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Mittwoch, 12. Februar 2020

(Alternativweltgeschichte) Deutschland und Rumänien überfallen Polen

Aktuelle Weltansicht einer schrecklichen Welt
Bevor ich mich nun weiter in meinem Straßengraben wälzen werde, gebe ich dem geneigten Leser einen kurzen aber erschreckenden Einblick in meine aktuelle HoI4-Partie. In dieser hat das Deutsche Reich gemeinsam mit Rumänien und der Slowakei im Juni 1939 Polen den Krieg erklärt und das polnische Heer Ende Juli 1939 besiegt gehabt. Rumänien hat sich daraufhin Ostpolen einverleibt, Deutschland das westliche Polen. Die Allierten befinden sich noch in einer Sammlungsphase, sind aber fest entschlossen, den faschistischen Aggressoren und Kriegstreibern bald den gar auszumachen.
Es bleibt spannend...

Freitag, 7. Dezember 2018

Läßin

Heute gefunden:

"Lessinu (Northern dialect: Läßin) is a Romance language spoken in Thuringia in Germany. It has, through being in the middle of Germany for so long, been rather influenced by German, undergoing the High German consonant and vowel shifts."

Siehe auch:
Lessinische
Lessinischland

oder auch:
Ill Bethisad

Mittwoch, 8. August 2018

Doomsday 1983

Angeregt durch eine Diskussion im Alternate History Board über die (Un-)Möglichkeiten, einen Atomkrieg, der durch das Manöver Able Archer 83 im Jahr 1983 ausgelöst worden wäre, zu überleben und einen Artikel in der NZZ über die Pläne der Warschauer-Pakt-Staaten im Falle eines Atomkriegs, habe ich mich mit dem düsteren Thema der Folgen eines atomaren Kriegs in Europa gedanklich etwas beschäftigt.

Was wäre gewesen, wenn hier in Bayern im Jahre 1983 Atomraketen eingeschlagen wären? Wäre überhaupt jemand dann heute noch da? Relativ drastisch kann man sich die Folgen auch mit Hilfe dieser Seite (Alex Wellersteins "Nukemap") vor Augen führen. Tja. Da bleibt eigentlich nur Dankbarkeit, dass wir hier nun schon so lange Frieden haben.

Sonntag, 1. Juli 2018

Der kalifornische Bürgerkrieg - Teil 1

Ungefähr zwei Jahre später habe ich bezugnehmend auf diesen Post (und irgendwie auch diesen (Zerfall der USA in den 90ern) und diesen (alternativer Ausgang des Kalten Krieges))nun eine erste Karte für mein Alternativweltgeschichtsszenario über den kalifornischen Bürgerkrieg 1992-1998 erstellt. Zu Hilfe kam mir hierbei das sehr schöne Programm paint.net, mit dem man herrlich einfach in verschiedenen Ebenen zeichnen kann und das mit Leckerlis wie vorgespeicherten Schraffureffekten etc. einfach nahezu perfekt für mich ist.
Meine Basiskarte entstammt den National Atlas of the United States und ist meiner Kenntnis nach gemeinfrei. Die Flaggen der República de California sowie des States of California erstellte der alternatehistory.com-User Shifty Giant für mich. Genug der Vorrede, los geht's in einer eher groben Skizze meines Szenarios:


Wie man den oben verlinkten Posts entnehmen kann, zerfielen in meiner Timeline die früheren Vereinigten Staaten von Amerika zu vielen kleineren Einzelstaaten. Einer davon ist Kalifornien, das als "State of California" seine Unabhängigkeit 1991 erlangte:

Flagge des "State of California"



























Im Zuge der allgemeinen Umbruchstimmung und Wirren beginnt unter den hispanischen Einwohner Kaliforniens eine immer lautere werdende Agitation für mehr Rechte und mehr Selbstständigkeit. Als Stimme dieser Forderungen entsteht die "Unión de california latino" in San Diego.
Eine Reihe von auch gewalttätigen Ereignissen steigert den Drang zur Unabhängigkeit. China und die Sowjetunion, die sich hiervon Einfluss auf Kalifornien, das immerhin eine beachtliche Wirtschaftsmacht ist, versprechen, unterstützen die "Unión de california latino" sowohl organisatorisch, finanziell als auch mit bereits Waffenlieferungen an militantere Kreise innerhalb der "UCL".

Flagge der "República de California"
1992 schließlich proklamieren die Aktivisten, alle Warnungen ignorierend, die "República de California" mit Los Angeles als Hauptstadt.











In wenigen Monaten übernehmen die bei Gründung bereits marschbereiten Einheiten der Armee der R.d.C. die wichtigsten strategischen Punkte in denen von ihnen beanspruchten Gebieten im Süden Kaliforniens. In etlichen Gebieten jedoch stoßen sie auf starken Widerstand, oftmals flammen die Kämpfe auch ständig neu auf, da etliche gut bewaffnete loyalistische Milizen auch in den südlichen Gebieten aktiv sind. Los Angeles wird während des ganzen Krieges nicht zur Ruhe kommen ("Schlacht um Los Angeles").

Im Sommer 1994 beginnt die Armee der R.d.C. Offensiven in Richtung Norden, mit dem Ziel San Francisco und San Jose einzunehmen.
Bilder des Geschehens bis 1994.
Zur Vergrößerung bitte klicken!

Nach sechs Jahren des Konfliktes wird der Bürgerkrieg in Kalifornien schließlich mit dem "Frieden von Irkutsk" beendet. Mehr dazu im zweiten Teil in evtl. nicht erst wieder zwei Jahren.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Alternativweltgeschichte - Heute: Staat Großbayern

(Folgend ein etwas schwarzhumoriges, wenngleich, so betone ich, auch nicht ganz ernst gemeintes Szenario aus der Alternativweltgeschichte... Ich nehme Bezug auf diesen Beitrag in meinem Blog.)


Großbayern und seine Nachbarstaaten, ca. im Jahr 2037

Im Jahr 2019 kommt es in Deutschland zu einer massiven Krise des Föderalismus. Die einzelnen Bundesländer erhalten in der Folge immer mehr eigene Machtbefugnisse, bis sich die heutige Bundesrepublik Deutschland de facto von einem Bundesstaat zu einer Konföderation verwandelt hat.

