Wand am Himmel, Regen, und Regen, über den geheimnisvollen Bergen und Waldrändern.




Wegweiser hin zu den Fernzielen meines
Wander-Größenwahns. Oder so.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Frieden, für ca. 10 Sekunden

Liebes Tagebuch!

Getreu dem in einer kirchlichen Denkschrift zum Thema Frieden gelesenen Schema zur Versöhnung in den Schritten: "Waffenstillstand - Frieden - Versöhnung" habe ich heute in einer bestimmten Situation meinerseits einseitig eine Waffenruhe erklärt. Sie hat dann auch ganze 15 Minuten lang gehalten, bevor die Gegenseite den Waffenstillstand fröhlich gebrochen hat. Aber den Versuch war es bestimmt wert, ja, ganz bestimmt...

Mittwoch, 6. Juni 2018

Musikprojekt

Zusammen mit einem Freund, mit dem ich geräuschmusikalisch immer wieder kollaboriere, will ich bis Spätsommer/Herbst eine Art Split-Album rausbringen, weil uns aufgefallen ist, dass wir scheinbar gleichzeitig eine Sehnsucht nach unseren "Industrialtagen" entwickelt haben. Das soll nun ein konkretes Projekt werden. Aktuell überlege ich mir ein paar Aliasse und Projektnamen, weil ich mich so sehr im Schatten meines eigenen Geräuschtheaters Olé Damande fühle.

Sonntag, 3. Juni 2018

Sommer

Ich bin in der widersprüchlichen Situation, den Sommer einerseits zu lieben, andererseits zu hassen.
Ich mag Frühlings- und Sommermorgen, die spezielle leichte Art des Lichts, und Laub, das von den Sonnstrahlen bestrichen wird. Ich mag Sommergewitter, den Geruch, den der Regen überall hinterlässt, die Wolken, den blauen Himmel, ich mag es auch, draußen sitzen zu können und nichts zu tun.

Die Schattenseiten des Sommer sind für mich diese elende Betriebsamkeit aller Orten. Diese krankhafte Massierung von Festen, oder präzisieren wir das: "Events". Feste haben für mich noch den Kern des Feierlichen und Hohen, während das, was in dieser aktuellen Sprachverhunzungsmanie als "Events" bezeichnet wird, immer schrill, grell, abgeschmackt, hässlich und ohne Tradition und Würde ist.

Auch verstehe ich nicht, warum gerade bei schönem Wetter, dem ich rein assoziativ erstmal gute Laune zuordnen würde, sich die Anzahl von (s. letzten Beitrag) rücksichtslosen Verkehrsteilnehmern erheblich steigert.

Ich mag diese neumodische Gastronomie nicht, diese Pseudomediterranisierung, sodass scheinbar alles ein Nachäffen von Werbefilmen für tropische Rumgetränke wird, grelle Musik, der Geruch von Müll und Hundekot über der ganzen Stadt.

Ähnlich wie in einem Lied von Georg Kreisler würde ich zwar nicht an den Nordpol reisen, gerne jedoch mal die Sommermonate z. B. in einen kleinen Ort im Gebirge verbringen. Wie in besagtem Lied war mir dasher allerdings nicht beschieden, und somit träume ich nur, ohne die geringste Ahnung, ob es so einen Ort überhaupt gibt.

Samstag, 2. Juni 2018

Regeln, Folgelosigkeit, Frust

In den letzten zwei Tagen bin ich zweimal mit verschiedenen Zeitgenossen aneinandergeraten, weil sie sich aus meiner Sicht einfach rücksichtlos im Straßenverkehr verhalten haben. Nun ist das nicht die Art, wie zu leben ich mir wünsche. Trotzdem geht es manchmal nicht anders. Gerade, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, erlebe ich ständig gefährliches, gedankenloses, rücksichtsloses und grob verkehrsregelwidriges Verhalten, sowohl von Radlern, Autofahrern, und auch Fußgängern (wobei man sich denken kann, bei wem das schlimmere Folgen haben könnte), und mein Eindruck ist, dass hier von Polizei, Verkehrsüberwachung, Politik ... garnichts getan wird. Das Risiko gerade für Autofahrer, irgendwie zur Rechenschaft gezogen zu werden, bei Missachtung der Vorfahrt, zu schnellem Fahren, ignorieren von Verkehrsschildern, ist gering. Das ist eine Sache, die mich leicht frustriert.

Montag, 28. Mai 2018

Spiritualität in der Natur




Heute bin ich auf diesen Artikel gestoßen, in dem Kris Abrams ein paar Ideen ausführt, eine Art spirituelle Beziehung zur Natur zu pflegen. Teilweise etwas esoterisch, ja, vielleicht ... dennoch finde ich, dass da Ansätze drin sind, die eigentlich Menschen jeder Weltanschauung, die irgendwie eine Art Bewusstsein für die Natur entwickeln wollen, verwenden können.

Habe mich dann gleich praktisch davon inspirieren lassen und unternahm einen abendlichen Waldspaziergang. Als Christ rede ich nicht mit der Natur, was ich aber getan habe, ist, bewusster auf das, was da im Wald um mich herum passiert, zu achten, hinzuhören. Habe mir dann auch einen speziellen, für mich geheimnisvollen Platz gesucht, und dort mit Gott geredet, bewusst auch mal nicht über meinen Tag oder ähnliches, sondern über das, was ich sehe, oder einfach nur die Szene, das abendliche Licht der Sonne, den Gesang der Vögel, auf mich wirken lassen. Ich nahm mir auch bewusst die Zeit, die Vögel, die man in den Bäumen normalerweise nur hört, zu entdecken und zu beobachten. Es hat gut getan, sich auf diese Ordnung einzulassen, die älter ist als ich, und die ein ganz eigenes, uraltes Recht besitzt, das der, der alles geschaffen hat, vielleicht ganz unabhängig von irgendwelchen stumpfsinnigen Nützlichkeitserwägungen, großzügig schenkte.

Sonntag, 27. Mai 2018

Spam

In einem E-Mail-Account, den ich besitze, landen regelmäßig Spam-Mails, in denen ich aufgefordert werde, angebliche Rechnungen zu bezahlen, in denen mir gedroht wird, dass ein Inkassoverfahren in die Wege geleitet wäre, Bitte um Rückmeldung ... Jetzt hat sich der laue Spam-Wind aber gedreht: Spam-Mails, ich hätte Geld gewonnen, mein Geld stünde bereit ... Au ja! Wundervoll! Habe jetzt mittels automatischer Umleitung (und wie man das eben immer macht, sie wissen schon!) die Geld-Gewinner-Spams direkt mit den Achtung-Rechnung-Sie-werden-in-den-Schuldturm-geworfen-Spams in Kontakt gebracht. Somit sind jetzt alle Spam-Forderungen durch die gesammelten Spam-Gewinne ausgeglichen. Toll, wie fröhlich und unkompliziert das Leben oft sein kann!

