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Montag, 27. Dezember 2021

Warn warn! im Zwischenreich

 
Feiertage gut verbracht, und so sitze ich jetzt hier. Aktuell ein wenig verärgert ob der wiedermal erfolgten Feststellung, wie nassforsch und rücksichtslos vor eierbeigem Hintergrunde das Grundthema dieser Stadt ist. Nunja, ich will nicht klagen. Zumindest nicht hierüber.

Vielleicht stelle ich hiermit erstmal den Antrag, den Begriff "Spaltung der Gesellschaft" bis auf weitere Nachricht für den Gebrauch zu sperren? Oh ja, gute Idee! Begriff bitte Sperren.
Warum? Es handelt sich meiner Meinung nach dabei mal wieder um eine zuckerwatteartige Propagandaphrase, die im Endeffekt nichts aussagt. Bzw. verschleiert. Wer vor der "Spaltung der Gesellschaft" warnt, kann sich als kritischer Mahner geben und an der Einigkeit interessiert. Tatsächlich rufen aber meinem Eindruck nach die besonders laut "Spaltung der Gesellschaft", die eben einfach durch diverse Extrem- und Maximalpositionen vielleicht den ein oder anderen Zeitgenossen quasi dazu drängen, Stellung zu beziehen?
Im Endeffekt ist (mein Eindruck, das ist ja hier auch ein vollkommen subjektives Tagebuch) dann jeder "Spalter der Gesellschaft", der nicht im linksliberalen Einheitsschafstrott mitmarschieren will, sei es jetzt hinsichtlich Migration, hinsichtlich Regelungen zu Schwangerschaftsabbrüchen, Sprachregelungen... jeder findet bestimmt auch eigene Beispiele.
Ist natürlich bequem, dann fix "Spaltung der Gesellschaft!" zu rufen und schon ist man gut und muss sich keine Gedanken mehr machen, ob nicht der eigene Stiefel vielleicht in die falsche Richtung marschiert. Nur so als Idee.


Sonst habe ich dieser Tage Schritte unternommen, ein Musikprojekt ins Leben zu rufen. Tatsächlich haben sich bislang auch ein paar Interessenten gemeldet. Mal sehen, was das wird. Bin leider skeptisch, weil ich aus früheren Aktionen dieser Art kenne, wie frustrierend das auch sein kann. Stichwort Unzuverlässigkeit.
Außerdem bestellte ich mir Kalligraphietusche und einen Federhalter, da ich gerne damit Kurrentschrift üben möchte.

So. Dann gehe ich mal und spalte ein wenig die Gesellschaft. Vielleicht passt das dann zu Rührei. Gute Nacht!

Freitag, 5. Februar 2021

Politische Desorientierung


In diesem Jahr kommt die nächste Wahl. Ein Umstand, der mich leicht nachdenklich stimmt und verunsichert. Momentan weiß ich wirklich nicht, wen ich wählen soll. Mein Eindruck ist, dass, während vieles glücklicherweise keine Vollkatastrophe ist, das Land teilweise eher nach kurzfristig gedachten Gesichtspunkten geführt wird. Ein bisschen hier, ein bisschen da. Heute links, morgen rechts. Und natürlich die Medien, die wollen auch mit Bildern und schön verwertbaren Schlagworten versorgt werden, weil ja auch die Bevölkerung sehr medienorientiert ist (sagt der Typ, der gerade etwas an einem Computer schreibt). Die großen Probleme der Zeit stehen längst nicht mehr vor der Tür, sondern hocken schon im Wohnzimmer. Mir fehlt die Überzeugung, dass wirklich nach einem durchdachten Plan vorgegangen wird. Reagieren statt regieren. Oder vielleicht regieren durch reagieren. (Schönes Schlagwort, das! Stand bestimmt schonmal so in der Zeitung.).

Und dann dieses Leben in einer unfassbar banalen westlichen Welt. Wir haben uns in den Jahrhunderten großen materiellen Wohlstand erworben. Die Versorgung ist dankenswerter weise gut. Aber fehlt nicht etwas?