In den Jahren darauf nutzt Bayern gezielt seine wirtschaftliche Stärke aus, und mischt sich, direkt oder indirekt, in die Politik der Nachbarstaaten ein. Zu den Schwerpunkten der bayerischen Aktivitäten zählen u. a. die finanzielle Unterstützung fränkischer Separatisten in Thüringen, Hessen und Baden-Württemberg, sowie Aufbau einer ausufernden Propagandamaschinerie, die Bayerns Nachbarstaaten durch Gräuelpropaganda immer weiter destabilisiert.

2025 bricht der Thüringische Bürgerkrieg aus, wobei die fränkischen Separatisten wieder auf Unterstützung aus Bayern zählen können. 2029 endet der Konflikt unter Vermittlung des Bundes mit Abspaltung der fränkischen Südteile Thüringens, kurz darauf gliedern sich diese nach einem Referendum nach Bayern ein.

2030 nutzt Bayern eine Regierungskrise in Baden-Württemberg aus, und erzwingt unter Androhung eines Einmarsches die Abtretung Tauberfrankens an Bayern.

2031 kommt der Hessisch-Bayerische Handelsvertrag zustande. Hessen wird privilegierter Handelspartner mit Kauf- und Verkaufsrechten vor allen anderen Staaten Deutschlands. Im Austausch werden gewisse umstrittene Gebiete in Osthessen an Bayern verkauft. Die offizielle Presse in Bayern vertuscht jedoch den tatsächlichen Charakter der Vereinbarung und spricht von einer Herausgabe und Eingliederung der in Wahrheit teuer gekauften Ländereien.

Ab 2031 erfolgt dann eine Neuordnung der Regierungsbezirke (s. Karte oben!).
Unter Vorsitz des großen Ministerpräsidenten Ludwig III. Wittelsbacher diskutiert der bay. Landtag ganz offen darüber, ob man nicht auch die Gebiete der ehemaligen bayerischen Pfalz zurückfordern solle...



(...Dieser Beitrag wird von mir evtl. noch ergänzt und weiter bearbeitet. Mir ist bewusst, dass die "Story" ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist. Sie ist auch nicht sehr ernst gemeint. Eventuell mache ich zum Ausgleich auch mal eine Karte, in der Thüringen Coburg zurückerhält, BaWü den Regierungsbezirk Schwaben und das westliche Mittelfranken erobert, und Hessen sich endlich Aschaffenburg und alle Gebiete bis Würzburg hinein einverleibt...)

Montag, 22. Mai 2017

Diskussion abgeschlossen

Habe jetzt einige Argumente und Gegenargumente für die Möglichkeit einer alternativen Timeline gesammelt, in der das Jugoslawien wie es vor 1990 existierte, nicht zerfallen ist. Und irgendwie bin ich zu dem Schluß gekommen, dass es schon unwahrscheinlich ist, dass so eine Timeline tatsächlich Realität hätte sein können. Nichtsdestotrotz werde ich dieser Tage, sobald ich Zeit und Lust habe, genau eine solche, wahrscheinlich unwahrscheinliche Timeline zu Papier bringen und hier einstellen...

Mittwoch, 17. Mai 2017

War der Zerfall Jugoslawiens vermeidbar?

Gerade dieser Tage beschäftige ich mich mit einem Gedankenspiel, in dem ich mir eine Welt ausdenke, in dem das Jugoslawien, wie es vor 1990 existierte als Staat erhalten bleibt. Allerdings besteht da noch sehr viel Anlass zum Nachdenken für mich:

  • Wie hätte die desaströse Wirtschaftslage in Jugoslawien verbessert werden können?
  • Waren die Gräben zwischen den Ethnien nicht einfach zu tief, um auf Dauer zusammenzuleben?
  • Welche geschichtlichen Ereignisse wären nötig gewesen bzw. wären denkbar, die den Ablauf der Geschichte, wie sie so nun einmal verlaufen ist, verändert hätten?
  • Und nicht zuletzt: Warum hätten denn die Völker Jugoslawiens weiter in einem Staat zusammenleben sollen, anstatt eben jede Teilrepublik als unabhängiges Land eigene Wege zu gehen? (die Begründung, dass irgendein Spinner sich das so in ein Szenario zusammenbasteln will, reicht nicht aus, schwant mir...)


Interessierte Leser können auch diesen Beitrag im Alternate History Discussion Board verfolgen!

Samstag, 22. Oktober 2016

Civilization am Samstag

Es folgt ein (kurzer) Bericht über meine aktuelle Civilization-2-Partie mit dem Szenario "Crisis of the new world order". Leider muss ich sagen, dass ich wohl nicht mehr lange weiterspielen werde. Ich denke darüber nach, das Szenario selbst nochmal zu verändern, weil ein paar Spielfeatures, die der Macher eingebaut hat, wieder regelrecht hirnverbrannt sind. Aber dazu möglicherweise im Laufe meines kurzen Abrisses mehr.

Europa 2033

Lage: Wir schreiben das Jahr 2033. Das von mir gespielte Russland hat mittels diverser Überraschungs- und Überwältigungsangriffe mit Fallschirmjägern einen respektablen Teil Mitteleuropas besetzen können. In Deutschland hält sich nur noch der Nordwesten, Finnland wurde vor kurzer Zeit besetzt, und in Skandinavien findet eine Landungsoperation statt.

Die enorme Umweltverschmutzung, die gerade von Russland ausgeht, hat mittlerweile zu einer mittleren ökologischen Katastrophe geführt. Globale Erwärmung und Verseuchung von Böden und Atmosphäre führten zu einem Waldsterben. Ungeachtet dessen unternimmt "mein" Russland schon aus finanziellen Gründen keine Maßnahmen zum besseren Schutz der Umwelt. Ein paar Ingenieure, die zu Beginn des Spieles damit betraut waren, Verschmutzungen zu beseitigen, wurden längst vom Feind aus dem Spiel bombardiert. Böse Zungen behaupten, Russlande würde die Umweltverschmutzung sogar als eine Art Waffe einsetzen. Die Regierung dementiert: es handle sich um ein globales Problem, das auch nur global von allen Nationen gelöst werden könne.
Allein, eine solche Lösung liegt fern: schon an die 10 Waffenruhen und Friedensverträge, die ich mit den Nationen des Westens geschlossen hatte, wurden kurz darauf wieder von diesen gebrochen...



Waldsterben und Versteppung in Sibirien

Die direkten Folgen der globalen Umweltkrise












In China tobt weiterhin ein Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und westlich orientierten Chinesen. Inzwischen hat sich (neben Russland, das von Beginn an involviert war) auch Indien eingemischt. Auch haben sich die Kämpfe auf ganz Südostasien ausgeweitet, Korea ist (s. Bild) an die Kommunisten gefallen, Manilla war zeitweise von kommunistischen Soldaten besetzt. Ein Regionalbürgerkrieg?