Samstag, 26. Mai 2018

"Welt retten"

Sehr geehrtes Schwein,

hiermit beantrage ich untertänigst die Sperrung eines weiteren Begriffs. Es handelt sich um das Schlagwort "die Welt retten" in all seinen Ausprägungen. Als besonders ärgerlich empfinde ich hierbei die Bezeichnung von z. B. im Umweltschutz oder in anderen gesellschaftspolitisch relevanten Bereichen mit Gemeinnützigkeitsfaktor aktiven Menschen als "Weltretter". Ich kann nicht sagen, ob dieser Begriff erst mit einem bestimmten von einem gewissen deutschen Sänger dargebotenen Lied seinen Einzug in die Verwendung in solchem Kontext gefunden hat, es ist auch eigentlich für meinen Antrag auf restlose Sperrung irrelevant. Alles in allem ist mir dieser ironisch-spaßige Ton, die heitere Superheldencomic-Assoziation, der bzw. die scheinbar einem ernsten Thema die Schwere nimmt bzw. nehmen soll ein Gräuel. Manches Ernstes muss einfach auch ernst bleiben, wie ich finde, und dieser postmoderne Zwang zur Buntlackierung ist aus meiner Sicht einfach falsch und albern.

Exkurs: Einen "Weltretter" ("Salvator Mundi") kennt übrigens die christliche Religion in Jesus Christus. Er ist dort die einzige Person, der solches Prädikat zusteht. Nun ist nicht jeder Mensch Christ, und ich will auch niemandem durch ein Hintertürchen seine persönliche und bestimmt auf guter und gewissenhafter Denkarbeit beruhende Weltanschauung madig machen oder diese infrage stellen. Aber ich meine, dass auch z. B. dem überzeugten Atheist aus einer anderen Denkrichtung kommend dieses quasi religiöse Prädikat des "Weltretters" ein Ärgernis sein muss, und vielleicht, o ihr Gläubigen, Ungläubigen und Unentschlossenen dieser Welt, können wir uns darauf einigen, Ernstes ernst sein zu lassen, und stattdessen lieber zu harter Arbeit zu greifen, zur Veränderung der Welt oder auch nur des eigenen persönlichen Lebens.

Sehr geehrtes Phrasenschwein, ich, der ich das Plädoyer für den Ernst des Ernstes quasi mit diesen Zeilen teilweise selbst unterlaufen habe, bitte Dich jedenfalls freundlich um Sperrung des Begriffes "Weltretter" und all seiner Derivate im genannten Zusammenhang.

Mit herzlichen Grüßen

Der Autor dieser Zeilen

Mittwoch, 23. Mai 2018

Langeweile und beschwipstes Fernsehen

Liebe Damen und Herren: es regnet.
Falls Sie also heute nichts vorhaben und lieber im Haus bleiben wollen, möchte ich Ihnen folgend einen Tipp zu (naja) guter Unterhaltung geben.
Und zwar sahen die Damen des Hauses und ich neulich (und völlig nüchtern) die Episode "Sonnenwende" der beliebten Krimireihe "Tatort" an. Um es kurz zu machen: wir fanden diese so richtig doof! Da drischt man die Klischees bis es staubt und raucht. Ein (anfänglich noch nicht als solcher erkennbarer) Mord im Umfeld rechtsextremer Ökobauern im Schwarzwald. Eine verbotene Liebe der des Umfeldes überdrüssigen Tochter des Hauses zu (genau!) einem Ausländer. Dunkle Machenschaften des Verfassungsschutzes. Der Staat, der alles vertuschen will. Man kann sowas bestimmt auch gut erzählen. Man kann aber auch auf allerhand Wohnzimmerklischees herumreiten, bis sich die Balken biegen. Wer aber gerne betrunken fernsehen möchte, voila!, hier ist der perfekte Film dafür!
Mein Lieblingssatz aus der Folge ist übrigens (so ungefähr): "Und das da drüben, das ist Gerwald mit seiner Sippe aus Bayern" ... und dem ist dann auch schon garnichts mehr hinzuzufügen.



... oder vielleicht doch (schnell noch tatsächliche Hintergründe):

Artamanen (Eintrag bei Wikipedia)

Dienstag, 22. Mai 2018

Nachtrag Natur und Glauben

"In den Domen der Natur"


 
Vor einiger Zeit hatte ich mir hier mal Gedanken zum aus meiner Sicht nicht ganz zufriedenstellend geklären Verhältnis des (meines?) Glaubens zur Natur gemacht. Als Ergänzung bzw. Hinweis möchte ich nun noch das grobe Stichwort "Keltisches Christentum" in den Raum stellen. Es könnte für mich lohnenswert sein, hier mal irgendetwas nicht ganz esoterisches zu lesen.

Siehe auch:
"Alte Wurzeln ausgraben - Was fasziniert an der keltisch-christlichen Spiritualität" (Artikel auf jesus.ch)

Montag, 21. Mai 2018

Rund um die Houbirg

Kennt immer den Weg:
Der Wegweiser

Den Pfingstsonntag nutzte ich dazu, mit einem Bekannten eine Runde in der Gegend um Happurg zu gehen. Nachdem es anfangs regnete, starteten wir in Happurg schon mit erträglichem Wetter, später im Laufe des Tages wurde das Wetter mit Blattgold aus der Sonne überzogen. Herrlich!

Die Gegend ist durchaus geschichtsbelastet und geschichtsbeladen. Wir gingen vorbei an den furchtbaren Bauversuchen des NS-Regimes, das plante, eine Flugzeugmotorenfabrik in den Felsen zu treiben. Sehenswert sind die verschiedenen Infotafeln hierzu.

Vorbei gingen wir auch an Relikten der alten Kelten, welche hier einst siedelten.

Mein sonst gerühmtes und verlässliches Wanderführerpüchel, der Albert, konnte entgegen seiner sonstigen Gewohnheit oft nicht mit seinen Beschreibungen in das Gehirn des Autors dieser Zeilen dringen, sodass manches Mal rätseln und improvisieren angesagt war, was aber nicht störte, da die Länder dort ohne Ausnahme schön sind.

Der Blick ins Tal in der Gegend des "Hohlen Felsen" überwältigte mich. Auch die anderen anwesenden Wanderer waren überwältigt, teilweise gar so, dass sie fürchteten, samt Kind und Elternschaft in den schwindelnden Abgrund zu stürzen. Glücklicherweise passierte nichts derartiges.