Was mich hierzulande auch etwas verdriest, ist der etwas gleichgültige Umgang mit dem immateriellen Kulturerbe. Deutschland will modern und weltoffen sein, um das zu erreichen scheint viel unter den Tisch zu fallen. Konkret benennen will ich den schlampigen Umgang mit unserer Sprache.

Vielleicht wird auch einfach für eine andere Art Mensch als mich Politik gemacht. Aus meiner Sicht ist es schädlich, von rein materialistischen Ausgangsvoraussetzungen her die Welt gestalten zu wollen, gespeist aus einer rein pragmatischen Ethik. Idee und Wert gegen Zustand und Zahl. Aber da verlassen wir vielleicht dann das eigentlich in der politischen Sphäre beheimatete und betreten einen eher religiösen oder vielleicht mystisch-romantischen Raum. Eine Idee vom Menschen und seinem Sinn. Andererseits: jammern die kaputten linken Politgeier nicht alle Tage davon, (was ich für eine im Grunde auch nicht mit der liberalen Demokratie konform gehende Idee halte: )wie selbst das Private politisch sei?

Warum also auch nicht den Mut zum Traum und zur gewaltigen Utopie finden? (...was meine Ausgangsfrage aber auch nicht löst. Schönes Wochenende!)

Freitag, 11. Oktober 2019

Zum Freitag

Endspurt im Jahr an der Pegnitz entlang


Herbstlich ist es. Heute noch eine Idee von Nachsommer. Vibrieren auf den Straßen. Letzte Volksaufläufe rennen in Ladengeschäfte. Und das Wochenende naht/droht. Zusammen mit einer Woche, die mir zur persönlichen Auffrischung zugedacht ist. Habe heute das Musikprojekt "Inneres Gebirge" entdeckt und sogleich  bei Bandcamp deren Album "Schlafender König" gekauft.

Allüberall ist Politik, Gesellschaft, Stimme erheben gegen Ungerechtigkeit ™ und allerhand weiteres Blabla. Glaube aber momentan nicht an Politik in diesem Straßen- und Auflaufsinn. Wahrscheinlich ändert eine Spende an die örtliche Obdachlosenhilfe mehr als alle Latschedemos und Onlinepetitionen zu allem möglichen Käse zusammen. Könnte zumindest sein. Ich schließe es nicht aus.

Was ist heute geplant? A Seidla trinken. Aha, ja? Und vorher das Seidla verdienen. Mittels Sport im Nachbarort. Gute Nacht!

Donnerstag, 23. Mai 2019

De-mo-kra-tie

Die Europawahlen stehen bevor, oder vielleicht das Ende der Welt. In diversen Druckpublikationen (auch in solchen, die mit Parteipolitik eigentlich nichts zu tun haben) tönt es, dass es nun gelte, für ein "soziales, gerechtes, friedliches, liebevolles, grünes, schönes, kinderfreundliches, zuckerfreies, koffeinhaltiges ... bitte weitere sehr positive Adjektive hier einfügen... Europa" einzutreten. Gegen "Nationalismus, Rassismus, Godzilla, Satan, den Imperator aus dem Krieg der Sterne ... bitte weitere sehr böse Dinge nach Wunsch einfüllen". Verstehen Sie mich nicht falsch! Ich bin (grundsätzlich) ein Freund des (wobei auch das schon wieder so eine Leerphrase ist) "europäischen Gedankens" ™, ein Freund von Demokratie und Menschenrechten. Ich kriege allerdings eine Art Allergie, wenn Dinge zu sehr über den grünen Klee gelobt und zu hoch und ekstatisch gepriesen werden. Und ein Gegner von werbesloganartigen Volksversprechen bin ich ebenso.

Da liest man: "Europa. Die beste Idee, die Europa je hatte." Naja. Geht so, oder? Da könnte Europa zum Thema Europa schon noch ein bisschen weiter nachdenken, damit die Idee vielleicht irgendwann auch wirklich gut funktioniert, transparenter und bürgernäher wird (im Ernst, haben Sie sich schonmal genauer mit dem Thema Europarecht beschäftigt und damit, wie die EU funktioniert? Falls nicht: unbedingt machen! Dann wird klar, was ich meine.). Gute Idee, ja. Aber wollen wir wirklich bei der reinen Idee stehen bleiben? P.S.: Außerdem hatte nicht "Europa" (wer auch immer das sein soll.) die Idee "Europa", eigentlich hat sich das alles ja mehr aus teils glücklichem Zufall irgendwie so ergeben.