Der chinesische Bürgerkrieg im Sommer 2033

Die USA, mit denen sich Russland auch unverschuldet im Krieg befindet, haben mittlerweile eine Spezialwaffe entwickelt, einen Kampfsatelliten. (... welcher auch der Grund ist, warum ich trotz aller möglichen interessanten Entwicklungen das Spiel eventuell nicht weiterspielen werde. Eine nahezu unzerstörbare Einheit, die ich selber nicht bauen und auch nicht erforschen kann, ist ein sehr ernstzunehmender Frustfaktor. Und ärgerlich, weil solch ein Satellit geringfügig an den Haaren herbeigezogen erscheint.)
Mittels dieses Satelliten werden große Kampferfolge durch Amerika erzielt. Zum Schluß geschieht auch noch das undenkbare: Im besetzten Finnland havariert ein Kernreaktor. Das Katastrophenszenario ist "perfekt"....



Reaktorunglück in Finnland







Anmerkung: ein weiterer großer Schwachpunkt des Szenarios ist die, wie ich finde, übertrieben eingesetzte Erstellung von gegnerischen Einheiten mittels im-Spiel-Events. Civilization 2 hat eine eingebaute "Einheitensperre", ab einer gewissen Menge Einheiten kommt also im Spiel nur noch eine Meldung, dass keine neuen Einheiten mehr erstellt werden können, und man solle doch welche auflösen. Nun hat der Ersteller des Szenarios mittels Events festgelegt, dass jede Runde für die "Barbaren" (also rein computergesteuerte Einheiten, die nur dazu da sind, Verwirrung und Probleme anzurichten, was ja auch ein gutes Feature des Spieles ist, aber nur, wenn man selbst trotzdem noch Einheiten bauen kann..) ungezählte neue Einheiten entstehen. Ich glaube, dass auch die computergesteuerten Spieler Einheiten auf diesem Weg erhalten. Und es ist einfach unfair, wenn man selbst keinen Nachschub mehr produzieren kann, die anderen Spieler aber mittels Spieleingriff massig Material erhalten... Auch das müsste geändert werden.

So weit der Bericht aus meiner Civ-2-Partie.

Freitag, 30. September 2016

Civilization am Freitag

Heute möchte ich eine aktuelle Civ2-Partie vorstellen, die ich spiele.
Ausgangspunkt ist das Jahr 1991, die Sowjetunion ist zerfallen, Deutschland wiedervereinigt, etc.
Im erwähnte Spiel habe ich die Rolle Russlands übernommen und von Beginn an einen relativ fragwürdigen und aggressiven Kurs vertreten. Während der 90er Jahre konnte ich mir weite Teile der GUS-Staaten sichern und sie Russland einverleiben. Diplomatisch konnte eine Allianz mit der europäischen Union erreicht werden, sodass vorerst Frieden herrschte. Herrschte.

Wirtschaftlich stellte sich die Lage meines russischen Spielers desaströs da. Mein sehr hohes Staatsdefizit hätte mich sicher in den Bankrott geführt, hätte nicht der Entwickler des Szenarios (welches übrigens "Crisis of the New World Order" heißt) per Spiel-Events festgeschrieben, dass Russland in unregelmäßigen Abständen Geld erhält ("ausländische Investoren").

Während der 90er versuchte ich, meine Wirtschaft irgendwie am Laufen zu halten, während sehr hohe Umweltverschmutzung zu immer weiter steigender globaler Temperatur führt.

Soweit zu den friedlichen Zeiten...
A day that will live in infamy...
Nachdem sich zum Jahrtausendwechsel die diplomatischen Beziehungen zur EU verschlechterten und die glorreiche Russisch-Westeuroäische Allianz in die Brüche ging, geschieht im Januar 2002 das Unfassbare: die EU erklärt Russland den Krieg. Im westlichen Teil Russlands gehen infolgedessen Raketen nieder, Städte werden bombardiert und angegriffen. Die Weltgemeinschaft handelt und ein hastiger Waffenstillstand wird teils mit Druck durchgesetzt. Dieser hält aber nur kurz, da Russland Vergeltung für den feigen Angriff sucht, und die Vereinbarung kurzerhand bricht. Ein von der russischen Öffentlichkeit nicht unkritisch gesehener Schritt, allerdings verteidigen die Machthaber im Kreml ihre Entscheidung mit dem Ruf der Nation und weisen auf die in den Folgejahren geglückte Eroberung Wiens durch russische Truppen hin.

Verschiedene Versuche, ein Waffenstillstandsabkommen auszuhandeln, verlaufen im Sand. In der Mitte Europas herrschen nun über 10 Jahre Krieg. Nach der Eroberung Wiens durch Russland kann keine der Parteien weitere Gebietsgewinne erzielen. Zermürbender Stellungskrieg, der das Land verheert. Die einstige Millionenstadt Prag beispielsweise wird auf die Bevölkerungsgröße Ulms reduziert. Wo einst Touristen wanderten, sind nun die Fenster vernagelt, russische Truppen haben sich im Stadtkern verschanzt, um Prag gegen die fortwährenden europäischen Angriffe zu verteidigen.

Europa ca. 2009 - 2010.




















Auch im fernen Osten ist die Lage brisant. Nach mehreren Angriffen durch die Volksrepublik China ist Russland inzwischen bis Peking nach Süden marschiert, und hält dort große ehemals chinesische Gebiete besetzt. In China wütet ohnehin seit Jahren ein Bürgerkrieg zwischen einer südchinesischen Rebellengruppe, die von den asiatischen Staaten unterstützt wird, die sich eher nach Westen orientieren, und der Regierung in Peking.

Die Situation im chinesischen Bürgerkrieg ca. 2010.





















2012 bringt eine scheinbare Wende. Russland gelingt es erstmals, nach radikalen Streichungen im Haushalt, die größtenteils furchtbar ins Bildungswesen eingreifen, einen Haushalt ohne neue Schulden vorzulegen.