Zum Abschluß unserer Tour nahmen wir noch einen Abstecher über den Keltenwall auf der Houbirg, welchen ich sehr beeindruckend fand.
Kurz darauf hätte das Wandern eigentlich am Bahnhof in Happurg sein Ende finden sollen. Leider fuhr uns der Zug vorbei, und eine ganze Stunde in Happurg auf die nächste Bahn zu warten war nicht ganz in unserem Sinne. So marschierten wir dann noch gar bis Hersbruck, wo wir im Lichte der milden Abendsonne ankamen, die fleißig glühte, beleuchtend die Türme der Stadt, Frauen, Männer und das junge Volk in den Pegnitzauen.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Weißer Spargel aus der Kiste

Spargel am Abend ...

Besagte Kiste (siehe den letzten Post!) wurde gleich heute geliefert. Mit dabei u. a. weißer Spargel. Und nun war es soweit, das erste Mal in meinem Leben habe ich (siehe Beweisfoto!) weißen Spargel zubereitet, folgend Catharina Eidingers Rezept in Bayerische Küche vegan. Und es ist mir garnicht schlecht gelungen, wie ich ohne übermäßiges Eigenlob nun einfach mal so festhalten will!

Einen schönen Abend wünscht der Spargelmann.

Dienstag, 15. Mai 2018

"Ökokiste"

Aufgrund verschiedener vorapokalyptischer Vorgänge (und einer Meldung zum Vortrag von Prof. Dr. Klaus Buchner in Wolfratshausen) haben wir uns heute entschieden, wieder eine Ökokiste mit saisonal-regionalem Gemüse zu bestellen. Das ist im Vergleich eher der Tropfen auf dem heißen Stein (womit wir wieder in der Diskussion Apokalypse und Hoffnung wären...), oder vielleicht eine Maßnahme im Rahmen der Politik der kleinen Schritte. Aber irgendwas muss man ja machen, oder? Was schadet's!

Wenn ich heute ein Apfelbäumchen gepflanzt hätte und morgen ginge die Welt unter, so hat zumindest das Apfelbäumchen keine Schuld dran.

Sonntag, 13. Mai 2018

Aufschub, euer Ehren!

Seit Wochen schreibe ich an einem bestimmten Text für den Eisernen Rhein, einem Text wahrhaft epischen Ausmaßes. Und jedes Mal befällt mich dann ein Grausen, welches dazu führt, dass ich nach einem Absatz finde, dass ja alles so wahnsinnig kompliziert ist, und die schiere Dimension der Aufgabe erschreckt mich. Dann lege ich alles weg bis zum nächsten Abschnitt, Tage oder Wochen später... Bald nimmt es neurotische Züge an. Furchtbar!

Freitag, 11. Mai 2018

Wanderung zu Christi Himmelfahrt, Diverses

Wald nahe Hagenhausen

Zu Christi Himmelfahrt war eine Gruppenwanderung geplant. Leider kam es wie befürchtet, der Gruppenwanderung fehlte dann die Gruppe. Nunja, so packten eben nur zwei Menschen ihren Rucksack und zogen los, von Altdorf über Hagenhausen nach Gnadenberg und Unterölsbach, und von dort zurück. Zum Abschluß kamen wir in den Regen, was aber nicht wirklich gestört hat. Auf der Heimfahrt Dunkel und Gespräche über Tischtennis und bleierne Hände.


Etwas anderes: bin heute zufällig an der Baustelle "Strand" am Südufer des Wöhrder Sees vorbeigefahren. Dort Hinweisschilder, dass eine Sicherheitsfirma die Baustelle überwacht (...nachdem ja besonders kluge Zeitgenossen dort vor einem Jahr gewütet haben!) wird. Irgendwie erscheint mir das krank. Da wird eine wunderbare Anlage zur allgemeinen Erholung erbaut, und den Menschen hier fällt nichts besseres ein, als alles kaputt zu machen.
Habe auch gesehen, dass dort ein richtiger kleiner Park mit Bänken, Grün, Hecken etc. entsteht.
Leider befürchte ich, dass nach spätestens einem Jahr alles wieder total zerrupft, vermüllt oder sonstwie zerstört sein wird. Weil die Leute irgendwelche grundliegenden Dinge verlernt haben?

Dienstag, 8. Mai 2018

Max Alfred Vogel - Neue Gedichte

Neue Gedichte

Heute erhielt ich das vor einiger Zeit bestellte, inzwischen vor schlappen 104 Jahren erschienene Buch "Neue Gedichte" von Max Alfred Vogel. Folgende Erkenntnisse gewann ich: Ja, es ist jener Vogel, nach dem ich gesucht habe. Nein, näheres zur Biografie M. A. Vogels konnte ich nicht herausfinden. Vorerst habe ich nur ein wunderschönes altes Buch in gutem Zustand dazugewonnen.
Für alle übrigen Erkenntnisse verweise ich speziell auf einen meiner vorherigen Posts zu Vogel.

Ansonsten:
M. A. Vogel in der Deutschen Gedichtbibliothek

Sonntag, 6. Mai 2018

Neues aus meiner Schreibwerkstatt

Erneut etwas im Rahmen meines Schreibprojektes geschrieben.

In der Klamm

Diamantharte Felsen in Schluchtenhänge gedrückt,
dazwischen fließt grünlicher Wasserstrom dahin,
hier und da, schimmernd, wie eine Schlange
in diesem rauen Paradiesgarten.

Der Duft großer Fichten, es funkeln die hellgelben Flügel
der Falter, die da in dem Zwielicht zwischen Wipfeln wogen.
Moos und wilder Beerenstrauch, Eberesche,
dort struppiger Strauch und, fast Nussgarten, ein Haselgestrüpp.

Raues Paradies zwischen den Steinen im Waldesdunkel
- Wo ist Adam? Wo ist Eva?
Nur das lyrische Auge, ätherisch,
stört die Szenerie.

So dazwischen

Klappbesteck und Tasse. Praktisch anzuwenden in Feld und Flur!

Gestern lief ich in einem größeren Sporthaus an oben zu sehendem Klappbesteckset + Emailletasse vorbei. Da musste ich sofort zuschlagen, da beides recht günstig war. Die nächste Reise zum Nudelberg kann nun also kommen. Für Donnerstag ist dann evtl. schon die nächste Wanderung, diesmal auf dem fränkischen Jakobsweg von Stein nach Heilsbronn geplant. Aber mal sehen. Es ist als eine Gruppenwanderung gedacht, und Gruppenwanderung pflegen dann nicht zustandezukommen, wenn es keine entsprechende Gruppe gibt.

Ebenfalls gestern war der Vorderreifen meines in letzter Zeit arg beanspruchten Rades auch wieder platt. Konnte ihn aber durch freundliches Bereitstellen von Werkzeugen und Hinweisen flicken.

So, nun lacht mich die Sonne gerade wieder so alpin-spitzbübisch an, als hätte sie einen Apfelkuchen von der Fensterbank gestohlen.