Und da kotzen einem dann SonnenpädagogInnen & Klimafreunde Inc. diverse politisch korrekte Schreibformen und Lebenskonzepte vor's Häusle ("Wohl bekomm's!"). Und da ruft uns eine deutsche Partei zu: "Kommt zusammen für Europa!". Na wo denn? Na wo denn? Am Lagerfeuer? In der Kirche? Auf dem Jahrmarkt? Au ja! Und vielleicht können wir dann gemeinsam betrunken das "Lied von Europa" der dänischen Satireformation "Der Frachter am Abend" singen. (Um Gottes Willen!)

Samstag, 13. Oktober 2018

In den Dämmerungen

Guten Abend! Hier im Lande der Bayern braut sich etwas zusammen. Was genau, wird man dann morgen sehen. Ja, genau, ich rede von den Wahlen, auf deren Ergebnis ich nun schon sehr gespannt bin. Fast ein bisschen nervös. Käsweis im Gesicht wie ein Teenager vor einem Date nahezu. Haha.

Ansonsten habe ich gestern entschlossen, zukünftig den ALfA e. V. ("Aktion Lebensrecht für Alle") finanziell und ideell zu unterstützen.

Nun ruft das Abendessen. Es gibt Ofenkartoffeln mit Räucherlachs. Auch eine Besonderheit, da ich normalerweise keinen Fisch esse. Hatte heute aber solchen Hunger drauf. Auch gesundheitliche Gründe sprechen dafür. Aber mehr der Genuss.

Gute Nacht.

Mittwoch, 27. Juni 2018

eigentlich

Eigentlich müsste die politische Linke sich freuen. Fast alles läuft nach Plan. Besonders gesellschaftspolitische Themen, die nach meinem Empfinden in die linke Ecke gehören, stehen heute ganz selbstverständlich auf der tagespolitische Agenda. In allen seriösen Tageszeitungen wird größtenteils linksliberal berichtet. Scheußlichkeiten (man verzeihe) wie das Gendersternchen werden ernsthaft öffentlich und außerhalb obskurer autonomer Politsekten diskutiert. Parteien, denen man vor Jahren noch konservative Bürgerlichkeit nachsagte oder gar als Wurfgeschoss nachwarf, übernehmen Themen mindestens aus dem Bereich der bürgerlichen Linken. Ein bayerischer Ministerpräsident, der Kreuze in staatlichen Dienststellen platzieren will, wird aus Presse und Öffentlichkeit mit Kritik und Häme überschüttet. Wer hat in letzter Zeit mal ehrlich nach einer seriösen Tageszeitung gesucht, die konservative Standpunkte vertritt und ist fündig geworden? Was sagt denn die große Mehrheit der stinknormalen Bevölkerung, wenn man sie zu Themen wie "Ehe für alle", Integration, Drogenpolitik ... befragt? Mag sein, dass mein Bekanntenkreis da nicht immer repräsentativ ist. Aber hier ist die Wahrscheinlichkeit, eine Aussage zu bekommen, die vor 10 bis 20 Jahren noch unter bürgerlich-konservativ gelaufen wäre, so ziemlich gleich 0. Verständnis für am Ende noch Organisationen wie die römisch-katholische Kirche? Iwo! Von Religion will auch keiner mehr etwas wissen. Die ganz Toleranten erkennen noch im Gönnerton die teilweise guten Werke an, die "die Kirche" mit ihren Einrichtungen tut. Dennoch unkt man momentan in der linken Ecke meines Bekanntenkreises, den ich hier einfach mal stellvertretend für die "Linke" heranziehen will, weiter vom "Rechtsruck", davon, dass die Dinge "immer schlimmer" werden, "wehret den Anfängen" usw.
Ich sehe das anders. Vielleicht guckt man da zu sehr auf die Extreme? Eine Spaltung der Gesellschaft geschieht ja wahrscheinlich aktuell. Und vielleicht sieht man auf der rechten Seite des politischen Spektrums auch darum mehr extreme Meinungen, weil eben die große Mitte des politischen Felds solide weiter sauber linksliberalen Kurs hält, auch dann und wann gegen alle Vernunft und gesunde Maßstäbe an? Wer sich übergangen fühlt, wird aggressiv, aggressive Menschen sagen auch aggressive Sachen. Da ist dann der momentane politisch (in mancher Hinsicht: leider) bedeutungslose rechte Flügel.