Auch an der europäischen Front gelingt es, die Offensive neu zu ergreifen. Nach mehrfach gescheiterten Versuchen, Berlin zu erobern, sieht es eine Zeit sogar danach aus, als könnten die Westeuropäer die russischen Truppen aus Europa vertreiben. Planspiele kalkulieren gar einen Rückfall bis auf die Grenzlinien von 1991. Die Führung im Kreml ernennt daraufhin einen neuen Befehlshaber für Westeuropa, der eine neue, sehr auf Mobilität und Überraschung ausgerichtete Taktik etabliert. Geziele Fallschirmjägeroperationen ermöglichen es Russland, Berlin im Januar 2017 einzuschließen.

Russische Fallschirmtruppen haben Berlin eingeschlossen...
















Ausgewählte und erfahrene Infanterie- und Artillerieregimente rücken daraufhin in einem überraschenden Vorstoß von Warschau aus vor, und überwältigen die Verteidiger Berlins. Noch im selben Monat fällt Berlin an die russische Armee...



...und im Januar 2017 fällt Berlin!











Bin nun gespannt, wie es weitergehen wird. Gerade die Umweltverschmutzung dürfte im Spiel bald weiteren Tribut fordern. Aber das passiert, wenn die Mächtigen aus Machthunger vor globalen Problemen die Augen verschließen.

Freitag, 2. September 2016

Return of the Kleinstaaterei

Derzeit schreibe ich parallel an einem längeren, persönlicheren Text, deswegen gab es jetzt in den letzten Tagen nichts neues hier. Vielleicht auch aus Gründen der Faulheit.

Wie dem auch sei. Im Bereich "Alternative Geschichte" habe ich mir folgendes Szenario ausgedacht, das ich gerne teilen möchte. (Ja, man kann natürlich sagen, dass es sich immer auch um eine Art Albtraumszenario/Dystopie handelt, weil in solchen Entwürfen ja meistens nichts wünschenswertes drinsteckt. Also zumindest für mich nicht. Bitte keine neuen Bürgerkriege, Katastrophen und Krisen!)

Wir befinden uns in Deutschland, ungefähr im Jahr 2019. Nach langem Hin und Her, verschiedenen Krisen und politischen Konflikten (Krisengründe genug kann man sich ja momentan schon ohne viel Fantasie ausmalen) hat man das Grundgesetz stark verändert. Noch wesentlich mehr Kompetenzen als bisher sind an die Länder gegangen, womit die Bundesländer kaum noch weniger Entscheidungsfreiraum als reguläre Staaten haben.  Bundestag, Bundeswehr, die meisten Bundesbehörden, existieren trotzdem noch, üben auch Macht aus, wenn auch in einem eben entsprechend eingeschränkteren Rahmen. Auch der Grundsatz "Bundesrecht bricht Landesrecht" besteht unverändert fort, allerdings haben die Länder komfortablere Möglichkeiten als heute, unliebsame Gesetze im Bundesrat zu stoppen.

Zusätzlich haben alle Bundesländer eine eigene Nationalgarde (vergleichbar mit der US-Nationalgarde oder der Territorialverteidigung im früheren sozialistischen Jugoslawien) etabliert.

In der Folge entstehen, auch wegen der weiterhin angespannten Weltlage (Finanzkrisen, politische Krisen im In- und Ausland...), ganz neue Konflikte zwischen den Bundesländern. Diese könnten z. B. sein:

- Einzelne Länder wollen die Präsenz von Bundeswehreinheiten, Bundespolizei, Teilen der Bundesverwaltung auf ihrem Territorium nicht mehr dulden und erpressen die Bundesregierung damit, sämtliche Gesetzesentwürfe des Bundes im Bundesrat zu blockieren (wie gesagt, die Möglichkeiten dazu sind wesentlich komfortabler, als im heutigen Grundgesetz bestehend). Droht gar ein "Polizeieinsatz" der Bundeswehr in einem der Bundesländer?

- Separatismus: a) In Nordbayern entsteht Unruhe, da Aktivisten hier ein neues Bundesland Franken errichten wollen. Gleichzeitig fordern sie die Eingliederung der als fränkisch geltenden Gebiete in Südthüringen, Tauberfrankens auf dem Gebiet Baden-Württembergs und Teile Osthessens.

b) in Thüringen möchte sich das Eichsfeld unabhängig erklären, da die katholische Gegend sich als kulturell wesentlich verschieden vom übrigen Thüringen erachtet. Auch denkbar wären Versuche, mit den in Hessen und Niedersachsen befindlichen Gebieten des Eichsfeldes gemeinsam einen Staat auszurufen, oder aber Anschluß an Hessen bzw. Niedersachsen (nicht so wahrscheinlich, denke ich).

- Grenzstreitigkeiten zwischen den Ländern: z. B. Ansprüche Baden-Württembergs auf das bayerische Schwaben.

- Bayern könnte versuchen (entweder mit oder ohne Franken), die Bundesrepublik zu verlassen, und mit Österreich gemeinsam eine Art Großbaiern zu gründen.

... und und und...
Für Ideen bin ich jederzeit offen! Evtl. illustriere ich mein Szenario auch noch mit Karten.

Freitag, 24. Juni 2016

Die Mücken sind müde, in Mu und Lemuria


Es ist Freitag, und Inseln, die von der Landkarte verschwinden, haben große Konjunktur (siehe auch: Brexit). Ganz mit der Zeit bin ich dieser Tage auf verschiedene Ideen gestoßen (längst wissenschaftlich widerlegt, ich sage es gleich!), die verschieden Kontinente/Inseln postuliert haben, die bspw. südlich von Indien (Lemuria), im Pazifik (Mu) oder im Norden (Hyperborea) gelegen haben sollen. Das gute alte Atlantis muss natürlich auch erwähnt werden. Gemeinsam ist diesen Inseln in der Vorstellungswelt meistens, dass sie die Wiege der Menschheit gewesen sein sollen bzw. dort viele tausend Jahre vor Christus hochentwickelte Zivilisationen bestanden haben sollen, und die Kontinente/Inseln plötzlich im Meer versunken sein sollen. Ob es davor ein Referendum gegeben hat, weiß ich nicht. Was auch auffällt ist, dass die Kontinente auf den sehr fantasievoll gestalteten Karten der Verfechter dieser Theorien meist grob wie Kuhfladen oder Pfannkuchen aussehen (siehe Beweisbild im Beitrag!). Sehr seltsam!