Freitag, 4. Mai 2018

Zwischen Optimismus und Apokalypse

Am 2. Mai war (angeblich) der Tag, an dem Deutschland die eigentlich zur Verfügung stehenden Ressourcen für das Jahr 2018 schon aufgebraucht hat. Dementsprechend diskutierten die Dame des Hauses und ich heute über die Zukunft, beide hin- und hergerissen zwischen Apokalypse und Optimismus. Eigentlich geht es ja ziemlich den Bach herunter. Überbevölkerung, verschiedene Krisen, Umwelt- und Kulturzerstörung... und dann kauft doch mal ein Mensch mit dem selbst mitgebrachten Beutel beim Bäcker ein. Und die Zahnbürsten aus Holz... vielleicht wird es ja doch? Am Ende konnten wir uns aber nicht so recht einigen, verblieben hin- und hergerissen zwischen Optimismus und Apokalypse.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Radtour im östlichen Reichswald



Im dichten Unterholz,
Frühsommerwald


Gestern begab ich mich auf eine Radtour ins Ungefähre (das sich zu diesem Zeitpunkt nach Schätzungen der seriösen Wissenschaft, auf deren Bemühungen ich natürlich all mein Streben stelle, in den Gebieten des östlichen Nürnberger Reichswaldes bis irgendwo hinter Leinburg befinden sollte!).

Morgens gegen 10 Uhr sattelte ich mein Rad und zog los. Die Tour ging über Fischbach, Birnthon, entlang einer sehr langen betonierten Strecke, bei der ich bis heute nicht weiß, ob es eine Straße, ein asphaltierter Waldweg oder irgendwas anderes war..., und durch die Röthenbachklamm, die ich bisher noch garnicht richtig kannte. Schließlich streifte ich noch Fuchsmühle, zog eine Linie durch das Naturschutzgebiet südlich Leinburg, um dann über Brunn, Schwaig und dann den Pegnitzgrund wieder in Richtung der Stadt zu fahren. Auf einer Bank nahe der Wasserschlossruine Oberbürg rastete ich gegen 15 Uhr nochmals, um in Ruhe das Gesehene des Tages zu bedenken.


Brotzeit in der Nähe der Flur "Eingefallenes Schloß".
Hier traf ich einen Jäger, mit welchem ich ein
kurzes, freundliches und skurriles Gespräch führte...




Der schnurgerade Wald- und Forstweg zwischen Fischbach
und Schwaig.


Die Pegnitz an einem bestimmten Ort,
an dem sie sich meiner Meinung nach
von ihrer schönsten Seite zeigt.

Dienstag, 1. Mai 2018

Wanderung um Gräfenberg herum

Gräfenberg: nach links im Bild!



Heute, an diesem ersten Mai, kam ich recht spontan zu einer Wanderung um Gräfenberg herum. Morgens war das Wetter noch recht kalt, es sah auch nach Regen aus, trotzdem machten wir uns auf den Weg von Gräfenberg nach Thuisbrunn. Bein einer Rast dort kam ich in den Genuss eines Bieres der örtlichen Brauerei "Elchbräu". Heimwärts wandelte sich das Wetter, Sonneschein und milde Wolken. Ein Phänomen aber, das ich nicht verstehe, ist, dass sich nun auch am ersten Mai Gruppen von Bollerwagenziehern durch die Lande bewegen, laute Musik hören, und wahrscheinlich auch sonst irgendwas verwechselt haben...

Morgen will ich mich, um meine freie Zeit zu nutzen, auf's Rad schwingen, und evtl. Richtung Gefütterter Graben und Leinburg fahren. Mal sehen...

Montag, 30. April 2018

Rothenburg, Max Alfred Vogel ...

Ein wunderschönes Wochenende in Rothenburg ob der Tauber im Tagungszentrum Wildbad liegt hinter uns. Bilderbuchwetter und interessante Gespräche lassen hoffen, dass sich sowas bald wieder ergibt.

Nachdem ich jetzt lange Zeit hin und her überlegt habe, entschied ich mich gestern dann auch doch noch, das 104 Jahre alte Buch von Max Alfred Vogel zu bestellen, um vielleicht mehr über den Dichter herauszufinden. Sobald ich es habe, werde ich berichten. Abschließend (auch den April abschließend) ein paar Rothenburg- und Taubertalimpressionen.

Im Taubertal

Rothenburg

Die Tauber

Dienstag, 24. April 2018

Natur und Gott

Eine Weile habe ich jetzt nichts mehr zu Glaubensthemen im geschrieben. Jetzt will ich mich mal wieder daran versuchen. Mich beschäftigt momentan das Verhältnis von Naturbegeisterung, meinetwegen auch Naturschwärmerei, zum christlichen Glauben. Ist das kompatibel? Die meisten Kirchen haben inzwischen irgendeine gute Art Umweltengagement entwickelt, und aus meiner Erfahrung gehen gerade die typischen kirchlichen Gruppen auch gerne mal z. B. Wandern, oder beschäftigen sich mit Jahreszeit- und Naturthemen. Aber welchen Stellenwert hat die Natur in der christlichen Anschauung? Das, was ich bisher so gelesen habe, könnte man vereinfacht folgendermaßen formulieren:

"Wir Christen schützen die Natur und dürfen uns auch an ihr freuen, weil sie Gottes Schöpfung ist."

Hm... mich stellt das aber so nicht ganz zufrieden. Das beantwortet meiner Meinung nach die Frage nach der Stellung der Natur in der christlichen Weltanschauung nicht. In früheren Zeiten hat man ja z. B. geglaubt, dass es einen "guten Schöpfungsteil" gibt, der eben vom Menschen nutzbar ist (Obstbäume, Nutztiere...) und einen "schlechten Schöpfungsteil" (z. B. diverse Waldbäume, Moore ...), der vom Teufel zur Verhöhnung Gottes und der Menschen geschaffen wurde. Davon ist das Christentum aber seit 700 Jahren zum Glück auch weg. Aber nochmal: Welche Stellung hat die Natur dort jetzt?

Zu sagen "...weil sie Gottes Schöpfung ist." ist für mich vergleichbar damit, wenn angenommen ein Mensch einem anderen Menschen begegnet und ihm sagt: "Ich mag und akzeptiere dich, weil du der Bruder von meinem guten Freund Egon bist." Das wäre doch nicht so schmeichelhaft für den Menschen. Weil er eben der Bruder von Egon ist. Toll.