Wenn man mich fragt, ich erlebe in der Gesellschaft eher einen "Linksruck". Und wenn ich ehrlich bin,bin ich damit oft nicht einverstanden, was da passiert. Mir wäre ein vorsichtigerer Umgang mit Werten und ein Bewahren wichtig, eine Politik, die sich vom porzellanzertrümmernden Gebaren eines geistlosen Materialismus abgrenzt.

Mittwoch, 23. Mai 2018

Langeweile und beschwipstes Fernsehen

Liebe Damen und Herren: es regnet.
Falls Sie also heute nichts vorhaben und lieber im Haus bleiben wollen, möchte ich Ihnen folgend einen Tipp zu (naja) guter Unterhaltung geben.
Und zwar sahen die Damen des Hauses und ich neulich (und völlig nüchtern) die Episode "Sonnenwende" der beliebten Krimireihe "Tatort" an. Um es kurz zu machen: wir fanden diese so richtig doof! Da drischt man die Klischees bis es staubt und raucht. Ein (anfänglich noch nicht als solcher erkennbarer) Mord im Umfeld rechtsextremer Ökobauern im Schwarzwald. Eine verbotene Liebe der des Umfeldes überdrüssigen Tochter des Hauses zu (genau!) einem Ausländer. Dunkle Machenschaften des Verfassungsschutzes. Der Staat, der alles vertuschen will. Man kann sowas bestimmt auch gut erzählen. Man kann aber auch auf allerhand Wohnzimmerklischees herumreiten, bis sich die Balken biegen. Wer aber gerne betrunken fernsehen möchte, voila!, hier ist der perfekte Film dafür!
Mein Lieblingssatz aus der Folge ist übrigens (so ungefähr): "Und das da drüben, das ist Gerwald mit seiner Sippe aus Bayern" ... und dem ist dann auch schon garnichts mehr hinzuzufügen.



... oder vielleicht doch (schnell noch tatsächliche Hintergründe):

Artamanen (Eintrag bei Wikipedia)

Dienstag, 15. Mai 2018

"Ökokiste"

Aufgrund verschiedener vorapokalyptischer Vorgänge (und einer Meldung zum Vortrag von Prof. Dr. Klaus Buchner in Wolfratshausen) haben wir uns heute entschieden, wieder eine Ökokiste mit saisonal-regionalem Gemüse zu bestellen. Das ist im Vergleich eher der Tropfen auf dem heißen Stein (womit wir wieder in der Diskussion Apokalypse und Hoffnung wären...), oder vielleicht eine Maßnahme im Rahmen der Politik der kleinen Schritte. Aber irgendwas muss man ja machen, oder? Was schadet's!

Wenn ich heute ein Apfelbäumchen gepflanzt hätte und morgen ginge die Welt unter, so hat zumindest das Apfelbäumchen keine Schuld dran.

Mittwoch, 28. Februar 2018

Altlasten

Ich trenne mich: von einem Sölle-Gedichtband

Dieser Tage habe ich entschieden, mich von einem Dorothee-Sölle-Gedichtband zu trennen. Werde ihn entweder in ein öffentliches Bücherregal stellen, oder ganz prosaisch in den Papierkorb schmeißen. Grund dafür ist, dass ich mich damit symbolisch von einer bestimmten Gedankenschule distanzieren und lossagen will.