"Am Pancake-Day 10000 v. Chr. verschwand nach Volksabstimmung der Kontinent Mu
vom Angesicht der Erde..."
(Quelle: uralte Schrift)
Teilweise war der Ursprung solcher Ideen falsche Übersetzung von alten Schriften, alte Sagen und Mythen, und man wusste auch noch nicht, dass sich die Kontinentalplatten bewegen (und zwar sehr langsam), so also die Verbreitung von bestimmten Tierarten in sehr entfernten Weltgegenden erklärt werden kann, bzw. andersherum das plötzliche Verschwinden von ganzen Kontinenten durch Naturkräfte diverser Art ausgeschlossen ist. Dennoch finde ich solcherlei Ideen sehr spannend, obwohl sie widerlegt sind, bzw. eh erfunden.

Wobei... woher kommt der Name Mu-ggenhof, oder was hat es mit dem berüchtigen Mu-Err-Pilz auf sich? Rätsel der Stadtgeschichte, und der Sushi-Küche...



Siehe auch:
Kontinent Mu auf Wikipedia
Atlas der legendären Länder (Buch von Judyth A. McLeod)

Freitag, 10. Juni 2016

Dämmerung über Kalifornien

Angeregt durch die Leute hier in diesem Forum (wo ich auch schon ein paar schöne Flaggen gesehen habe, deren Verwendungserlaubnis ich evtl. bei den Autoren erbitten werde... ) habe ich mich entschlossen, die Idee bzgl. des Szenarios "Kalifornischer Bürgerkrieg in den 90ern" weiter zu verfolgen.

Bisher habe ich die Grunidee, dass die hispanische Bevölkerung Kaliforniens nach der Unabhängigkeitserklärung von den USA Morgenluft riecht, und eben einfach auch einen eigenen Staat haben will. Folgende Parteien könnten nun miteinander/gegeneinander im neuen Kalifornien zu tun haben:

  • Hispano-Kalifornier. Haben die langen Jahre der Diskriminierung satt und fordern angesichts ihrer nicht geringen Zahl endlich ihr eigenes Recht in einem eigenen Staat. (Evtl. Unterstützer: China, UdSSR, Mexiko)
  • Unionisten. Wollen weder in einem eigenen kalifornischen Staat, noch in einem Hispano-Kalifornien leben, sondern verlangen den Verbleib in den USA, oder mindestens den Anschluss verschiedener Landesteile an die USA. (Evtl. Unterstützer: USA, Trumpfkarte die noch im Land verbliebenen Truppen der US-Army, Navy, Airforce
  • Versch. kriminielle oder politische Gruppen. Wollen das gefühlte Machtvakuum nutzen, um sich einen kleinen oder größeren Machtbereich zu schaffen. (Evtl. Unterstützer: China oder andere Staaten, die Kalifornien schädigen wollen, um sich so einen potentiellen Wirtschaftskonkurrenten vom Hals schaffen. Unterstützung kann aus weltpolitischen Gründen aber höchstens sporadisch gedacht werden)

Ansonsten, wenn ich mir nicht gerade seltsame Staatskonstrukte ausdenke? Nunja, das Wochenende wird ereignisreich. Bericht folgt vielleicht! Schönen Freitag!

Freitag, 27. Mai 2016

Alternativgeschichte. Heute: Kalter Krieg

Beim stöbern im Netz bin ich auf diesen (klick mich!) Artikel gestoßen. Hier hat sich jemand eine Version des "kalten Krieges" ausgedacht, in der die Staaten des Ostblocks am Ende als "Sieger" (zu der Frage, ob jemand den kalten Krieg gewinnen kann, bitte den Artikel lesen!) dastehen, und die USA ein an Russland in den 90er Jahren erinnerndes Schicksal ereilt.
Dieses kleine Gedankenspiel hat mich nach dem Lesen so amüsiert, dass ich mich kurzerhand dazu entschlossen habe, mir eine an diesen Abschnitt alternativer Weltgeschichte angelehnte Geschichte Westdeutschlands bzw. Europas während des kalten Krieges auszudenken, die ich im folgenden skizzieren will. Um nicht zu viele Fragezeichen beim Lesen in den Augen zu bekommen, empfiehlt sich das vorhergehende Lesen des oben verlinkten Artikels.

Und hier nun die Geschichte: (vielleicht finde ich noch ein paar frei verwendbare historische Fotos, die ich irreführend aus dem Kontext reißen und in meine Geschichte im Artikel einfügen kann)

  • 1945-1950
Gesamteuropa und Westdeutschland: Nach dem Sieg von Robert Taft bei den US-Präsidentschaftswahlen verfolgen die USA nach Ende des zweiten Weltkrieges einen außenpolitischen Kurs der Nichteinmischung. Die amerikanischen Soldaten werden in diesen Jahren schrittweise und konsequent aus Europa zurückgezogen. Im Nachkriegsdeutschland entstehen drei drei Besatzungssektoren: der französische Sektor, der britische, und der sowjetische Sektor.
Zügig werden im Westen die BRD sowie im Osten die DDR etabliert. Die Westmächte forcieren die Gründung einer westdeutschen Armee, die nach der Gründung schnell aufgebaut und aufgerüstet wird. Die DDR zieht mit Gründung der Nationalen Volksarmee gleichauf.

Griechenland: Der griechische Bürgerkrieg (1946-1949) endet mit dem Sieg der Kommunisten. Griechenland wird infolgedessen ein sozialistisches Land. Gleichzeitig in der Türkei stattfindende Unruhen schüren in Westeuropa Ängste vor einer weiteren Ausbreitung des Kommunismus.

  • März 1950
Als Reaktion auf den Sieg der Kommunisten in Griechenland und durch weltweite Erfolge sozialistischer Parteien geschürte Ängste unterzeichnen in Kopenhagen die Staaten Dänemark, Großbritannien, Deutschland (West), die BeNeLux-Länder, Finnland, Norwegen, Italien, Island und Portugal den Vertrag von Kopenhagen, der eine gemeinsame Verteidigungspolitik und Unterstützung im Falle eines Angriffs aus dem Ostblock vorsieht.

Gleichzeitig wirbt der Westen um die Ostblockländer als Wirtschaftspartner und praktiziert einen Kurs der Entspannung bzw. phasenweisen Beschwichtigung.

  • 1952
Ostblock: Unterzeichnung des Warschauer Vertrags durch Vertreter Albaniens, Griechenlands, der DDR, Polens, Ungarns, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei sowie Bulgariens und Vereinbarung gegenseitiger Militärhilfen.