Und die Natur? Hat sie so keinen Eigenwert? Dürfen wir Wälder, Seen, den Mond, Nebel und Wolken nur als einen Haufen Materie ansehen, der zufällig schön ist, und den wir (überspitzt gesagt) deswegen nicht ganz scheiße und unwichtig finden dürfen, weil Gott hier als Schöpfer im Spiel ist und daher das auch alles auf ihn verweist (aber eben nur so lange die Naturwelt auf Gott verweist)? Hat Gott sich das bei der Schöpfung so gedacht? Vielleicht (das ist jetzt aber eine kühne Aussage!) hat Gott die Schönheiten der Natur ja deswegen geschaffen, weil er sie selber in dieser Art schön gefunden hat? Und wer sagt dass, wo ja auch wir Menschen Freiheit haben und einen Seelenfunken, nicht auch die Natur irgendwo von Gott eine Art Beseeltheit geschenkt bekommen hat? Nein, die Natur ist aus meiner Sicht kein Gott, und ich würde weder Apfelbäume noch Bäume im Wald oder Moore anbeten. Aber ich sehe die Natur auch nicht aus einer materialistischen oder rein theo- oder anthropozentrischen Warte als bloßen Zellhaufen mit zufälliger Schönheit, die wir aber am besten geflissentlich ignorieren sollten oder mit einem inneren Stopschild zur Vorbeugung zu großer Bewunderung bekleben...

Für mich ist die Natur (besonders Wälder und die Gebirgslandschaften) etwas altes, ehrfurchtgebietendes, ein wundervolles Stück Leben, dem ein Gott vielleicht gar ein geheimnisvolles und uns verborgenes Eigenleben geschenkt hat, mit dem wir auf rätselhafte Weise verwoben, und in das wir eingebettet sind auf mancherlei geheimnisvolle Weise.

Montag, 23. April 2018

Schreibwerkstatt

Derzeit: eher schön.

 
Heute habe ich wieder einen Text in meiner Schreibwerkstatt hergestellt. Da auch dieser Text sachzweckgebundne ist, kann ich ihn vorerst leider auch nicht hier vorstellen...

Guten Wochenstart!

Sonntag, 22. April 2018

Nachmittagstour zum Froschstein

Sonniger Nachmittag im Walde


Den heutigen, sehr sonnigen und (unnatürlich?) heißen Sonntagnachmittag nutzten die Dame des Hauses und der Schreiber dieses Netzbpüchels dazu, im Reichswald bei Nürnberg ab Schmausenbuck zum Froschstein zu laufen.

Die Bewegung an der frischen Luft tat sehr gut, und auch mein alter Wanderhut konnte nach langer Zeit einmal wieder Dienst tun. Ein bisschen schade finde ich, dass inzwischen jeder noch so schmale kleine Waldweg von Mountainbikergruppen genutzt wird, sodass oft an solchen Tagen, wo ganz natürlich jeder ins Freie möchte, von der schönen Waldeinsamkeit ™ nur phasenweise und kurz etwas zu spüren ist. Tja, die Stadt wächst, und das ist vielleicht auch ein Anzeichen dafür.

Dennoch war es schöner Nachmittag, und auch das freundliche Grüßen im Wald ist noch nicht ganz ausgestorben.



Eichenlaub

Der Froschstein, nur echt mit dem eingeschlagenen
Elefanten...

Donnerstag, 19. April 2018

Frühling in Nürnberg

...und plötzlich ist es grün.


Nahe Henkersteg

Blick auf das Unschlitthaus

Die Pegnitz

Richtung Henkersteg

Ja, auch.

Zwischen Wasser- und Henkerturm

Dienstag, 17. April 2018

Schreibprojekt

Heute war ich vergleichsweise produktiv in meiner kleinen Schreibwerkstatt. Zwei Texte haben meine Werkbank verlassen, wovon ich einen im Anschluss präsentieren werde (der zweite Text ist zweckgebunden und kann daher nicht einfach so vor Erreichen des Zwecks gezeigt werden).

Hintergrund ist, dass ich mir neulich so dachte, dass ich gerne wieder mehr schreiben würde. Habe zum Beispiel ein Buch entdeckt, für das ich vor 11 Jahren einen Text beisteuern durfte, auch ein Literaturmagazin, und irgendwie hat mir das Lust auf Texten gemacht!

Nun kam natürlich der Standardgedanke: "Aber ich habe ja momentan gar keine gute Idee!". Diesem aber bot ich auf diese Weise Widerstand, als ich erklärte, es sei ein vollkommen dummer Gedanke, man müsse immer eine gute Idee haben, eine Art Inspiration vom Himmel herab (oder so), die man dann im entgrenzten Musenwahn zu Papier bringen könne. Ich wiederhole: ein vollkommen dummer Gedanke! Und zwar deswegen, weil Schreiben wie jede Kunst oder jedes Handwerk mit Arbeit zusammenhängt. Vielleicht gibt es sie, diese Gottbegnadeten, die auf hohem Turme sitzend geistreiche Zeile nach geistreicher Zeile 24 Stunden am Tag, sonntags sogar 48 Stunden am Tag, fabrizieren... aber ich denke, dass die meisten Leute, die irgendeine Kunst oder irgendein Handwerk ausüben, dafür arbeiten müssen. Talent ohne Arbeit bleibt ergebnislos. Und Ideen können sich auch als ziemlich mau herausstellen. Daher plädiere ich dafür, die Schreiberei mit nüchterner Arbeitsethik anzugehen. Klar, Freude daran schadet nichts, inspirierende Gedanken und Umstände sind auch toll, aber man muss auch arbeiten wollen. Und man sollte sich auch nicht einbilden, der nächste Petrarc zu werden. Man munkelt, solche Ansprüche seien auch schädlich.

So entschied ich also, mir ganz methodisch aufzuerlegen, jede Woche mindestens einen Text zu schreiben. Egal, was dabei rauskommt. Dieser Gedanke, dass das Resultat immer ganz toll und ausgegoren sein muss, den habe ich jetzt erstmal fristlos entlassen. Umsomehr bin ich gespannt, was vielleicht, wenn ich dabei bleibe, so entsteht.

So. Bühne frei für das erste Werk:

Die Nacht mit ihren Nelkenfarben geht
Die Nacht mit ihren Nelkenfarben geht,
Willkommen, Morgen, willkommen
Wind, der du durch Wildkirschbäume gehst, den Sturm antäuschend
im sanften Spiel; auch du, Summen und sich-Regen im Gras, willkommen!

Nun steigt die Morgensonne an, und auf den Spiegel des Wassers fällt endlich auch ein ruhiges Spiegelbild der hohen Uferbäume.

Samstag, 14. April 2018

Geh nicht an die Grube der Füchse

Bei sonnigem Wetter ist diese Stadt für mich eine Katastrophe.


Geh nicht an die Grube der Füchse
Am Rande der alten, zerfallenen Stadt
Am Rand des geschliffnen Gebirges
Geh nicht in jene Wüste, mein Kind

Geh nicht an die Grube der Füchse
Du weißt, was im Vorjahr dort geschah
Geh nicht durch die Felder, mein Kind
Am Rande der brennenden Wälder

Geh nicht an die Grube der Füchse
Du kennst der Hyänen begierige Blicke
Und gehst du,
So geh mit gepanzerter Wehre
So geh mit geschliffener Klinge
So geh mit bereitetem Spieß
So geh mit geharnischtem Wort
Zum Rande der Grube der Füchse, mein Kind 



Mittwoch, 11. April 2018

Bergkräuter, verspätete Geschenke (sind die besten) und Absteiger

Bergkräutertee und Neofolk aus Österreich
- eine gute Kombination, wie ich meine!