Als ich damals (darf ich da schon "damals" sagen?) zum Glauben gefunden habe, bin ich auf diesen bestimmten Gedichtband gestoßen und habe mich ganz unkritisch über vermeintlich christliche Lyrik in einem etwas zeitgemäßeren Stil gefreut. Über die Jahre bin ich nun aber zu der Meinung gelangt, dass ich diese spezielle Sölle-Theologie (wenn es überhaupt Theologie ist) so nicht gutheißen oder annehmen kann. Für mich handelt es sich dabei eigentlich nur um spirituell bemäntelten Marxismus. Natürlich bin ich kein absoluter Experte, und wer kann schon definitiv sagen, was Frau Sölle wirklich geglaubt hat? Wenn ich aber so herumblättere, scheint es mir tatsächlich eher so, als hätte sie nicht an einen persönlichen Gott geglaubt. Vor Jahren habe ich auch mal ein von ihr und einer anderen ähnlich gepolten Theologin geschriebenes Buch über Jesus gefunden, in dem sich die Aussage fand, die Evangelien seien (ich glaube so ziemlich wörtlich) nur "Mutmachgeschichten", die "man sich nachts am Lagerfeuer erzählt" habe... (Zum Thema warum für mich diese spezielle Art "weltlichen Glaubens" keinen Sinn macht, habe ich mir an anderer Stelle hier im Blog schon Gedanken gemacht).
Und das ungefähr ist für mich auch immer die Kernaussage dieser Art von "Gott"rede. Befreiung des Menschen. Liebe bleibt. Mut. - Okay? Das war's? Ich verweise nochmal auf den verlinkten Artikel, damit ich nicht alles nochmal schreiben muss, aber für eine humanistische Weltsicht bräuchte ich keinen Gott. Die könnte ich mir auch so zurechtschustern. Aber da fehlt für mich etwas was. Bleiben wir nur beim Menschen, fehlt etwas gründlich, das nicht erklärt und nicht erfüllt werden kann.

Wenn ich auch an so das ein oder andere "landeskirchliche Erlebnis" denke, Predigten, persönliche Gespräche, teilweise fühle ich mich ein bisschen betrogen. Leute erzählten von Gott, persönliche Gespräche über Gott ... und mit der Zeit bei mir der Eindruck, dass die eigentlich etwas ganz anderes meinen, wenn sie "Gott" sagen. Keine Person, eher irgendwelche innermenschlichen Vorgänge? Ein politisches Chiffre? Das mag bei mancher und manchem vielleicht auch ein falscher Eindruck gewesen zu sein. Dennoch: die ein oder andere Erinnerung behält in meinem Gedächtnis den Anstrich von Betrug.

Überhaupt: an dieser Stelle distanziere ich mich von den mancherorts in Kirchen und Gemeinden auch dieses Jahr wieder erfolgenden Werbungen für die Ostermärsche. Ostermärsche. Waren mal wichtig. Aber der kalte Krieg ist vorbei, und die grundsätzliche Beibehaltung der alten Feind- und Rollenbilder mit marginaler Veränderung hier und da bietet für mich keine Lösungsansätze für die großen aktuellen Weltprobleme. Auch mit Kommunisten und anderen Verschwörungstheoretikern mache ich mich nicht gemein. Politik ist wichtig, und über die Frage, in welche Richtung es gehen soll, müssen Christen bestimmt nachdenken, und auch politisches Engagement steht ihnen bestimmt gut zu Gesicht. Aber die Politik von gestern und vorgestern? Ich bezweifle das hier einfach mal.

Zurück zur Einleitung: Hiermit mache ich mich frei von dem allem. Die manchmal heilsame Kraft der Distanzierung darf nun auch wirken!

Sonntag, 10. Dezember 2017

Bis auf weiteres: Schnee


In der weißen Hölle von Nürnberg. So, oder so ähnlich, heißt ein reißerischer (und nie gedrehter!) Film über die Wetterverhältnisse an manchen der letzten Tagen hier am Orte...

Es friert Stein und Bein, mit dem Rad unterwegs zu sein ist kaum möglich. Aber schön ist's! Also optisch jetzt.