Fallschirmjäger der NVA


  •  1950er Jahre
Im Zuge der Entkolonialisierung entstehen weltweit weitere sozialistische Staaten, die den Handel mit der UdSSR sowie den übrigen Ostblockstaaten aufnehmen. Zusammen mit der günstigen gesamteuropäischen Wirtschaftsentwicklung führt dies zu gutem Wachstum der Wirtschaft in den Staaten des Ostblocks. Auch politisch finden günstige Entwicklungen statt. Nach Stalins Tod am 05.03.1953 führen die meisten sozialistischen Ländern schnell einige Reformen hin zu mehr wirtschaftlichen und politischen Freiheiten durch.

Am 17. Juni 1953 kommt es in der DDR zu massenhaften Protesten. Die Menschen fordern bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und mehr Freiheit. Es kommt in der Folge zu Verhandlungen mit der SED-Führung, an deren Schluss ein Paket von Maßnahmen geschnürt wird, die in der DDR zu einem "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" führen. Nichtsdestotrotz kann nicht von einer freiheitlichen Gesellschaft gesprochen werden und die Bürger der DDR sowie auch der restlichen Staaten des Ostblockes werden weiterhin bevormundet und leben mit Überwachung durch den Staat.

Die wirtschaftlichen Reformen (Integration von privatwirtschaftlichen Elementen in das Wirtschaftssystem, bessere Anreize zu Leistung und Eigeninitiative) führen in den 50er Jahren zu einer in dieser alternativen Geschichte besser verlaufenden wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Die DDR-Grenze wird, da wegen höherer gesellschaftlicher Zufriedenheit und besserer Versorgung mit Konsumgütern keine Massenflucht stattfindet, nur schwach befestigt.

  • 1960er Jahre
In Westdeutschland kippt die Stimmung von einer eher kooperativen Einstellung hin zu den Ostblockstaaten zu einem Konkurrenzdenken und Gefühlen der Angst. Hintergrund ist die Ausbreitung des sozialistischen Gesellschaftsmodells in Afrika, Asien und Südamerika. Wirtschaftliche Kooperationen werden teilweise eingeschränkt weiterbetrieben, teilweise ganz abgebrochen.

Ein Tiefpunkt ist der Beginn eines militärischen Engagements von Frankreich, Großbritannien und Westdeutschlands in Indochina, nachdem dieses ebenfalls kommunistisch zu werden droht.

Eine Reihe von neuen Gesetzen führt in Westdeutschland zu einem eher repressiven Gesellschaftsklima. Dagegen begehren ab Mitte der 60er Jahre Gruppen von Studenten und Auszubildenden auf. Es kommt zu Demonstrationen im ganzen Bundesgebiet. Auch kulturell möchte man sich von den als verkrusteten empfundenen Traditionen und Gebräuchen befreien. Der Staat reagiert hierauf mit harten Maßnahmen. Eine Reihe von Gerichtsverfahren gegen Protagonisten der jungen Szene machen Schlagzeilen. Demonstrationen werden teilweise gewalttätig beendet.
Viele junge Menschen sind nach den Bundestagswahlen 1969 enttäuscht, als Franz Josef Strauß zum Bundeskanzler gewählt wird. Seinen Wahlkampf führte er mit dem Versprechen, Schund, Schmutz und vermeintliche kommunistische Einflußnahme und Propaganda mit aller Härte zu bekämpfen.



Proteste auf der Straße


In den Folgejahren setzt sich unter den gesellschaftlich engagierten Jugendlichen die Erkenntnis durch, unter Strauß keine Neuerungen durchsetzen zu können. 

U. a. folgende Regelungen finden Eingang in die Gesetze der damaligen Bundesrepublik:
- Verlängerung der Legislaturperiode von 4 auf 7 Jahre
- Verschärfung des Jugendstrafrechts
- Erleichterung der Ausrufung des Notstands
- Einschränkung des Rechts auf Meinungsfreiheit bei Äußerungen, bei denen Parteinahme für ausländische Mächte unterstellt wird
- Einschränkung des studentischen Mitbestimmung an den Universitäten
- Demonstrationen werden regulär nur noch auf speziell dafür vorgesehenen Plätzen ("Rednerplätze") unter oft beinahe schikanösen Auflagen gestattet


Westdeutsche kommen in die DDR
 Das Gesellschaftsklima wird in den Strauß-Jahren von vielen als derart bleiern und lähmend empfunden, dass nicht wenige Protagonisten der anfänglichen Studentenrevolte und liberale Bürger das Land verlassen. Beliebte Auswanderungsländer sind z. B. Schweden, Österreich, Italien, West-Berlin, das aufgrund einer Sonderstellung z. B. Freiheit vom Wehrdienst in Indochina bietet, oder aber die DDR. Diejenigen unter Strauß´ Kritikern, die sich als Sozialisten verstehen, hoffen dort die Erfüllung ihrer Vorstellungen zu finden. Einige machen Karriere in der SED oder in der realsozialistischen Wirtschaft.







  • 1970er Jahre ("Unmut, Terror, Bürgerrechte")
Im Osten Europas gehen die Dinge in den 70ern einen geregelten Gang. Die sozialistische Wirtschaftsweise offenbart zwar deutlich erkennbare Schwächen, im Gesamtbild können die Mängel aber aufgrund der guten Voraussetzungen des internationalen Handels mit den "sozialistischen Bruderrepubliken" auf der ganzen Welt ausgeglichen werden. Auch kommt Fachwissen durch den Zuzug einiger westlicher Akademiker, die von der autoritären "Strauß-Republik" frustriert die BRD verlassen haben.

Anders im Westen. Nachdem es nahezu unmöglich geworden ist, ohne Hemmschuhe aus der Verwaltung seine Meinung öffentlich und organisiert zu bekunden, steigt bei einigen Gruppen von Oppositionellen Frust und Wut. Der Krieg in Vietnam, in den die Bundesrepublik verwickelt ist, schürt zusätzlich Unmut und Widerwillen. Es wird konspirativ sogar schon zu Gewalt gegen den Staat aufgerufen. In mehreren Städten werden nachts Polizeiautos angezündet und Parolen an Wände geschrieben. Der Staat reagiert in der gewohnten Weise und es kommt zu Verhaftungen, die wiederum die Wut der Betroffenen anstacheln.