Vor einigen Tagen erhielt ich mit großer Verspätung ein Geschenk. Es handelt sich um das Album "Schattenlieder" der österreichischen Alpin-Neofolk-Formation "Sturmpercht". Konnte noch nicht alle Stücke durchhören, aber das, was ich bisher gehört habe, gefällt mir sehr! Der Geist der Alpen und ihrer schattigen Hangwälder hat nach dem Hören auch sogleich von mir Besitz ergriffen, sodass ich, weil kein Salamanderschnaps im Haus war, heute in einen wundersamen und gutsortierten Kräuterladen (siehe Beweisfoto) einkehrte, um mir einen Bergkräutertee zu kaufen, den ich dann (aber nicht nur) zum Anhören des Perchten-Albums genießen werde.






Erste Zeichen des "Stadtstrandes"

Weil es ja jetzt wieder warm wird, und weil Warmzeiten auch immer voller Trubel und unkontrollierter Lebensäußerungen (mit Betonung auf unkontrolliert) sein müssen (gemäß Bundeswarmzeitengesetz BwarmG) baut man momentan wieder den "Stadtstrand" auf der Insel Schütt auf. Pech für alle Radler, die eben regelmäßig da auf der Ost-West-Radachse vorbei müssen. Zwar muss der kombinierte Rad- und Fußgängerweg am Rande (s. Bild!) immer frei von Ständen bleiben, ernsthaft zu Zeiten des "Stadtstrand" dort vorbeifahren wollen kann man aber meiner Meinung nach nicht, da der Weg dann eben voller fröhlich feiernder und flanierender Menschen ist. "Ja, dann steigt halt einfach mal kurz ab, verdammt, sind ja nur die paar Meter, die da blockiert werden." .... Kurz drauf erreicht man die Wöhrder Wiese. Im Sommer ebenso von fröhlichen Menschen im Kreuz- und Quergang auf allen Wegen blockiert, Durcheinander pur. "Ja, dann steigt halt einfach mal kurz ab, verdammt, sind ja nur die paar Meter, die da nicht ganz sauber durchfahren werden können." ... wenn man an der Wöhrder Wiese vorbei ist, kommt dann auch gleich der neu erbaute Sandstrand an der Wasserwelt Wöhrder See. Im Sommer Anziehungspunkt für viele Menschen, die fröhlich auf dem Wege ... "Ja, dann steigt halt einfach mal kurz ab, verdammt, sind ja nur die paar Meter, wo diese Konflikte auftreten.". Und als Radler auf den Straßen unterwegs zu sein, ist oft auch kein Vergnügen (Radwegparker, rücksichtslose Autofahrer, überhaupt fehlende Radstreifen ...) Ja, dann steigt halt kurz ab. Am besten steigen wir auch garnicht mehr auf, damit die Stadt auch endlich ungestört vollständig zur Eventfläche oder zur Autobahn werden darf. (Polemik aus.)

Dienstag, 10. April 2018

Fastzusammenstoß

Heute wäre ich fast von einer Autofahrerin überfahren worden, die aus einer Ausfahrt herausgerast kam. Ihren Fehler eingesehen hat sie aber nicht. Hat lieber am Steuer nebenher ihr Eis weitergegessen. Einsehen, wieso auch? Wer im Blech sitzt hat ja scheinbar per se immer Recht. Überhaupt nervt mich der Straßenverkehr momentan sehr. Kaum wird es wärmer, so scheint es mir, fahren alle wie verrückt und völlig unberechenbar durch die Gegend. Nunja ... die Woche kann ja auch noch besser werden.

Sonntag, 8. April 2018

Marsch über den Nudelberg // "Frankenweg" Etappe 2

Hersbruck

So... die nächste Etappe des "Frankenweg"-Projekts nun also. Diesmal ging es von Hersbruck (das ich beim letzten Mal ja knapp verfehlt habe) über Hohenstein nach Schnaittach (was, wie ich auch bereits früher erwähnt habe, größtenteils so nicht dem Frankenweg folgt). Es war eine Wanderkameradschaft von zwei Menschen und einem Hund, die sich da bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg machte. Ein fast ungewohntes Erlebnis für mich, nicht allein auf den Wegen und Pfaden zu laufen, aber sehr schön. Gespräche über Gesellschaft und Kultur, Essen, Lieder und Biere, sowie ausführliche Analyse des Verhalten des vierbeinigen Wanderkameraden, was für mich als Nichthundehalter auch ganz interessant war.

Gegen Mittag erreichten wir Stöppach, und unser Hunger war, nachdem wir auf dem bis dahin gelaufenen Weg eine etwas frech vorgetragene Einladung eines Wirtes in sein Gasthaus zur Rast aus Geiz und Wanderlust bereits ausgeschlagen hatten, gewaltig. Auf einem Berge nahe Stöppach setzten wir uns nun also nieder und bereiteten ein einfaches aber schmackhaftes Nudelgericht zu, womit besagter Berg offiziell zum Nudelberg geadelt war.

Nach mittäglicher Rast ging es weiter, sodass wir auch bald auf den Zinnen der Burg Hohenstein standen, ausatmeten, und gemeinsam mit dem Hund die Aussicht genossen.
In Algersdorf überschritten wir den Sittenbach, stiegen hügelan, und gingen weit geradeaus, über Enzenreuth zum Rothenberg bei Schnaittach und seiner schönen Festung hin. Die Festung war nur in Begleitung des Festungsführers zu betreten, allerdings sah beim Abstieg von den mächtigen Festungsmauern, warum auch immer, eine Ziege auf uns herunter. Wahrscheinlich war sie aus dem Ziegenproblem entlaufen. Unter fortdauernd höhnischem Gemecker der Ziege stiegen wir weiter bergab nach Schnaittach ins Tal, wo der Ort im Sonnenlicht lag, wie ein im Schatten der Bäume rastender Hirte.

(Folgend einige Impressionen)

Noch auf dem Frankenweg

Straßen

Nudeln

Ziege auf hoher Warte

Endpunkt bei Schnaittach

Donnerstag, 5. April 2018

Unter den Bäumen

Unter den Bäumen...
Große Freude kehret in meinen Alltag ein: ich konnte in den letzten Tagen meine Mittagspause wieder unter den Bäumen verbringen, in der Sonne sitzen, meinen täglichen Abschnitt aus der Bibel lesen und mit Gott darüber ins Gespräch kommen, und was man eben sonst als evangelikalismusverdächtiger Arbeitnehmer so tut.
Als heute leichter Regen fiel, war es bereits dieser spezielle Frühjahrsregen, nach dem die Luft anders riecht als noch vor ein paar Wochen.