Der heutige Tag setzte sich aus Gottesdienst, frieren und gemeinsamem Verzehren von Speisen zusammen. Auf dem Weg zurück begegnete uns dann auf einem Stadtteilweihnachtsmarkt noch überraschend der zukünftige bayerische Ministerpräsident. Stand einfach da und sagte was. Neben Christkind und einem Werbebanner für irgendwas. Verschlafenen Auges sah ich kurz in seine Richtung. Bevor ich mich aber genauer mit diesem Phänomen beschäftigen konnte, setzte es wieder zu schneien an, und in meinen vor Kälte tränenden Augen verschwamm die ganze Umgebung zu einem Meer aus Milchglas.


Sonntag, 22. Oktober 2017

Ende Oktober

Regenbogen

In den letzten Tagen war ich oft sehr k.o.
Letzte Woche lief ich so von Termin zu Termin, kam abends erst spät nach Hause, und am nächsten Tag hüllte sich mein Geist dann in Nebel...

Habe auch an meiner ersten Mitgliederversammlung in der ÖDP teilgenommen, was ich als sehr bereichernd empfunden habe.

Gegen Ende der Woche hatte mein Fahrrad plötzlich und zur ungünstigen Zeit einen platten Reifen. Dankenswerterweise haben sehr freundliche Menschen mir beim Abtransport geholfen. Inzwischen ist das Rad wieder "auf den Reifen", und ich hoffe, das bleibt erstmal so.

Der Oktober ist aktuell oft in reines Gold getaucht, nur dann und wann Regen, und Regenbögen, als Zeichen für Gottes ewige Treue.




Ein Eisenmann kämpft sich durch den Oktober



Dienstag, 3. Oktober 2017

Einigkeit

In letzter Zeit haben wir immer ein bestimmtes Lied im Gottesdienst gesungen. Darin kam eine Stelle vor, die mich, zusammen mit anderem, zum Nachdenken gebracht hat. "Gleichschrittschritte, die mich stören" heißt es da.
An anderer Stelle wurde dann zum heutigen Feiertag oft (wahrscheinlich auch zu recht) darauf hingewiesen, dass zu Demokratie auch Vielfalt der Meinungen und Lebensweisen gehört, Akzeptanz und Toleranz. Meinetwegen ist das auch eine wichtige Seite der Medaille. Aber von der anderen Seite eben dieser Medaille sollte man auch nicht vergessen zu sprechen.

Da geht es mir um den Gedanken der Einigkeit. In einer Gesellschaft, egal ob es ein Staat ist, eine Gemeinde, ein Verein, eine Hausgemeinschaft (Liste bitte beliebig fortsetzen!), bedarf es eben auch nicht zuletzt der Einigkeit und der Einheit, des verbindlichen Rahmens, der Regeln, und der gegenseitigen Übereinkunft und gemeinsamer Arbeit auf ein gemeinsames Ziel hin. Wenn wir (einseitig?) von Vielfalt und Toleranz als ausschließlichem Rezept für ein gelingendes Miteinander sprechen, so ist das Risiko da, zu vergessen, dass eben dieses Miteinander bei einem zu viel an Vielfalt zu einem Durcheinander zu werden droht, einem schrillen Konzert unzähliger ganz unterschiedlicher Stimmen und Töne, aus denen so bestimmt kein Akkord werden kann.

Daher möchte ich, ohne dem Respekt für andere Lebensweisen etc. eine geringe Bedeutung zumessen zu wollen, heute eine Lanze brechen für Einigkeit, für Solidarität, Verbindlichkeit, Verständigung auf ein Ziel hin, Entschlossenheit, Zusammenarbeit, Einheit und auch manchmal Geschlossenheit. Wer genau hinsieht, wird, wie ich anfangs auch angeregt habe, vielleicht ebenfalls erkennen, dass wir es hier mit einer Medaille, zu der eben zwei Seiten gehören, zu tun haben.

Mittwoch, 20. September 2017

Post aus Würzburg

Post aus Würzburg von der ödp


Heute habe ich Post von der ÖDP erhalten und somit offiziell meine Mitgliedschaft bestätigt bekommen. Würde mich auch gerne im Rahmen meiner Möglichkeiten hier vor Ort einbringen. Mal sehen, was die Zeit bringt. Bin gespannt.