Hier tritt die Führung in Ostdeutschland auf den Plan. Der Geheimdienst stellt Kontakte zu den gewaltbereiteren der Strauß-Gegner her und versorgt diese mit Material für Sprengsätze und mit Schusswaffen. In der ersten Hälfte der 70er tritt plötzlich das Phänomen des Terrorismus auf die Tagesordnung. Versuche der westdeutschen Sicherheitskräfte, die Täter und ihre Hintermänner schnell zu stellen erweisen sich, auch aufgrund der ausgefeilten Tarnung und Logistik durch den ostdeutschen Geheimdienst, als nur teilweise erfolgreich. Tatsächliche oder vermeintliche Unterstützer des Terrorismus werden von der westdeutschen Polizei nun scharf überwacht und unter Druck gesetzt. Es herrscht ein Klima der Angst, Angst vor Anschlägen durch linke Terroristen, Angst vor unberechenbaren Maßnahmen der Polizei auf der anderen Seite.

Eine Sonderentwicklung nimmt währenddessen West-Berlin.
Anfang der 70er bilden sich dort verschiedene politische Gruppen, die sich für Freiheitsrechte, gegen den Krieg in Vietnam/Indochina und eine Neuordnung des Status von West-Berlin einsetzen. Bekannte Gruppen sind die Bürgerrechtsbewegung Berlin (BBB) und die Initiative Freie Stadt Berlin West (IFBW). Ziel ist die Ausweitung des Berliner Sonderstatus bis hin zur Loslösung West-Berlins von der Bundesrepublik und Ausrufung eines Stadtstaats.

Das Brandenburger Tor mit Blick von Osten her
Die Behörden in West-Berlin sind zwar aufgrund der speziellen Lage in Berlin weniger repressiv als Polizei und Strafverfolgung in Westdeutschland, die Aktivisten stoßen nichtsdestotrotz auf starken Widerstand.

Auch hier macht sich die DDR die Lage zunutze und unterstützt die junge Bürgerrechtsbewegung logistisch und materiell.

Einige derer, die bislang friedlich aktiv waren, gehen auch hier in den Untergrund und beginnen, den Staat mit Gewalt zu bekämpfen. Die 70er Jahre in Berlin sind wie in der Bundesrepublik geprägt von Terroristenfahndung und Anschlägen auf Einrichtungen des Staates sowie auf Personen.

Bei den Bundestagswahlen im Jahr 1976 gewinnt erneut die CDU/CSU und Franz Josef Strauß kann eine zweite Amtszeit als Bundeskanzler antreten.

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre tritt ein Wandel ein. Der Krieg in Vietnam erweist sich als nicht mehr zu gewinnen, der Militäreinsatz hat Unsummen verschlungen, Ölkrise und das repressive Gesellschaftsklima tun ihr übriges: Es kommt in der Bundesrepublik zu einer schweren Wirtschaftskrise.
Frankreich und Westdeutschland ziehen sich im späten 1977 endgültig aus Vietnam zurück, das damit zu einer Volksrepublik wird.

Im sozialistischen Teil Europas haben weitere marktwirtschaftliche Reformen und Liberalisierung des politischen Systems hingegen eine im Großen und Ganzen vergleichsweise positive Entwicklung ermöglicht.

Westdeutschland erlebt nun einen Umbruch. Im Westteil Berlins vernetzen sich die Unabhängigkeitsfürsprecher mit Gruppen in den USA, die, abgestoßen von der politischen Eiszeit auch in den USA (bitte den zu Anfang der Chronik verlinkten Artikel lesen!), für eine Sezession Floridas, Georgias und Alabamas und Bildung eines neuen vereinigten Südstaats kämpfen.
In der übrigen Bundesrepublik verliert Strauß nach einem Korruptionsskandals um einen zwielichten Panzerverkauf an Popularität. Weitere Fakoren, die zu Strauß' Niedergang beitragen sind auch verschiedene Fälle, in denen die harte offizielle Linie einer Mehrheit der Bevölkerung übertrieben und brutal erscheint.

Franz Josef Strauß auf einer Parteiveranstaltung 1975
Die SPD betreibt in diesen Jahren einen Wahlkampf, der sich die aufkeimende Anti-Strauß-Stimmung zunutze macht. Gegenkandidat für die Bundestagswahl 1983 soll Willy Brandt sein. Wahlkampfversprechen sind u. a. :
  • Gewährung weitgehender Autonomie für West-Berlin
  • Rückgängigmachen der Strauß'schen Strafrechtsreformen
  • Verkürzung der Legislaturperiode



Die Bundestagswahl 1983 gewinnt die SPD mit 69% der Stimmen. Die Zeit für den Wechsel nach 14 Jahren Strauß ist reif, so empfinden es viele Bundesbürger. Die Stimmung in der Gesellschaft ist demgemäß milde optimistisch. Dennoch stehen der Bundesrepublik große Herausforderungen bevor.

  • 1980er Jahre

Willy Brandt in den 80ern

Die 80er Jahre sind für Westdeutschland hart. Die Arbeitslosigkeit ist auf einem hohen Stand nach den zurückliegenden Kriegsjahren und der Rezession, einige fähige Köpfe haben das Land verlassen. Auch entsteht erstmalig in der bisherigen Geschichte Umweltbewusstsein, nachdem Smog schon zum Alltag vieler deutscher Städte gehört. Die Regierung Brandt hat viel zu tun, um Maßnahmen zu ergreifen, die sowohl die Wirtschaft ankurbeln, die Umweltzerstörungen reduzieren als auch die Zufriedenheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

In der DDR ist seit 1978 ein neuer Mann an der Spitze. Herwig Roth, der als Reformer gilt, führt die Staatsgeschäfte. Politisch stagniert die Entwicklung im Osten eher. Zwar gibt es gewisse Möglichkeiten der Bevölkerungsbeteiligung an der Politik, Polizei und Verwaltung sind dennoch eher autoritär geprägt, Korruption ist (ähnlich wie vielleicht im China der Jetztzeit) ein großes Problem, mit deren Bekämpfung die SED eine große Aufgabe vor sich hat.

1985 nehmen Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik nach langen Jahren ein Projekt der Wirtschaftskooperation auf. Zusammen sollen Wissenschaftler im Bereich der Computertechnologie forschen. In diesem Bereich haben technische Erkenntnisse ganz neue Türen geöffnet, die man nun durchschreiten will.

1986 ist für Berlin ein großes Jahr. Am 7. Mai 1986 unterzeichnen im "Roten Rathaus" Vertreter der westdeutschen Regierung und des Berliner Senats eine Vereinbarung, die dem westlichen Teil Berlins weitgehende Autonomie gegenüber der Bundesrepublik einräumt. Zwar bleibt rechtlich der Staat Bundesrepublik Deutschland bestehen, de Facto ist der Senat in seiner Gesetzgebung nun aber frei, lediglich das Grundgesetz als "Erdung" ist noch verbindlich. Die Deutsche Mark bleibt ebenfalls als Währung bestehen. Die Aktivisten der Unabhängigkeitsbewegung feiern ihren Sieg, Teile der Bewegung sehen aber erst eine Teiletappe erreicht und beharren auf der vollstaatlichen Souveränität als Endziel.