Gestern habe ich das erste Mal eine Zeitung online gekauft. Nein, ich meine nicht per Post bestellt, sondern ein sogenanntes (neudeutsch) E-Paper. Und zwar bietet die von mir dann und wann teilweise ganz gern gelesene FAZ tatsächlich die Möglichkeit an, auch einzelne Ausgaben online zu erwerben und auch online (oder offline mittels .pdf-Download) zu lesen. Für mich als gelegentlichen Zeitungsleser und leider intensiverer Mobiltelefonbenutzer ist das ein sehr praktisches Angebot, weil ich erstens weder einen Umweg zum Zeitschriftenladen fahren muss, und zweitens nicht dieses (gerade bei der FAZ!) sehr sperrigformatige Papier dann irgendwo unterbringen muss.

Am Samstag werden wir wahrscheinlich draußen unterwegs sein und die nächste Etappe meines Frankenweg-Projekts laufen.

Dienstag, 3. April 2018

20 ° !

Nun ist es mit einem Schlag sehr frühlingshaft und mild geworden. Heute erreichte das Thermometer phasenweise bis 20 ° C. Nachmittags konnte ich dann ohne Jacke auf dem Rad sitzen, während ich letzte Woche noch Winterjacke, Schal und Thermohandschuhe als unverzichtbare Utensilien nötig hatte.

Unangenehm an diesen Phasen ist natürlich, dass jetzt wieder alle Welt ins Freie strömt. Von meinem Wunsch, die Wöhrder Wiese möge eines Tages im Meer versinken, habe ich ja bereits im letzten Jahr geschrieben. Ich bekräftige das hiermit nochmal. Diese Stadt, ein vollgestopfter Schrank voller wirrer Einzelpersonen, und immer mehr Menschen begehren Einlass durch die Stadttore.

Montag, 2. April 2018

Es ist...

...der erste Eintrag im April. Eigentlich gibt es so viel nicht zu erzählen. Ich freue mich noch über eine nicht symbolische Auslegung des Osterevangeliums, das Wetter auch, und wenn man so über den See guckt, und die Sonne sich auf dem Wasser spiegelt in wässrigen Spiegelscherben, dann glaubt man doch glatt, dass es mehr im Leben gibt, als verkaufsoffene Sonntage, Tankstellen, Autotuning-Werkstätten, Debatten über die perfekte Hundenahrung und Begriffe, die mit "#" anfangen.

Mittwoch, 28. März 2018

Globales nachtökonomisches Disaster

Heute habe ich einen neues Wort kennengelernt: Nachtökonomie. Ja, doch, das gibt es. Siehe Link!
Die Stadt Nürnberg baut ihr Künstlerhaus um, und diverse subkulturelle Gruppen fürchten nun um ihre hart ersessenen und teilweise ernörgelten Sitz- Steh- und Liegeplätze in der Sonne. Nun werden'se von der Stadtverwaltung in eine ehemalige Kantine gesteckt. Na dann: Mögen die Dünste ehemaliger Hausmannskosten der Subkulturellen nachtökonomisches Wirken beflügeln! sagt man da.

Nachtökonomie... dieses Wort fand ich durchaus seltsam und ein bisschen unheimlich. Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass ich derzeit Simone Stölzels ganz großartiges Buch "Nachtmeerfahrten" lese. Aktuell bin ich im Abschnitt über Vampire und speziell J. S. Le Fanus "Carmilla" angelangt. Ob jetzt so ein Vampir auch in nachtökonomischen Kategorien denkt, ja sogar denken muss? Auch dem romantischen Dunkelgeist droht ja möglicherweise am End' die nachtökonomische Kassenprüfung, und dahin ist jedes nächtliche Geheimnis, wabernder Nebel, rufende Käuzchen, schaurige Ruinen und die Schattengassen eines ganz und gar hoffmanisierten Nürnbergs.

Ja, wenn das mit der Nacht jetzt auch schon ökonomisch sein soll, "dann...", wie sagt man doch so schön,: "... sehe ich schwarz." Somit, und ganz in diesem Sinne: Gute Nacht!

Dienstag, 27. März 2018

Deutsche Schreibschrift

Lernen der deutschen Schreibschrift


Heute habe ich meinen Schreibkurs bekommen... mal sehen, ob ich fleißig genug bin!

Montag, 26. März 2018

Was für ein Montag ...

Heute stand ich im Kampf:

  • mit diversen Medizinmännern,
  • mit geldfressenden Maschinen,
  • mit den Folgen einer an die Ölkrise verliehenen Stunde (Rückzahlung erfolgt im Winter)

Heute habe ich:

  • Hilfe (in s. o.) gehabt von Gott und der Dame des Hauses
  • mir ein Lernheft zur Erlernung der Deutsche Schreibschrift beim Bund für deutsche Schrift und Sprache bestellt
  • Ganz unangemessenerweise Tränen am Arbeitsplatz gelacht
  • Mich im politischen Argumente unbeliebt gemacht...

    Jetzt färbt sich der Himmel grau, da und dort watteweiß, leise regnet es, hinter dem westlichen Horizont rattert der Mond.

Samstag, 24. März 2018

Ludwig Uhland: Frühlingsglaube



Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

 Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden.




Ludwig Uhland                   *              "Frühlingsglaube"


Donnerstag, 22. März 2018

Donnerstag, Schneeregen

Ja, offiziell ist schon Frühlingsanfang gewesen. Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten hat man aber dieses Jahr auf offizielle Gedenkstunden, Proklamationen und auf die Ehrung besonders verdienter Wintermännern verzichtet, was wohl mit dem wenig frühlingshaften Wetter zu tun haben muss. Draußen singt jetzt, wo der Schnee leicht auf mein Dach fällt, leise ein Vogel, oh hoffen wir, liebe Leser, dass er uns nicht zur Nacht erfriert!


Montag, 19. März 2018

Montag, Kälte

Nette Mixtur aus Schnee und Blumen, Müllauto
im Hintergrund

Heute, nachdem es gestern und vorgestern schneite, kam wieder Frau Sonn' heraus. Allerdings blieb es kalt. In der Stadt: merkwürdige Melange aus Schnee, Schmelzwasser und Frühlingssehnsucht.

Habe gestern spontan ein Inserat zwecks gemeinschaftlicher Vertonung deutscher Lyrik aufgegeben. Nachdem erst relativ gute Ressonanz gegeben war, scheint sich nun aber alles zu verlaufen, wie das Schmelzwasser in den Straßen der Stadt.