Und falls jemand noch eine Entscheidungshilfe für die Wahlen am Sonntag sucht:

Dienstag, 12. September 2017

Römisches Essen und Wahlen

Heute, am Vortag der Iden des September im Jahre 2770 A. U. C. (PRIDIE ID SEP MMDCCLXX A. U. C.) werden wir hier ein kleines Gericht aus der römischen Antike nachkochen. Und zwar Aliter caroetas. (das verlinkte Rezept weicht von meiner Version aber etwas ab.)
Genanntes Gericht ist natürlich nicht so aufwendig, und es werden auch keine exotischen Zutaten benötigt, die die Geschmacksnerven kitzeln. Aber zumindest ist ein Anfang getan, mein Kochbuch der römischen Antike etwas zu erproben. (P.S.: Den Tag "Imperium Romanum" habe ich hiermit offiziell über das Forenrollenspiel hinaus auf alles, was mit dem Römischen Reich zu tun hat, erweitert...)


Anderes Thema. Politik. (Ja, wirklich!)
Ein guter Bekannter hat mir neulich auf Nachfrage im Gespräch zum Thema bestätigt, dass er ernsthaft in Erwägung zieht, eine bestimmte Satirepartei zu wählen. Ich war hiervon ein bisschen geschockt. Natürlich kann man von dieser speziellen subjektiven Entscheidung und Aussage in Bierlaune keinen gesellschaftlichen Trend herleiten. Dennoch. Ich bin nicht sicher, ob nicht tatsächlich nicht wenige Leute schon so frustriert (?), entnervt (?), sonstwie verrannt sind, und in der Wahl eigentlich nichts mehr mit Einfluss sehen.
Naja... auf eine bestimmte Weise hat mir dieses Erlebnis das Gefühl gegeben richtig gehandelt zu haben, als ich neulich "Partei ergriffen" habe. Für mich der richtige Schritt, um eine Degeneration bis hin zur Herrschaft der Mutti des Severus Alexander (im übertragenen Sinne. Und womit wir wieder bei Rom wären...) zu bekämpfen. Mit den kleinen Mitteln, die ein einzelner Mensch eben so hat.

Schönen Dienstag!



Sonntag, 3. September 2017

September

Der September beginnt gleich mal ungewohnt. Nachdem ich in den letzten Zeiten ja auch hier immer wieder über das für und wider von Politik, Parteien, verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen usw. nachgesonnen hatte, habe ich jetzt doch mal entschlossen, irgendwie konkreter zu werden. Und zwar habe ich einen Antrag auf (Schnupper-)Mitgliedschaft in der ÖDP gestellt. Warum jetzt gerade die ÖDP? Das ist doch so eine Kleinpartei, was soll das bringen? Wieso nicht die Grünen?" oder ähnliche Fragen könnte man mir jetzt stellen. Ein paar Gründe, warum ich gerne bei der ÖDP dabei wäre, sind diese:

  • Das Thema Umwelt ist aus meiner Sicht ein brandaktuelles (Überlebens)thema für die Menschheit.
  • Die ÖDP nimmt keine Firmenspenden an, was ich einen ziemlich mutigen und konsequenten Schritt zur Korruptionsvermeidung und hin zu seiner sauberen Politik finde.
  • Im Gegensatz zu den Grünen setzt sich die ÖDP für den Schutz des Lebens ein, und sie vertritt eine kritischere (ja, wer mag, kann sagen: konservativere) Position zu Drogen (egal, ob legal oder illegal).
  • Obwohl die ÖDP vergleichsweise klein sein mag, hat sie in Bayern einiges durch Volksentscheide (Abschafftung des bayerischen Senats in den 90ern, Nichtraucherschutz...) erreichen können. Ein großer Pluspunkt gegenüber mancher "Kleipartei" ist auch, dass die ÖPD zumindest in Bayern auf kommunaler Ebene durchaus auch vertreten ist, es also nicht bei Theorie bleibt.

Ja, das wären ein paar meiner persönlichen Gründe.