Das Rote Rathaus in Berlin

Bei den Bundestagswahlen, die nach Wiederherstellung der Legislaturperiode von 4 Jahren 1987 stattfinden, kann die SPD mit 55,7 % der Stimmen erneut den Sieg erringen und stellt den Kanzler. Brandt tritt eine zweite Amtszeit an.

Global gesehen werfen die Ereignisse in den USA große Schatten. Nach dem gescheiterten Putsch gegen den neugewählten reformorientierten Präsidenten der Demokraten herrscht in den USA ein Gefühl von "Alles ist möglich / anything goes!".
(Ich verweise hier gerne nochmal auf den Text, der meine Geschichte hier inspirierte!)




In nicht einmal einem Jahr bereiten die Staaten Hawaii, Florida, Georgia und Alabama Referenden für eine Unabhängigkeitserklärung und einen Austritt aus den Vereinigten Staaten vor. Am 4. Juli 1988 erklären die vier Staaten als Hawaii und Union of Southern States (USS) die Unabhängigkeit....

Die Flagge der USS...



...und Hawaiis









... ein knappes Jahr später, am 17. Mai 1989, folgt nach Protesten und Versammlungen auf Straßen und Plätzen Vermont in die Unabhängigkeit.

Proteste in Nordamerika
Die Regierung in Washington erklärt, ganz im Geiste des neuen Stils, die Unabhängigkeitserklärungen der ehemaligen Bundesstaaten in vollem Umfang anzuerkennen. Die Staaten der welt schließen sich an.


Beflügelt von den Entwicklungen und Erfolgen in Übersee beginnen auch in West-Berlin erneut turbulente Zeiten. Im Jahr 1989 finden oft an einem Tag bis zu drei Demonstrationen mit mehreren tausend Teilnehmern statt, die eine Unabhängigkeit West-Berlins von der Bundesrepublik Deutschland fordern. Der Berliner Senat unternimmt nichts, die Demonstrationen zu unterbinden, in manchen Fällen scheint die Politik die Aktivisten sogar ermutigen zu wollen.

In der Bundesregierung kommt es zu Diskussionen über das weitere Vorgehen in der Berlin-Frage. Einige Hardliner aus Bayern und Baden-Württemberg stellen sogar die Forderung nach einem Ende der Autonomie West-Berlins und einer notfalls militärischen Beendigung aller Unabhängigkeitsdemonstrationen in den Raum.

  • Anfang der 1990er Jahre, neue Menschenrechtsbewegung, Wende

In teilweise nächtlichen Sitzungen entschließt sich die Brandt-Regierung dazu, Abstand von jeder Form militärischen Eingreifens zu nehmen. In Berlin wittert man nach einer dementsprechenden Erklärung Morgenluft. Man fühlt, dass man nun freie Hand für alle Schritte hat.
Zeitungen dieser Zeit schreiben, dass spätestens Anfang 1989, nach der Sezession der ehemaligen Bundesstaaten der USA, ohnehin alle Gegenmaßnahmen vergebens gewesen wären. Es kommt, wie es scheinbar kommen muss: West-Berlins Unabhängigkeitserklärung erfolgt am 3. Oktober 1990.
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland erkennt die Unabhängigkeit West-Berlins an, die weltweite Staatengemeinschaft folgt in den darauffolgenden Tagen und Wochen.


  

erstaunliche Resultate der Computerforschung






Die gemeinsamen technischen Anstrengungen von BRD und DDR seit den 80er Jahren haben inzwischen zu erstaunlichen Resultaten geführt. Anfang der 90er Jahre beginnt man in Ost wie West mit der Herstellung erster Personal Computer. Die erste E-Mail konnte bereits 1987 (Inhalt der Nachricht: "Hallo ihr!") von einem ostdeutschen Rechner auf einen Computer westdeutscher Bauart in einem dafür vorgesehenen gemeinsamen Versuch gesendet werden.

Netzwerkspezialisten aus DDR, UdSSR, Frankreich und Westdeutschland arbeiten seit 1986 an einem globalen Netzwerk - dem Internet. 1992 ist die Technologie soweit ausgereift, dass erste Internetseiten online gehen können. Als weltweit dritte Internetpage geht am 21. September 1991 in Ost-Berlin, der Hauptstadt der DDR die Seite www.netzministerium-deutschland.dd online.

Doch nicht nur die Staaten profitieren von den neuen Technologien, auch die Menschen.
Im Ostblock wollen nicht mehr alle Bürger die autoritären Regierungen und die mangelnde persönliche Freiheit für die gewöhnlichen Leute hinnehmen. Zarte Hoffnungen blühen auf, dass mittels des neuen Internets Kontakt zu Menschenrechtlern weltweit hergestellt werden kann, um so eine bessere Zukunft ohne Gängelei und Unterdrückung zu schaffen. Das gesellschaftliche Klima zu Beginn der 90er Jahre ist ein optimistisches.




... E N D E ?



Bildnachweise:
NVA-Fallschirmjäger, zeesenboot auf flickr.com
Proteste, Von Llyfrgell Genedlaethol Cymru / The National Library of Wales from Wales/Cymru - Protest gyntaf Cymdeithas yr Iaith Gymraeg ar Bont Trefechan, Aberystwyth, No restrictions

West-Berliner in Ost-Berlin, Bundesarchiv, Bild 183-B1228-0010-001 / Brüggmann, Eva / CC-BY-SA 3.0
Brandenburger Tor von der Ostseite, Zika, WikiCommons 
Franz Josef Strauß auf einer Parteiveranstaltung, Bundesarchiv, B 145 Bild-F044800-0006 / Storz / CC-BY-SA 3.0 
Willy Brandt in Memmingen, Promifotos.de  Alexander Hauk / www.alexander-hauk.de  
Rotes Rathaus, angr, WikiCommons
Flagge (Gouverneursflagge) von Hawaii, Von Mysid - Self-drawn in CorelDraw, based on FOTW (GFDL)., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1368303

Demonstranten auf der Straße, By I, Ademoor, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2435551
Hayes Micromodem II installed in an Apple II., User Maury Markowitz on en.wikipedia