Samstag, 17. März 2018

Dunkelheit

Nachdem es in den letzten Tagen so aussah, als käme langsam der Frühling, ist es heute wieder kalt und trüb. Was mich nicht wenig verdrießt. Das Wandern am letzten Samstag hat in mir nochmal große Lust geweckt, wieder in die Natur zu gehen. Aber heute geht es nicht. Nächstes Wochenende? Terminkollisionen drohen. Hm.
Immerhin hat mein Vom-Weg-Abkommen bei der letzten Wanderung mich dazu gebracht, mich näher mit der GPS-Funktion meines Mobiltelefons auseinanderzusetzen. Hätte ich das vorher schon gemacht, hätte ich sehr leicht den richtigen Weg auch wiedergefunden und wäre in Hersbruck statt in Henfenfeld gelandet... nungut. Aber so hat es ja doch sein Gutes gehabt. Hier wäscht gerade Wäsche vor sich hin und der Staub legt sich.

Donnerstag, 15. März 2018

100. Todestag Lili Boulanger

Heute vor 100 Jahren starb die außergewöhnliche Komponistin Lili Boulanger im Alter von gerade einmal 24 Jahren. Kannte sie bislang, was eigentlich eine skandalöse Wissenslücke ist, bisher nur vom Namen her. Gerade höre ich mich in den Weiten des Internets durch einige ihrer Werke, um schleunigst Buße für diese Lücke zu tun.





Samstag, 10. März 2018

1. Etappe Frankenweg - "Die Schmach von Henfenfeld"

Frankenweg und anderes

Bei mäßig gutem und mäßig interessantem Wetter startete ich heute mit meinem Wunschprojekt für das Frühjahr bis hin zum Spätsommer: nämlich das Abgehen einer teilweise an den Frankenweg angelehnten Wegstrecke bis mindestens Forchheim oder Ebermannstadt (wobei der kenntnisreiche Leser schon jetzt bemerkt, dass die Strecke eben nur angelehnt an den Frankenweg ist, da dieser überhaupt nicht nach Forchheim oder Ebermannstadt führt...).

Der heutige Abschnitt war die Strecke Altdorf nach Hersbruck. Gegen halb 11 Uhr lief ich los, nachdem ich den gestrigen Abend auf einer Feier verbrachte, was aber meine Körperkräfte zumindest nicht sehr stark schwächte. Eigentlich wären wir eine Dreiergruppe gewesen, aber diverse Krankheiten streckten alle bis auf meine Person nieder und zwang zum Bettehüten.




Kurz nach Hegnenberg
Die Wege waren, nachdem es die letzten Tage immer wieder geschneit und geregnet hat, ziemlich verschlammt, aber trotzdem mit dem richtigen Schuhwerk begehbar.

Diese Strecke bin ich nun zum mindestens dritten Mal gegangen, aber oft schlugen dies' Mal meine Versuche fehl, mich zu erinnern, ob sich an dieser oder jener Stelle irgendetwas geändert hatte seit dem letzten Gang.
Ab Hegnenberg lief ich über einen schönen Kamm durch prächtigen Wald, streckenweise Eis auf dem Weg, bei Klingenhof blitzte mir eine blassgelbe Sonne auf den Hut, während Hühner auf der Straße herumliefen.



Verschlammte Wege
Am Klingenhofer Ortsende erkannte ich meine alte Eiche wieder, unter der ich vor Jahren im Sommer Rast gehalten habe. Im Ort selber war keine Menschenseele unterwegs, nur die bereits erwähnten Hühner, sodass ich schaute, schnell weiterzukommen, umsomehr, als ich an einer staatlich anerkannten Rottweiler-Zuchtstätte vorbeimusste.

An der Steinernen Rinne hielt ich eine kurze Rast und stärkte mich (an Leib, durch Brot, und Seele, durch das spontane rezitieren von zufälliger Waldpoesie), bevor es nach Engelthal weiterging.

Etwa eine halbe Stunde nach Engelthal ereignete sich dann ein für mich immer noch recht rätselhaftes Phänomen. Und zwar scheine ich vom Weg abgekommen zu sein, und zwar ziemlich. Unerklärlich ist mir das, weil kurz bevor bei mir der erste leise Verdacht eines Irrgangs auftauchte, ich Stein und Bein schwören würde, die Frankenweg-Markierung noch gesehen zu haben... Aber aus Sturheit und Ungeduld bin ich dann trotz mutmaßlich verlorener Markierung weiter in den Waldes Dickicht hineinmarschiert, bis ich an einer Piste für Geländefahrräder angekommen bin...

Spätestens hier wurde mir nun klar, dass das nicht der richtige Weg sein kann, weil ich mich gerade an so einen markanten Abschnitt erinnert hätte, außerdem war der Pfad inzwischen so schmal und wild, dass er kaum noch als Wanderweg durchgegangen wäre. Da ich aber inzwischen doch ein gutes Stück seit der letzten eindeutigen Frankenweg-Markierung gelaufen war, wollte ich nicht so recht umkehren. Und so lief ich und lief ich über alle möglichen Trampelpfade entlang, durch Gestrüpp und über umgestürzte Bäume herüber, nur den Wunsch vor Augen, bald an den Waldrand zu kommen...
Vor Klingenhof
...irgendwann war es schließlich richtig duster geworden, zusätzlich setzte Regen ein und vor mir erschienen, welch surrealer Moment!, plötzlich Rehe im Gehölze.

Glücklicherweise sah ich, bevor ich mir ernsthaft Gedanken machen konnte, was jetzt passieren sollte, wenn ich keinen gangbaren Weg aus dem Wald finden würde, Licht zwischen den Bäumen, einen Steinwurf weit entfernt. Und eh ichs mich versah, war ich aus dem Wald gekommen, neben einem Sportplatz, wieder leicht irritiert.

Ein kurzes Suchen auf der Karte und ein Gang auf die Sportgaststätte neben dem Platz zu offenbarte mir dann, dass ich wohl so weit westlich abgekommen war, dass ich nun in Henfenfeld stand. Gut, dachte ich mir, sei's drum. Da es nun auch durch den Regen recht ungemütlich war, entsagte ich auch der Versuchung, einen ausgeschilderten Fußweg nach meinem eigentlichen Endpunkt Hersbruck hin zu gehen. Stattdessen schlappte ich durch das berregnete und von Autos durchraste Örtchen Henfenfeld am Rande der Hersbrucker Schweiz und sann darüber nach, wo ich wohl falsch gegangen war und all die Folgen der "Schmach von Henfenfeld", während drohend am Horizont ein schwarzer Hügel auf Henfenfeld und das Umland im Regen heruntersah...


Spätestens im April will ich dann den diesmal in weiten Teilen vom Frankenweg abweichenden zweiten Teil meines "Frankenweg-Projekts" laufen.


"Meine" Klingehofer Eiche. Im Sommer ist sie schöner!




Die Steierne Rinne

Poesie an der Rinne

Rast


Bergab auf Engelthal zu

Kurz vor Engelthal


Henfenfeld, wo alles endete

Bahnhof Henfenfeld im Regen